Burg Blankenburg (Essel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

p3

Burg Blankenburg
Bäuerliche Hofanlage auf der Burgstelle

Bäuerliche Hofanlage auf der Burgstelle

Entstehungszeit: 1200 bis 1300
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: Burgstall
Ständische Stellung: Adlige
Ort: Essel-Engehausen
Geographische Lage 52° 45′ 17,5″ N, 9° 37′ 7,1″ O52.7548549.618638Koordinaten: 52° 45′ 17,5″ N, 9° 37′ 7,1″ O
Burg Blankenburg (Essel) (Niedersachsen)
Burg Blankenburg (Essel)
Blankenburg zwischen Engehausen und Stillenhöfen

Die Burg Blankenburg ist eine kleine abgegangene Burg im Ortsteil Engehausen der Gemeinde Essel in Niedersachsen. Sie entstand etwa im 13. Jahrhundert. An Resten finden sich nur noch Teile der Umwallung. Auf dem früheren Burggelände steht heute eine bäuerliche Hofanlage, die früher ein Adelsgut war.

Geographie[Bearbeiten]

Die Niederungsburg wurde am nördlichen Ufer der Aller oberhalb des Überschwemmungsbereichs errichtet. Heute liegt sie an einem verlandeten Altarm des Flusses. An der Südostseite des früheren Burgplatzes sind noch Reste eines Walls vorhanden, der an der gegenüberliegenden Seite um 1900 eingeebnet wurde. Die frühere Ausdehnung der Burganlage wird auf 50 × 50 m geschätzt. Heute steht mitten auf dem Burgstall ein altes Bauernhaus. Anfang des 20. Jahrhunderts sollen auf dem Gelände Fundamente und Teile eines Gewölbes gefunden worden sein.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg wird den Herren von Blankena oder Blankenhagen zugeschrieben, die Mitte des 13. Jahrhunderts urkundlich im Zusammenhang mit der Burg Hodenhagen erwähnt werden. Ihr Geschlecht soll aber bald erloschen sein.

Landwirtschaft auf der ehemaligen Burganlage[Bearbeiten]

Die Besitzer des Hofes wechselten im Laufe der Zeit: 1605 war es Frantz Engehausen, 1618 Henny Backhaus, 1619 Jost Römer. "Christoph Engehausen saß ab 1679 auf der Blankenburg" (erstmalige Verwendung des Namens Blankenburg). 1754 war der Besitzer Jürgen Dietrich Plesse, 1770 Wilhelm Braband und 1787 Levin Christian Scörling. Der Hof wurde ab 1770 als Anbauernstelle mit einem Besitz aus etwa 22 ha geführt. Da diese Fläche kaum ausreichte, um auf dem Hof leben zu können, wanderten zwischen 1830 und 1847 drei Besitzer mit dem Namen Schörling nach Amerika aus. Der erste Besitzer in der Nachkriegszeit war Hermann Schorling. Als dessen Sohn in Russland vermisst blieb, heiratete die Tochter Ilse den Berufssoldaten Hermann Berlin. Nach dessen Tod 1996 übernahm Hermann Berlin jun. den Hof und führte ihn im Nebenerwerb bis 1999 weiter. Ab 1970 wurde die Landwirtschaft aufgegeben.[1]

Ähnliche Befestigungsanlagen der näheren Umgebung[Bearbeiten]

In der näheren Umgebung gab es in der Niederung der Aller eine Reihe weiterer mittelalterlicher Burgen. Dazu gehören Befestigungsanlagen in Bierde (Burg Bierde), Ahlden (Aller) (Bunkenburg), Essel (Uhlenburg), Rethem (Aller) (Burg Rethem), Hodenhagen (Burg Hodenhagen), Grethem (Burg Blankenhagen).

Literatur[Bearbeiten]

  • Burgen im Fluss, Hrsg.: Landkreis Soltau-Fallingbostel, Bad Fallingbostel 2005, ISBN 3-00-017281-5
  • Heinz W. Hinrichs: Engehausen – Ein Dorf im Allertal gestern und heute, 2010

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Heinz W. Hinrichs, siehe Literatur, S. 106–110