Burg Clam

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Burg Clam
Burg Clam 2013.jpg
Alternativname(n): Burg Klam
Entstehungszeit: um 1100
Burgentyp: Felsenburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ständische Stellung: Freiadlige
Ort: Klam
Geographische Lage 48° 13′ 15″ N, 14° 46′ 42″ O48.22083333333314.778333333333Koordinaten: 48° 13′ 15″ N, 14° 46′ 42″ O
Burg Clam (Oberösterreich)
Burg Clam
Ansicht von 2007

Die Burg Clam ist ein Wohnsitz der Familie Clam-Martinic und befindet sich auf dem Gemeindegebiet des Marktes Klam im Bezirk Perg im Unteren Mühlviertel in Oberösterreich. Die Burganlage steht auf einem bewaldeten Bergrücken oberhalb des Marktes Klam, der an einer Seite steil zur Klamschlucht abfällt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Mitte des 12. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnte Burg befand sich 1149 im Besitz von Otto von Machland und dessen Bruder Walchun. Mit Walchuns Erbtochter Adelheid ging die Burg in den Besitz der Velburger über und fiel mit dem Tod Ulrichs von Clam-Velburg im Kreuzzug von Damiette an den Landesfürsten. Zu dieser Zeit stand am gegenüberliegenden Bergrücken eine zweite Burg, von der es zwar keine schriftlichen Überlieferungen gibt, von der aber noch Überreste der Wehranlagen erhalten sind.

Als Lehensträger von Clam scheinen von 1234 bis 1324 die Holzer und von 1250 bis 1413 die Hauser auf. Nach Wilhelm dem Hauser dürften Christian und Christoph von Zinzendorf Besitzer gewesen sein. Von 1416 an besaßen zuerst Gilg, Ortaker, Gilg und Wolfgang Wolfstein die Burg, nach Wolfgangs Tod ging sie an Jörg Seusenecker und anschließend an Prüschenk beziehungsweise ab 1454 die Grafen Hardegg über.

Von den Grafen Hardegg kaufte 1524 Christoph Perger „Schloss und Veste Clam mitsamt dem Turm“. Nach Christoph Perger I. folgten Christoph Perger II., dessen Sohn Hanns Enoch Perger und Johann Gottfried Perger. Johann Gottfried Perger zu Clam galt als der größte Förderer des Marktes Klam und seiner Bürger. Er ließ dem Markt die alten Freiheiten bestätigen und baute eine Kirche, stiftete das Spital und die Krautäcker. 1640 wurde ihm von Kaiser Ferdinand III. der Titel "Edle Herrn zu Clam" verliehen und 1655 wurde er in den Freiherrnstand erhoben. 1759 verlieh Kaiserin Maria Theresia der Familie den Titel „Erbländisch-österreichischer Graf“.

Die Familie Clam teilte sich in die Linien Clam-Clam, Clam-Gallas und Clam-Martinic. Nachdem die Familie Clam-Clam 1815 ausstarb, übernahm die Familie Clam-Martinic, die bedeutende Besitzungen in Böhmen hatte, den alten Familienbesitz. Die Burg Clam wird ganzjährig von der gräflichen Familie bewohnt. Der heutige Burgherr ist Carl Philip Clam-Martinic. Bedeutendste Vertreter der Familie waren Heinrich Clam-Martinic, österreichischer Ministerpräsident und Militär, Heinrich Jaroslav Clam-Martinic, böhmischer Politiker, Georg Clam Martinic, österreichischer Ingenieur, Landwirt, Autor und Denkmalpfleger.

Die Burganlage[Bearbeiten]

Bei der Burganlage handelt es sich um ein ganzjährig von den Besitzern bewohntes Schloss. Durch eine Vorburg mit großem, unregelmäßigem Hof der von Verwaltungsgebäuden, Garagen und dem Palas gebildet wird, gelangt man durch ein schmiedeeisernes Tor in den mit einer Stein-Balustrade begrenzten Schlosshof, der von Arkaden umgeben ist. Der Felsen, auf dem die Burg errichtet wurde reicht bis zum ersten Stockwerk. Vom Hof aus sind Sgraffitis auf der Mauer des Palas zu sehen. Das Ensemble wird durch einen etwas abseits des Schlosses befindlichen Bergfried mit Kegeldach vervollständigt.

Die Burg befindet sich seit rund einem halben Jahrtausend im Besitz derselben Familie und wurde nie zerstört. Das ist der Grund, warum viele Einrichtungsgegenstände und eine große Anzahl historischer Kleinode erhalten geblieben sind.

Im Schloss befindet sich eine dem hl. Kreuz geweihte Kapelle und eine 1934 im vierten Stock des Palas wiederentdeckte weitere Kapelle aus dem 14. Jahrhundert.

Siehe Hauptartikel: Kapellen der Burg Clam

Der Ahnensaal der Burg enthält Bilder der Familie, diverse Einrichtungsgegenstände, einen gotischen Hausaltar u.a.m. Vom Balkon des Ahnensaals direkt über dem Steilabfall zur Klamschlucht eröffnet sich ein Blick auf den gegenüberliegenden Burgstall. Zum Schloss gehören neben den Wohnräumlichkeiten der Familie u.a. eine Burgapotheke, eine Waffenkammer, ein umfangreiches Archiv und eine im 17. Jahrhundert angelegte Bibliothek.

Burgmuseum Clam[Bearbeiten]

Zu den zugänglichen Sehenswürdigkeiten der Burg zählen der dreistöckige Arkadenhof, die Waffenkammer mit Rüstzeug zur Verteidigung der Burg, die gotische, 1422 errichtete Burgkapelle, die Burgapotheke mit einem Medikamentenkasten aus dem Jahr 1603 und die Wohnräume der Grafen von Clam, darunter das Frühstückszimmer mit einer Porzellansammlung und mehrere prunkvoll möblierte Gästezimmer, die Herrschaftsküche, ein Musikzimmer und eine große gedeckte Festtafel im Landschaftszimmer.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Neben der eigentlichen Burganlage befindet sich eine zugehörige Burgbrauerei (stillgelegt) und ein Meierhof. Die Reithalle und der Reitplatz der Burg werden vom Reitverein Burg Clam betrieben. Seit 1990 finden im Brauereigarten und auf der Meierhofwiese jährlich die Clam-Konzerte mit international bekannten Musikern statt.

1923 ließ Heinrich Graf Clam-Martinic in der Klamschlucht ein Elektrizitätswerk errichten. Mit dem Strom wurden die Bewohner der Gemeinden Klam, Saxen, Baumgartenberg und Mitterkirchen im Machland versorgt. Georg Clam-Martinic ließ 1963 ein weiteres Elektrizitätswerk errichten, wobei dafür die Hammerschmiede abgerissen wurde und die Bergmayr-Mühle bzw. das Sägewerk den Betrieb einstellten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Clam Martinic: Burgen & Schlösser in Österreich. ISBN 3-85001-679-1 (formal falsche ISBN).
  • Josef Lettner: 600 Jahre Markt, 200 Jahre Pfarre Klam, Kleines Heimatbuch der Marktgemeinde Klam 1984, Marktgemeinde Klam (Herausgeber), Freistadt, 1984

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Clam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien