Burg Eketorp

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Burg Eketorp
Eingangstor
Innenhof

Die Burg Eketorp in der Stora Alvaret auf der schwedischen Insel Öland ist eine auf den Fundamenten einer älteren Anlage wiederaufgebaute Anlage, die als Fluchtburg genutzt worden sein soll. Michael Olausson betont, dass der umschlossene Raum nicht fortifikatorischen Zwecken diente, sondern mit Kultplätzen zu verbinden sei.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Burganlage in der unwirtlichen Gegend im Süden Ölands wurde am Beginn der Germanischen Eisenzeit (etwa 300 n. Chr.) errichtet, bis ins 13. Jahrhundert in drei Phasen um- und ausgebaut und zur Zeit der Christianisierung aufgegeben.[1]

Die Burg aus dem 4. Jahrhundert war eine runde Anlage mit einem Durchmesser von lediglich 57 Meter, von der im Wesentlichen die Ringmauer und eine radiale Innenbebauung gesichert sind. Im 5. Jahrhundert wurde sie abgerissen und um das alte Zentrum eine neue Ringmauer mit einem Durchmesser von 80 Meter errichtet. Es gab innerhalb dieser Ringmauer ungefähr 50 Zellen, die teils an der Innenseite der Mauer später auch im Zentrum standen (Bild).

Ende des 7. Jahrhunderts wurde diese zweite Anlage aufgegeben und blieb etwa 300 Jahre ungenutzt. Im 11. Jahrhundert wurde die Ringmauer wieder aufgebaut, die ehemals steinerne Innenbebauung jedoch durch Holzhäuser ersetzt. Dafür gab es einen zweiten äußeren Ringmauersektor, durch den, gegen den Uhrzeigersinn gerichtet, also militärisch unsinnig, der Zugang zur Anlage geregelt wurde. Die dreitorige Anlage wurde zu dieser Zeit auf einen Zugang beschränkt. Es gibt 15, vermutlich sogar weitere 18 solche Anlagen auf Öland[2].

Die Ringmauer und die mit Zinnen versehene Brustwehr wurden nach der Art der zweiten Siedlung wiederaufgebaut. Die Innenbebauung besteht aus Steinhäusern der zweiten und Holzhäusern der dritten Nutzungsphase. Im Museum innerhalb der rekonstruierten Häuser der Anlage wird eine Auswahl der 26.000[3] bei den Ausgrabungen gemachten Funde gezeigt.

Rekonstruktion[Bearbeiten]

Das große archäologische Rekonstruktionsprojekt der Ringburg begann unter dem Namen Eketorp Rediviva im Jahr 1978. Seine Initiatoren und Befürworter wie Bengt Edgren von der schwedischen nationalen Altertumsbehörde vertreten die Ansicht, auf diese Art könne das archäologische Erbe erlebbar gemacht werden, Kritiker sehen solche Vorhaben als ein Art Disneyland. Im Rahmen von Eketorp Rediviva sollten alle drei Phasen der Befestigungsanlage gezeigt werden, bis heute wurden allerdings nur die Arbeiten an Eketorp I und Eketorp II fertiggestellt. Das Rekonstruktionsvorhaben gilt als touristisch sehr erfolgreich, bleibt allerdings wissenschaftlich nicht unumstritten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kaj Borg (Hrsg.): Eketorp: Fortification and settlement on Öland, Sweden
    • Bd. 1: The monument, Almqvist & Wiksell, Stockholm 1976, ISBN 91-7402-003-X
    • Bd. 2: Ulf Näsman, Erik Wegraeus: The setting, Almqvist & Wiksell, Stockholm 1979, ISBN 91-7402-055-2
    • Bd. 3: Joachim Boessneck: Die Fauna, Almqvist & Wiksell, Stockholm 1979, ISBN 91-7402-081-1
    • Bd. 4: Eketorp-III: den medeltida befästningen på Öland. Artefakterna, Almqvist & Wiksell, Stockholm 1998, ISBN 91-7402-277-6
  • M. Olausson: Det inneslutna rummet – om kultiska hägnader, fornborgar och befästa gårdar i Uppland från 1300 f.Kr till Kristi födelse. Riksantikvarieämbetet Arkeologiska undersökningar Skrifter nr 9. Stockholm 1995
  • Bengt Edgren:Eketorp Rediviva - An Ongoing Scientific Discussion in: Museum international,Nr. 198, 1998, ISSN 0304-3002

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eketorp – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kaj Borg 1976, S. 9
  2. Kaj Borg 1976, S. 34
  3. http://www.kalmarlansmuseum.se/1/1.0.1.0/281/1/, abgerufen am 8. Januar 2011

56.29563888888916.48625Koordinaten: 56° 17′ 44″ N, 16° 29′ 11″ O