Burg Eltz

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Burg Eltz
Burg Eltz, Blick von Nordosten, August 2012

Burg Eltz, Blick von Nordosten, August 2012

Entstehungszeit: Beginn 12. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: vollständig erhalten
Ständische Stellung: Adel
Ort: Wierschem
Geographische Lage 50° 12′ 18″ N, 7° 20′ 12″ O50.2057.3366666666667320Koordinaten: 50° 12′ 18″ N, 7° 20′ 12″ O
Höhe: 320 m ü. NN
Burg Eltz (Rheinland-Pfalz)
Burg Eltz
Burg Eltz aus der Vogelperspektive

Die Burg Eltz ist eine Höhenburg aus dem 12. Jahrhundert im Tal der Elz, die das Maifeld von der Vordereifel trennt, südlich der Ortslage auf der Gemarkung der Ortsgemeinde Wierschem in Rheinland-Pfalz. Sie liegt auf 320 m ü. NN und ist eine der bekanntesten Burgen Deutschlands. Gemeinsam mit dem Schloss Bürresheim und der Burg Lissingen ist die Burg Eltz die einzige Anlage in der Eifel, die wegen der weitsichtigen Politik der Herren von Eltz niemals erobert oder verwüstet wurde. Dabei konnte sie den Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts sowie den gesellschaftlichen Umbrüchen der Französischen Revolution unversehrt trotzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung im Hochmittelalter[Bearbeiten]

Grundriss der Burg Eltz

Die Burg im Tal des Elzbaches (auch: Elz) wurde wahrscheinlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts an einem Handelsweg zwischen dem Moselland und dem fruchtbaren Maifeld erbaut. Der Name Eltz wird erstmals 1157 in einer Schenkungsurkunde Friedrichs I. Barbarossa erwähnt, in der „Rudolphus de Elze“ als Zeuge auftritt.[1][2] Der spätromanische Bergfried Platt-Eltz und Reste des romanischen Wohnhauses sind heute noch erhalten.

Die Burg wird auf drei Seiten von der Elz umflossen und ragt auf einem bis zu 70 Meter hohen, elliptischen Felskopf empor. Die Erbauer orientierten sich bei der Anlage an der Form der Felsformation. Dadurch entstanden die teilweise ungewöhnlichen Grundrisse der einzelnen Räume.

Zu einer ersten Stammesteilung der Herren von Eltz kam es noch vor 1268 unter den Brüdern Elias, Wilhelm und Theoderich, wobei die Burg und die dazugehörigen Güter unter den drei Brüdern aufgeteilt wurden.[2]

  • Eltz-Kempenich genannt Eltz vom goldenen Löwen
  • Eltz-Rübenach genannt Eltz vom silbernen Löwen
  • Eltz-Rodendorf genannt Eltz von den Büffelhörnern
Nordost-Ansicht

Die Namen der Hauptlinien stammen jeweils von den angeheirateten Gattinnen, die jeweils von der Burg Kempenich, aus Rübenach und Rodendorf (heute Château-Rouge, Departement Moselle, Lothringen) stammen. Alle Familien verblieben danach auf der Burg in einer Ganerbengemeinschaft; die Burg Eltz war fortan eine Ganerbenburg, auf der die Teilbauten der Burg die Namen der Teillinien tragen.

Der Familienzweig Eltz-Rodendorf war 1440 erloschen und der Besitzanteil an die beiden verbleibenden Hauptlinien übergegangen. Durch den Ankauf des Anteils des Freiherren von Eltz-Rübenach (silberner Löwe) gelangte die Stammburg 1815 in den Alleinbesitz der Hauptlinie der Grafen und Edlen von und zu Eltz, gen. Faust von Stromberg (Eltz-Kempenich; goldener Löwe).[2]

Verbindung zu Münstermaifeld[Bearbeiten]

Mit Münstermaifeld bestand über die Jahrhunderte hinweg eine Verbindung. Die Eltzer Herren waren über das ganze späte Mittelalter hinweg in der Verwaltung der Stadt tätig. In der ehemaligen Stiftskirche Münstermaifeld finden sich auch Eltzer Gräber, besonders kunstvoll die Epitaphien des Ehepaares Cuno von Eltz und Ella von Esch, zwei Reliefplatten aus Basalt. Auch das Marmorgrab des Nikolaus von Eltz und seiner Frau Maria von Hoort, sowie ein Marmordenkmal für deren Sohn Johann Wilhelm Antonius Bertramus Herr zu Eltz, seinerseits Domherr zu Trier, sind zu finden. Söhne derer von Eltz waren zu allen Jahrhunderten Kanoniker im Stift Münstermaifeld. Durch einen viele Jahrzehnte währenden Streit mit dem Papst wurde Lothar von Eltz, 1267 vom Kapitel zu Monster Meynfelt zum rechtmäßig gewählten Praepositus, bekannt. Einer der tatkräftigsten Stiftspröpste in Münstermaifeld war Elias von Eltz (1331–1347).

Konflikt mit Balduin von Trier[Bearbeiten]

Burg Eltz und Burg Trutzeltz

In den Jahren 1331–1336 kam es zu den einzigen schweren kriegerischen Auseinandersetzungen, die die Burg erlebte. Während der „Eltzer Fehde“ widersetzten sich die Eltzer Herren zusammen mit anderen freien Reichsrittern der Territorialpolitik des Erzbischofs und Kurfürsten Balduin von Trier. Zur Belagerung und einer möglichen Einnahme der Burg Eltz durch den Beschuss mit Katapulten ließ der Erzbischof des Bistums Trier auf einem Felsenvorsprung am Hang über der Burg die heute nur noch mit wenigen Ruinenmauern erhaltene Belagerungsburg Trutzeltz errichten. Jeglicher Burgzugang wurde vereitelt, so dass die Burg von allem Nachschub abgeschnitten war. Zwei Jahre konnten die Belagerten durchhalten, mussten dann aber aufgeben, als die Burgbesatzung von Hunger geschwächt war. Die freien Reichsritter mussten auf ihre Reichsfreiheit verzichten. Balduin ernannte Johann wieder zum Burggrafen, allerdings als sein Untertan und nicht mehr als freier Ritter.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Der Elzbach und die Burg Eltz

Auf die Heirat von Hans Adolf zu Eltz mit Katharine von Brandscheid zu Rodendorf im Jahre 1563 geht der Name Eltz-Rodendorf zurück. Außerdem erwarb er durch die Heirat die Herrschaft Rodendorf im Lothringer Amt Busendorf (heute: Bouzonville).

Zwischen 1490 und 1540 wurden auf der Burg Eltz die später so genannten Rodendorfer Häuser erbaut. Die Hoffront der Häuser öffnet sich mit einer auf drei Pfeilern ruhenden gewölbten Vorhalle. Neben der Vorhalle befindet sich ein in die Außenmauer eingelegtes Madonnenmosaik aus dem 19. Jahrhundert.

Der 1510 geborene Jakob III. von Eltz war einer der bedeutendsten Kurfürsten in der Geschichte des Erzbistums Trier. Jakob zu Eltz wurde nach seinem Studium am 15. September 1525 Domherr von Trier und am 13. Oktober 1547 Domdekan. Außerdem war er ab 1564 Rektor der Universität Trier. Schließlich wurde er 1567 in Koblenz zum Erzbischof gewählt.

1604 bis 1661 wurden die Kempenicher Häuser errichtet. Durch ihre architektonische Komposition und ihr schön gegliedertes Fachwerk runden sie den malerischen Gesamteindruck des Innenhofes ab. Unter dem mächtigen Treppenturm wurde ein Brunnen erbaut, der der Wasserversorgung der gesamten Burg diente.

Die Bauarbeiten wurden durch Hans Jakob zu Eltz und dessen Ehefrau Anna Elisabeth von Metzenhausen verstärkt betrieben und zu Ende gebracht.

Hans Jakob zu Eltz wurde am 15. Juli 1624 mit dem Amt des Trierer Erbmarschalls betraut. Ihm stand der Oberbefehl und die Führung der Trierer Ritterschaft zu.

In der Zeit von 1665 bis 1743 erreichten die Eltzer im Kurstaat Mainz ihren größten Einfluss. Der 1665 geborene Philipp Karl von Eltz trat 1686 in das deutsch-ungarische Kolleg in Rom ein. Nach dem Tod des Mainzer Kurfürsten wurde Philipp Karl zu dessen Nachfolger gewählt. Er war damit geistlicher Führer und mächtigster Kirchenfürst nördlich der Alpen.

Zeit vom Pfälzer Erbfolgekrieg bis zur französischen Herrschaft[Bearbeiten]

Im Pfälzer Erbfolgekrieg von 1688 bis 1689 wurde ein Großteil der rheinischen Burgen zerstört. Da Hans Anton zu Eltz-Üttingen ein ranghoher Offizier im französischen Heer war, konnte er die Burg Eltz vor der Zerstörung bewahren.

Graf Hugo Philipp zu Eltz wurde während der französischen Herrschaft am Rhein von 1794 bis 1815 als Emigrant behandelt. Seine Besitztümer am Rhein und in der Nähe von Trier wurden eingezogen. Die Burg Eltz und die dazugehörigen Güter waren der Kommandantur in Koblenz unterstellt.

Als sich später herausstellte, dass Graf Hugo Philipp nicht emigriert, sondern in Mainz geblieben war, kam er 1797 wieder zur Nutznießung seiner Güter und Renten. Er wurde 1815 durch den Kauf des Rübenacher Hauses und des Grundbesitzes der Freiherren von Eltz-Rübenach alleiniger Besitzer der Burg.

Burg Eltz um 1900

Restaurierung der Burg im 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert setzte sich Graf Karl zu Eltz sehr für die Restaurierung seiner Burg ein. In der Zeit von 1845 bis 1888 wurde die beträchtliche Summe von 184.000 Mark in die umfangreichen Bauarbeiten investiert. Dies entspricht nach heutiger Kaufkraft ca. acht Millionen Euro. Er ging dabei sehr behutsam vor und berücksichtigte die vorhandene Architektur.

Brand von 1920[Bearbeiten]

Ein Brand, der am 20. September 1920 im Südteil des Kempenicher Hauses ausbrach und auf weitere Gebäudeteile übergriff, zog umfassende Renovierungen und Wiederherstellungen nach sich. Zerstört worden waren insbesondere der Kapellenbau und das darüber gelegene Archiv, die Ausstattung des Kempenicher Hauses und der zehn oberen Räume des Rodendorfer Hauses. 1930 fanden die Wiederherstellungs- (Haus Kempenich) und Wiederaufbauarbeiten (Kapelle und Haus Rodendorf) zunächst ihren Abschluss.

Die Burg heute[Bearbeiten]

Burg Eltz, 2011

Seit mehr als 800 Jahren befindet sich die Burg im Besitz der gleichnamigen Familie. Ihr jetziger Eigentümer, Karl Graf und Edler Herr von und zu Eltz-Kempenich, genannt Faust von Stromberg, lebt in Frankfurt am Main und auf dem Eltzer Hof zu Eltville am Rhein. Er übernahm die Aufgabe, die Burg für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten, ihre Substanz zu sichern und sie an die 34. Generation weiterzureichen.

Umfangreiche Sicherung und Sanierung[Bearbeiten]

In den Jahren 2009 - 2012 fanden umfangreiche Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten statt. Unter anderem war das Gewölbe des Fahnensaals wegen der auseinanderweichenden Mauern gefährdet und der Vorbau des Kempenicher Hauses wurde statisch gesichert. Neben diesen statischen Reparaturen wurden fast alle Schieferdächer erneuert. In den Dachwerken wurden konstruktive Probleme behoben und Holzschädlinge bekämpft. Im Innenbereich wurden Heizungs- und Sanitäranlagen, Fenster und Brandmeldeanlage erneuert, weiterhin der historische Putz, die Fachwerkfassaden sowie eine Spindeltreppe restauriert. Die Sanierungskosten beliefen sich insgesamt auf rund 4,4 Millionen Euro. Gefördert wurden die Maßnahmen u.a. durch einen Zuschuss aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung mit zwei Millionen Euro. Das Land Rheinland-Pfalz, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Eigentümer stellten weitere Mittel zur Verfügung.[3] [4]

Besichtigung[Bearbeiten]

Schusswaffensammlung
Exponat in der Schatzkammer

Ein Teil der Burg kann in den Sommermonaten besichtigt werden. Führungen werden zwischen dem 1. April und dem 1. November täglich angeboten.

Die aus dem Familienbesitz aus verschiedenen Jahrhunderten zusammengetragene Einrichtung bietet sich in dem der Öffentlichkeit zugänglichen Bereich dem Besucher als Museum dar. Zu sehen sind z.B. im Rübenacher Haus eine im 19. Jahrhundert eingerichtete Waffensammlung, ein Salon sowie ein Schlafgemach mit Kapellenerker von 1531 und Himmelbett von 1520. Im Rodendorfer Haus durchläuft die Führung ein mit barockem und Rokoko-Mobiliar eingerichtetes Kaminzimmer, den so genannten Rittersaal, der ursprünglich als Verhandlungs- und Festsaal aller drei Familienstämme diente, ein Kinderzimmer mit einem der letzten noch erhaltenen, bemalten Renaissancebetten von 1525 sowie eine von ursprünglich drei Küchen. Das Kempenicher Haus ist von der Führung ausgeschlossen.

Zu den herausragenden Kunstschätzen der Innenräume gehören das Ölgemälde Madonna mit Kind und Weintraube von Lucas Cranach dem Älteren, mehrere Tafelbilder aus der Kölner sowie der Sächsischen Malerschule, ein Buchbild Liber Vitae (Michael Pacher oder seiner Schule zugeschrieben) und flämische Tapisserien aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Zu den Einrichtungsgegenständen im Geschmack des 19. Jahrhunderts zählen ein auffälliger Majolika-Kachelofen in leuchtenden Farben von 1881 (Nachbildung des Originals im germanischen Museum Nürnberg aus 1540) sowie reiche Sammlungen an chinesischem und Delfter Porzellan sowie Westerwälder Keramik.

Die Meisterwerke der Kunstsammlung mit über 500 Exponaten aus dem 12. bis zum 19. Jahrhundert sind in der Schatzkammer in den Kellergewölben des Rübenacher Hauses ausgestellt. Zu den Arbeiten der Augsburger Gold- und Silberschmiedekunst zählen eine 1,10 m hohe Statue des Brückenheiligen Johannes Nepomuk von Franz Christoph Mäderl (1752), Diana auf dem Hirsch (um 1600) sowie zahlreiche Prunkgefäße und sakrale Gegenstände. Es gibt eine Höchster Porzellansammlung, eine Uhrensammlung aus dem 16. bis 18. Jahrhundert sowie eine kleine Glassammlung. Darüber hinaus werden auch verschiedene Kuriositäten wie z. B. der Dukatenscheißer, das Ungeheuer und die Völlerei von der Trunksucht befördert gezeigt, die als Gefäße und Behälter dienten.

Kunstschätze aus kroatischem Familienbesitz[Bearbeiten]

Im Osten Kroatiens bei Vukovar befindet sich das im Kroatien-Krieg 1991 stark beschädigte Schloss Eltz, erbaut unter dem Mainzer Kurfürsten Philipp Karl von Eltz. Aus dem Familienbesitz blieben nur wenige Kunstschätze von der Enteignung 1945 ausgenommen, beispielsweise ein in der Schatzkammer auf Burg Eltz ausgestelltes Tafelservice aus der Porzellanmanufaktur Augarten.

Bildliche Rezeption[Bearbeiten]

Rückseite des 500-DM-Scheins
Briefmarke Burg Eltz

500-DM-Banknote[Bearbeiten]

Bei der dritten Banknotenserie der Deutschen Mark trug die 500-DM-Banknote auf der Rückseite eine Abbildung der Burg Eltz.

40-Pfennig-Briefmarke[Bearbeiten]

Am 16. Februar 1977 erschien eine 40-Pfennig-Briefmarke mit dem Motiv Burg Eltz in der von der Deutschen Bundespost und der Deutschen Bundespost Berlin aufgelegten Briefmarkenserie Burgen und Schlösser.

Beispielhaftes Verkehrszeichen[Bearbeiten]

Die Burg Eltz dient im Verkehrszeichenkatalog der StVO als Beispiel für das Verkehrszeichen Nr. 386 Touristischer Hinweis.

Denkmalschutz[Bearbeiten]

Die Burg Eltz ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz (DSchG) und in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen. Sie liegt in der Denkmalzone Burg Eltz.[6]

Des Weiteren ist die Burg Eltz ein geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention und mit dem blau-weißen Schutzzeichen gekennzeichnet.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Eltz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mittelrheinisches Urkundenbuch, Band 1; Nr. 599 und 567
  2. a b c "Adel verpflichtet – Eine adlige Familie im Wandel der Zeiten", Triangelis-Artikel Nr. 27 vom 8. Juli 2010. Abgerufen am 27. September 2012 (PDF; 168 kB).
  3. Pressemitteilung vom 12. September 2009 Land Rheinland-Pfalz
  4. Pressemitteilung vom 1. Juni 2012 BMVBS
  5. War der Bruder Emmerichs, der 1. Sohn Hugos war. Emmerichs einziger Sohn aus 2. Ehe verstarben jedoch zu früh.
  6. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Mayen-Koblenz (PDF; 1,7 MB), Koblenz 2013.