Burg Frankenstein (Pfalz)

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Burg Frankenstein
Blick von Osten auf die Burgruine

Blick von Osten auf die Burgruine

Entstehungszeit: um 1100 bis 1150
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Edelfreie
Ort: Frankenstein
Geographische Lage 49° 26′ 23″ N, 7° 58′ 33″ O49.4397222222227.9758333333333300Koordinaten: 49° 26′ 23″ N, 7° 58′ 33″ O
Höhe: 300 m ü. NN
Burg Frankenstein (Pfalz) (Rheinland-Pfalz)
Burg Frankenstein (Pfalz)

Die Burg Frankenstein ist die Ruine einer Spornburg auf einem 300 m ü. NN hohen Bergsporn oberhalb der Gemeinde Frankenstein in Rheinland-Pfalz. Ihren Namen erhielt sie von dem dort ansässigen edelfreien Geschlecht derer von Frankenstein.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Frankenstein wird mit dem Edelfreien Helenger von Frankenstein 1146 erstmals urkundlich erwähnt. Historiker gehen jedoch davon aus, dass die Gründung der Burg bereits früher stattfand, da einzelne Schriften von der Errichtung eines Turmes um 1100 berichten.

Besitzer dieses Bergfrieds war das Kloster Limburg, das die Sicherung der Straße nach Speyer, Dürkheim und Worms zu gewährleisten hatte. Das Kloster beauftragte 1205 die Grafen von Leiningen, bereits mit dem Amt des Schutzvogtes für das Klosters betraut, mit der Wahrnehmung dieser Aufgabe. Diese ließen die Anlage zu Beginn des 13. Jahrhunderts ausbauen und erweitern, wobei das enge Felsengelände dazu führte, dass die Burganlage stufenförmig gebaut werden musste.

Rekonstruierter Grundriss

In der Zeit von 1204 bis 1231 wurden die Ritter Marquard, Friedrich und Helenger von Frankenstein als Verwaltungs- und Burgmannen der Leininger Grafen in Urkunden genannt.

Um 1390 wurde Burg Frankenstein zu einer Ganerbenburg, indem das Kloster die Hälfte der Burganlage an die Herren von Einselthum verpfändete. Teile dieser Pfandschaft übernahmen 1414 (andere Quellen berichten von 1404) und 1416 die Grafen von Nassau-Saarbrücken und Leiningen-Hardenburg. Die drei Parteien einigten sich durch Losentscheid, wie die Bauteile der Burg als Einzelbesitz exakt aufgeteilt werden und welche Gebäude im gemeinschaftlichen Besitz verbleiben sollten.

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Burganlage bei Auseinandersetzungen zwischen dem Kurfürsten Friedrich I. von der Pfalz und dem Grafen Ludwig I. von Pfalz-Zweibrücken in Mitleidenschaft gezogen, war aber im Jahre 1504 zumindest teilweise noch bewohnbar.

Innenansicht der Palasaußenwand (2005)

Weitere Zerstörungen folgten vermutlich 1512, als der Graf von Nassau im Auftrag Kaiser Maximilians I. zwecks Vollzug der über Graf Emich VIII. von Leiningen-Hardenburg verhängten Reichsacht die Burganlage einnahm.

Während des Deutschen Bauernkrieges wurde die Burg 1525 erneut zerstört und galt ab 1560 als unbewohnbar. Bereits fünf Jahre zuvor war durch das Erlöschen der von Einselthum deren Anteil an die Herren von Wallbrunn übergegangen. Obwohl die Anlage nicht mehr zu Wohnzwecken diente, erfüllte sie aber durch ihre vorteilhafte Lage weiterhin militärische Zwecke.

Im Dreißigjährigen Krieg nahm der spanische Heerführer Ambrosio Spinola die Burg ein. Davon zeugen erhaltene Flugblätter, die den Verlauf der kriegerischen Ereignisse in der kurpfälzischen Region dokumentierten. Aufgrund der dortigen Darstellung ist davon auszugehen, dass die Eroberung der Anlage schon zu einem relativ frühen Zeitpunkt des Krieges, zum Beispiel im September oder Oktober 1620 stattgefunden hat. Bei der insgesamt 20 Mal wiedergegebenen Kartusche der Burg handelt es sich um ihre älteste bekannte Darstellung. Sehr wahrscheinlich fand eine kampflose Übergabe der unbeschädigten Gebäude statt. Die Spanier stationierten möglicherweise, wie üblich, eine kleine Besatzung in der Anlage, um ihren Tributforderungen Nachdruck zu verleihen. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde die Anlage dann stark beschädigt.

Während des Spanischen Erbfolgekrieges nutzen französische Truppen Burg Frankenstein als Unterkunft. Für die französischen Soldaten wurde 1703 in der Burgkapelle nachweisbar ein Gottesdienst abgehalten, was darauf schließen lässt, dass die Kapelle zu jener Zeit noch in einem brauchbaren Zustand gewesen sein muss.

1706 gelangte der nassauisch-saarbrückische Besitzanteil an Burg Frankenstein an die Kurpfalz.

Die während der französischen Revolutionskriege besetzten linksrheinischen Gebiete der Pfalz – und damit auch die Burg Frankenstein –, kamen als Resultat des Wiener Kongresses wieder in den Besitz des Königreichs Bayern, das in den Jahren 1883/84 und 1938/39 die Ruine sanieren sowie baulich sichern ließ.

Nachdem die Ruine Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz geworden war, nahm deren staatliche Burgen- und Schlösserverwaltung (heute: Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz) von 1971 bis 1974 sowie 1988/89 archäologische Untersuchungen, Restaurierungs- und Erhaltungsmaßnahmen vor, wobei Fundamente einer bislang unbekannten Schildmauer freigelegt wurden. Im Zuge der Arbeiten wurden unter anderem auch die beiden oberen Stockwerke des Saalbaus wieder aufgemauert und der Erker des Kapellenbaus rekonstruiert.

Beschreibung[Bearbeiten]

Innenansicht der Außenwand um 1930

Die heute erhaltene Ruine besteht größtenteils aus den Überresten des einst zur Unterburg gehörenden, dreiteiligen Palas aus dem 13. Jahrhundert, der überwiegend aus spätstaufischer bzw. frühgotischer Zeit stammt. Bauhistorisch wertvoll sind hier vor allem seine Lanzettfenster und die erhaltene, mehrgeschossige Kaminanlage seines Mittelteils.

Die Überreste der Oberburg sind über eine Felsentreppe zu erreichen. Sie bestehen vornehmlich aus der Ruine des von der ursprünglichen Wehranlage stammenden Wartturms aus dem 12. Jahrhundert.

Die Burg Frankenstein ist Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz und kann jederzeit unentgeltlich besichtigt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jochen Goetze, Werner Richner: Burgen in der Pfalz. 1. Auflage. Edition Braus, Heidelberg 1992, ISBN 3-921524-94-6.
  • Walter Herrmann: Auf rotem Fels. Braun, Karlsruhe 2004. ISBN 3-7650-8286-4.
  •  Jürgen Keddigkeit: Frankenstein. In: Jürgen Keddigkeit, Alexander Thon, Rolf Übel (Hrsg.): Pfälzisches Burgenlexikon. Bd. 2. F–H (= Beiträge zur pfälzischen Geschichte. Bd. 12.2). Kaiserslautern 2002, ISBN 3-927754-48-X, ISSN 0936-7640, S. 115–129. (online).
  • Landesamt für Denkmalpflege, Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz (Hrsg): Burg Frankenstein. Koblenz 2003 (= Staatliche Burgen, Schlösser und Altertümer in Rheinland-Pfalz, Heft 7).
  • Wolfgang Reininger: Wahrhaftige Abbildung derjenigen Städte Schlösser und Flecken welche Ambrosius Spinola in der Churpfalz am Rhein eingenommen im Jahr 1620 und 1621.
  • Alexander Thon (Hrsg.): „Wie Schwalben Nester an den Felsen geklebt …“ Burgen in der Nordpfalz. Schnell & Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1674-4, S. 54–59.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Frankenstein – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien