Burg Frauenberg (Ruschein)

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Burg Frauenberg
Burg Frauenberg von aussen

Burg Frauenberg von aussen

Alternativname(n): Frundsberg
Entstehungszeit: um 1200
Burgentyp: Hügelburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Ruschein
Geographische Lage 46° 47′ 2,8″ N, 9° 11′ 18,6″ O46.7841111111119.18851205Koordinaten: 46° 47′ 2,8″ N, 9° 11′ 18,6″ O; CH1903: 733613 / 182927
Höhe: 1'205 m
Burg Frauenberg (Ruschein) (Graubünden)
Burg Frauenberg (Ruschein)

Die Ruine der ehemaligen Burg Frauenberg liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Ruschein in der Surselva im schweizerischen Kanton Graubünden.

Die heute manchmal verwendete Bezeichnung “Frundsberg” geht auf eine Idee des Chronisten Campell (1510 - 1582) zurück, der in der Burg den Stammsitz des Landsknechtsführers Georg von Frundsberg sah. Diese Theorie gilt heute jedoch als nicht haltbar. Die Burg der Frundsberg lag in Mindelheim in Deutschland, Georg von Frundsberg selbst lebte in Südbayern.

Lage[Bearbeiten]

Die Ruine liegt auf dem Hügel Plontabuora südwestlich des Dorfes und ist vom Dorfzentrum aus in wenigen Minuten gut erreichbar.

Anlage[Bearbeiten]

Von der einstigen Burganlage sind die Reste eines Mauervierecks von circa 21 auf 16,5 Meter erhalten, die Mauerstärke beträgt gegen 1,5 Meter. Die Mauern sind in durchgehender Opus spicatum-Technik gebaut. Das Tor liegt in der nordwestlichen Mauer, die Gewändsteine sind ausgebrochen. Auf dem Plateau finden sich geringe Reste einer Umfassungsmauer. Eine genaue Datierung der Erbauung ist ohne Grabungen nicht möglich. Die Opus spicatum-Technik und die Torkonstruktion weisen auf eine Zeit um die Jahrhundertwende vom 12. zum 13. Jahrhundert hin. Denkbar ist weniger ein grosser überdachter Raum, sondern vielmehr im Innern an die Mauer angelehnte Wohnbauten; vergleichbar zur Anlage in der Burg Valendas.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Greif als Wappen der Freiherren von Wildenberg, Freiherren von Greifenstein und Frauenberger

Die Herren von Frauenberg waren wahrscheinlich ein Zweig der Freiherren von Sagogn, der sich um 1250 nach einer Erbteilung gebildet hatte. Die Burg war Stammsitz der Herren von Frauenberg, die 1257 erstmals bezeugt sind. Ihr erster urkundlich erwähnter Vertreter war Heinrich von Frauenberg, der von 1257 bis 1266 erwähnt wird. Wahrscheinlich war er identisch ist mit Heinrich von Sagogn. Neben Frauenberg besass die Familie die Burg Felsberg sowie Güter und Rechte in Luzein, Castrisch und Falera.

Heinrich von Frauenberg im Codex Manesse

In der Geschichte Rätiens spielten die Frauenberger eine wichtige Rolle und traten öfters als Zeugen auf. Der wichtigste Vertreter der Geschlechts war wohlHeinrich II, (belegt von 1284 bis 1305), der letzte männliche Frauenberg. Er schloss mit dem Churer Bischof und dem Abt von Disentis ein Bund mit Walliser Herren und verhandelte anstelle des abwesenden Bischofs. 1298 war er im Gefolge von König Adolf von Nassau und unterlag mit ihm in 1297 in der Schlacht bei Göllheim. Zudem war er auch als Minnesänger bekannt. 1290 verlegte er seinen Wohnsitz auf die Burg Gutenberg in Liechtenstein, wo er 1314 verstarb.

Heinrich II. blieb ohne männliche Nachfolger. Seine Töchter Katharina und Margareta heirateten nach Österreich und in die Familie der Werdenberger. Während Österreich Gutenberg zufiel, kam die Burg von Ruschein an die Werdenberger. Seit dem 15. Jahrhundert wurde die Burg teilweise abgetragen und die Steine für andere Bauten verwendet.

Urkundlich wird die Burg nur einmal erwähnt: in einem Urbar von Pfäfers um 1450 wird in Ruschein ein Acker genannt, der nebenzuo gen der vesti an die almain (Allmend) stösst.

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto P. Clavedetscher, Werner Meyer: Das Burgenbuch von Graubünden. Zürich/Schwäbisch Hall 1984

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Frauenberg (Ruschein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien