Burg Grafendahn

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Burg Grafendahn
Die Dahner Burgengruppe

Die Dahner Burgengruppe

Entstehungszeit: 1287
Burgentyp: Felsenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Bauweise: Buckelquader
Ort: Dahn
Geographische Lage 49° 9′ 1″ N, 7° 48′ 9″ O49.1502777777787.8025Koordinaten: 49° 9′ 1″ N, 7° 48′ 9″ O
Burg Grafendahn (Rheinland-Pfalz)
Burg Grafendahn
Blick von Tanstein über Grafendahn nach Altdahn
Entgegengesetzte Blickrichtung: Blick vom Turm der Burg Altdahn auf Grafendahn (Vordergrund) und Tanstein (hinten).
Burgfelsen der Burg Grafendahn von Osten, im Vordergrund das Burgmuseum.

Die Burg Grafendahn liegt im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, knapp 1 km östlich der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Dahn.

Lage[Bearbeiten]

Die Felsenburg gehört zur Dahner Burgengruppe, zu der noch die Burgen Altdahn und Tanstein zählen. Die drei Burgen wurden zwar nicht gleichzeitig, aber direkt nebeneinander auf einem Bergrücken errichtet. Eine ähnliche Form des Burgenbaus ist z. B. auch in den Vogesen im oberen Elsass bei den drei Burgen von Husseren zu finden.

Geschichte[Bearbeiten]

Grafendahn wurde 1287 durch Konrad von Mursel erbaut, der Lehnsmann der Bischöfe von Speyer und ein Enkel des Friedrich von Dahn (s. Altdahn) war. Die Burg war von Beginn an als Ganerbenburg konzipiert. Bereits 1288 gab es neben Konrad Mursel fünf weitere Ganerben, darunter auch die Grafen von Sponheim. Im Jahre 1339 erwarb Graf Johann II. von Sponheim von den verschiedenen Parteien (u. a. Wilhelm von Winstein, Konrad Mursels Schwiegersohn) sämtliche Anteile an der Anlage und wurde so zum alleinigen Eigentümer.

Nachdem die Burg noch 1425 stärker befestigt worden war, ging sie 1437, als das Geschlecht der Sponheimer mit dem Tod Johanns V. ausstarb, durch Erbvertrag in den Besitz der Markgrafen von Baden über. Doch die Befestigungen waren nicht stark genug, um einer Belagerung durch Kurfürst Friedrich den Siegreichen zu widerstehen; 1462 nahm er die Burg ein und zerstörte sie. Ein systematischer Neuaufbau erfolgte offenbar nicht. Im Jahr 1480 erhielt Hans von Trotha, der schon Lehnsnehmer der Burg Berwartstein war, vom Kurfürsten auch Grafendahn zum Lehen und machte es 1485 durch Kauf zu seinem Eigentum. Allerdings wurde die Burg bereits um 1500 als „unbewohnbar“ bezeichnet.

Bis 1637 war die ruinöse Burg dann im Besitz der Herren von Fleckenstein. 1642 wechselte sie ins Eigentum der Schenke von Waldenburg, wo sie rund 150 Jahre lang verblieb. 1793 fiel die Anlage zurück an das Bistum Speyer als Lehnsherr, das die Burg anschließend nicht mehr neu als Lehen vergab.

Anlage[Bearbeiten]

Die Burg Grafendahn befindet sich als kleinste der drei Burgen auf dem mittleren der fünf Burgfelsen. Die Bebauung der Oberburg erscheint heute durch moderne Brüstungsmauern etwas unklar. Im Westen der Oberburg befinden sich die markanten Reste einer Schildmauer, die gegen Burg Tanstein errichtet wurde. Teile sind noch in originaler Höhe erhalten. Sie wurde aus Buckelquadern erbaut. An die Schildmauer angelehnt befand sich ein kleiner Palas sowie weitere Wohngebäude.

Von der Unterburg, die sich auf zwei schmalen Felsterrassen befand, sind mehrere in den Sandsteinfelsen gehauene Kammern, Viehtränken und ein Brunnenschacht erhalten. In einem wiederaufgebauten Stallgebäude befindet sich seit 1987 das Burgmuseum.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stefan Grathoff: Die Dahner Burgen. Alt-Dahn – Grafendahn – Tanstein. Führungsheft 21. Edition Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland Pfalz. Schnell und Steiner, Regensburg 2003. ISBN 3-7954-1461-X.
  • Walter Herrmann: Auf rotem Fels. Ein Führer zu den schönsten Burgen der Pfalz und des elsässischen Wasgau. DRW-Verl. Weinbrenner, Braun, Karlsruhe 2004, ISBN 3-7650-8286-4.
  •  Peter Pohlit, Alexander Thon: Grafendahn. In: Jürgen Keddigkeit, Alexander Thon, Rolf Übel (Hrsg.): Pfälzisches Burgenlexikon. Bd. 2. F–H (= Beiträge zur pfälzischen Geschichte. Bd. 12.2). Kaiserslautern 2002, ISBN 3-927754-48-X, ISSN 0936-7640, S. 213–223.
  • Elena Rey: Burgenführer Pfalz. Superior, Kaiserslautern 2003, ISBN 3-936216-15-0.
  • Günter Stein: Burgen und Schlösser in der Pfalz. Ein Handbuch. Weidlich, Frankfurt 1976, ISBN 3-8035-8356-X.
  • Alexander Thon (Hrsg.): ...wie eine gebannte, unnahbare Zauberburg. Burgen in der Südpfalz. 2., verb. Aufl. Schnell + Steiner, Regensburg 2005, S. 18–25, ISBN 3-7954-1570-5.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dahner Burgengruppe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien