Burg Grillenburg

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Grillenburg
Kernburgruine der Grillenburg

Kernburgruine der Grillenburg

Entstehungszeit: um 1217
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: erhebliche Mauerreste, Halsgraben
Ständische Stellung: Ministeriale
Bauweise: Buckelquader, Ziegelmauerwerk
Ort: Grillenberg
Geographische Lage 51° 32′ 4,5″ N, 11° 18′ 50,8″ O51.53458333333311.314111111111312.5Koordinaten: 51° 32′ 4,5″ N, 11° 18′ 50,8″ O
Höhe: 312,5 m ü. NHN
Zwingerturm- und Schildmauerruine
Palasruine
Lageplan

Die Grillenburg im Harz ist eine Burganlage bei Grillenberg im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Sie ist die Ruine einer kleinen Ministerialenburg.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Grillenburg befindet sich im Unterharz im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt oberhalb von Grillenberg, einem an der Gonna und Landesstraße 230 gelegenen Ortsteil von Sangerhausen. Sie liegt etwa 350 m nordöstlich der Dorfkirche auf einem 312,5 m ü. NHN[1] hohen Berg, der innerhalb des Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz Teil des Naturschutzgebiets Gipskarstlandschaft Pölsfeld ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Grillenberg wurde bereits 880/890 im Hersfelder Zehntverzeichnis genannt. Eine Burg wird es damals aber noch nicht gegeben haben. Die ist erst anzunehmen, als 1217 ein Tidericus de Grellenberch als Lehnsmann des Erzstiftes Magdeburg genannt wird; möglicherweise wurde die Burg um 1200[2] erbaut. Die aus großformatigen Buckelquadern entstandenen unteren Mauerteile der Burgruine sind sicher noch der ursprünglichen romanischen Befestigungsanlage zuzuordnen. 1286 sind Burgmannen aus den Familien Muser und von Morungen nachgewiesen. Eine Erwähnung stammt von 1311[2].

1347 erwarb der Markgraf von Meißen, Friedrich der Ernsthafte, die Herrschaft vom Herzog von Braunschweig zurück, in dessen Hände sie mit der Markgrafschaft Landsberg gelangt war. Während der Halberstädter Bischofsfehde, die Bischof Albrecht II. von Braunschweig (1325–1358) gegen die Herrschaftsträger im Harzraum, hauptsächlich gegen die Grafen von Regenstein, führte, war die Burg umkämpft. Sie wurde von den Grafen von Mansfeld 1362 erobert. Möglicherweise entstand bei dieser Gelegenheit eine etwa 100 m östlich von der Burg gelegene Schanze als Gegenbefestigung.

Die in der Bausubstanz erkennbare, durch Ziegelmauerwerk geprägte zweite Ausbaustufe wird in der Literatur in das 14. Jahrhundert eingeordnet.

1366 war Herzog Magnus von Braunschweig Besitzer der Burg. Er übte von hier aus Patronatsrechte über das Kloster Sittichenbach aus. 1485 gehörte die Burg wiederum dem Kurfürsten von Sachsen, Ernst von Sachsen. Von denen gelangten sie in die Hände der Grafen von Mansfeld.

Mindestens seit 1486 saßen die Herren von Morungen als Lehnsleute auf der Burg. 1547[2] fiel mit dem Tod Georgs von Morungen die Herrschaft als erledigtes Lehen an das sächsische Amt Sangerhausen und die Burg war zerstört. Der Zeitpunkt der endgültigen Aufgabe ist unbekannt. Seit Anfang des 17. Jahrhunderts[2] gilt sie als verfallen.

Anlage[Bearbeiten]

Von der Grillenburg mit einst rund 200 m Gesamtlänge und etwa 70 m Breite sind noch Ruinen von Kernburg, Schildmauer und Zwinger sowie Wälle des Halsgrabens vorhanden.

Aussichtsmöglichkeit und Wandern[Bearbeiten]

Von der Grillenburg fällt der Blick hinab auf das Dorf Grillenberg. Die Ruine ist als Nr. 208[3] in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  2. a b c d Grillenburg auf alleburgen.de
  3. Harzer Wandernadel: Stempelstelle 208 – Burgruine Grillenburg auf harzer-wandernadel.de

Literatur[Bearbeiten]

  • Berent Schwineköper: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands – Provinz Sachsen Anhalt, Verlag Alfred Kröner, Stuttgart, Auflage 2/1987, ISBN 3520314029
  • Friedrich Stolberg: Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit. Verlag Lax, Hildesheim 1983
  • Georg Dehio: Handbuch der Kunstdenkmäler. Der Bezirk Halle. Akademie-Verlag, Berlin 1976
  • Hermann Wäscher: Feudalburgen in den Bezirken Halle und Magdeburg. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1962
  • Paul Grimm: Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg. Akademie-Verlag, Berlin 1958

Weblinks[Bearbeiten]