Burg Hohensolms

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Burg Hohensolms
Ruine im Westteil der Kernburg (2008)

Ruine im Westteil der Kernburg (2008)

Alternativname(n): Burg Neu-Hohensolms
Entstehungszeit: 1350
Burgentyp: Höhenburg in Spornlage
Erhaltungszustand: Teilweise erhalten
Ständische Stellung: Grafen, ab 1792 Fürsten
Ort: Hohenahr-Hohensolms
Geographische Lage 50° 39′ 16,9″ N, 8° 30′ 51,1″ O50.65478.5142440Koordinaten: 50° 39′ 16,9″ N, 8° 30′ 51,1″ O
Höhe: 440 m ü. NHN
Burg Hohensolms (Hessen)
Burg Hohensolms
Burg Hohensolms um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Die Burg Hohensolms, auch Neu-Hohensolms genannt, ist eine Höhenburg auf dem sogenannten „Ramsberg“ rund 440 m ü. NN in dem gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Hohenahr im Lahn-Dill-Kreis in Hessen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg wurde um 1350 durch die Grafen von Solms erbaut. Sie ersetzte die 1349 durch die Reichsstadt Wetzlar zerstörte Burg Alt-Hohensolms, die rund 2 Kilometer weiter südlich auf dem Altenberg lag.

In den Auseinandersetzungen mit der Reichsstadt Wetzlar wurde Neu-Hohensolms 1356 und 1363 teilweise zerstört.

Mit dem Tode des Grafen Johann III. von Solms – Burgsolms (1405–1415) starb diese Linie der Grafen von Solms aus. Burg und Herrschaft kamen an den Grafen Bernhard II. von Solms-Braunfels (1409–1459). Durch eine erneute Teilung im Jahre 1420 kamen Burg und Herrschaft an die Herren von Solms – Lich.

Die Baugeschichte lässt sich mangels schriftlicher Nachrichten nur bruchstückhaft nachvollziehen. Vermutlich war es Graf Philipp zu Solms-Lich (1468–1544), der die Burg Anfang des 16. Jahrhunderts schlossartig ausbauen ließ. In dieser Zeit entstand auch der größte Teil des heutigen Hauptgebäudes.

1579 teilten sich die Grafen von Solms – Lich in die Linien Lich, Hohensolms und Butzbach. Die Anlage wurde Residenz der Grafen von Solms – Hohensolms. Mit dem Erlöschen der Linie Solms – Hohensolms im Jahre 1600 kam die Anlage zu gleichen Teilen an Solms – Lich und Solms – Butzbach.

Die Butzbacher Linie des Grafenhauses verlegte 1629 ihre Residenz auf die Burg und nannte sich fortan nach dieser Solms - Hohensolms. Während sie ihren Teil der Anlage pflegten und unterhielten, ließen die Grafen von Solms – Lich ihren Teil verfallen. Dabei verschwand im Laufe des 18. Jahrhunderts mit den Gebäuden im nordwestlichen Burghof auch der hohe Bergfried.

Am Ende des 17. Jahrhunderts unterhielt Graf Ludwig von Solms - Hohensolms (1646-1707) in einem Teil der Burg eine Münzstätte.

1718 starb die Linie Solms - Lich aus und wurde mit Solms - Hohensolms vereinigt. Dadurch entstand die Linie Solms-Hohensolms-Lich.

Die mittlerweile schlossartig ausgebaute Burg diente der gräflichen Familie noch bis in die 1760er Jahre als Residenz. Danach verlegte Graf Carl Christian von Solms – Hohensolms - Lich (1725–1803) seinen Wohnsitz nach Lich. In der Folge wurde die Anlage nur noch unregelmäßig als Witwensitz bzw. Sommersitz genutzt.

Von 1924 bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1936 übernahm die Christdeutsche Jugend die Anlage als Bundesheim. Von 1943–1946 waren in den Gebäuden Flüchtlinge und Bombenevakuierte untergebracht. Seit 1952 unterhält die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau verschiedene Einrichtungen – überwiegend zur Jugendarbeit – in der Anlage (auch wenn kurioserweise die Burg auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland liegt).

Literatur[Bearbeiten]

  • Timo Zimmermann: Hohensolms. Tal, Stadt, Gemeinde und Ortsteil. Ein mittelhessisches Dorf im Wandel der Jahrhunderte. Hohensolms 2000.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen: 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Aufl. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 289.
  • Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990, S. 188., ISBN 3-89214-017-0
  • Handbuch der historischen Stätten, Band IV, ISBN 3-520-27403-5

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Hohensolms – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien