Burg Hohnstein (Sächsische Schweiz)

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Burg Hohnstein
Burg Hohnstein

Burg Hohnstein

Entstehungszeit: um 1200
Burgentyp: Höhenburg, Felsenburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ständische Stellung: Adel
Ort: Hohnstein
Geographische Lage 50° 58′ 47″ N, 14° 6′ 34″ O50.97972222222214.109444444444Koordinaten: 50° 58′ 47″ N, 14° 6′ 34″ O
Burg Hohnstein (Sächsische Schweiz) (Sachsen)
Burg Hohnstein (Sächsische Schweiz)

Die Burg Hohnstein befindet sich im gleichnamigen Ort Hohnstein in der Sächsischen Schweiz im Freistaat Sachsen. Von den ehemals zahlreichen rechtselbischen Burgen in der Sächsischen Schweiz ist Hohnstein die einzige erhaltene.

Lage[Bearbeiten]

Die auf einem Sandsteinfelsen über dem Polenztal thronende Felsenburg ist das Wahrzeichen der Kleinstadt. Sie liegt auf einer harten Sandsteinplatte 140 m über dem Polenztal. Der Zugang zur Burg ist nur über den Marktplatz von Hohnstein möglich.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg Hohnstein wurde vermutlich um 1200 oder früher als böhmische Grenzfeste zur Markgrafschaft Meißen, und somit gegen Sachsen errichtet. 1353 kam die Burg in den Besitz des böhmischen Adligen Hinko Berka von Dubá, dessen Wappen mit gekreuzten Eichenästen den Durchgang zum zweiten Hof ziert. 1443 verloren die Berka von Dubá das Anwesen durch Tausch- und Kaufgeschäfte, nun erstmals unter ihrem Namen erwähnt, an Kursachsen unter Friedrich dem Sanftmütigen, es blieb aber bis 1806 böhmisches Lehen. Die Wettiner gingen von hier aus auf die Jagd und zum Lachsstechen.

In den folgenden Jahrhunderten diente die Burg wechselnd als Verwaltungssitz (kurfürstliches Amt) sowie Gerichtsstand und Gefängnis. Die ursprünglich aus Holz errichteten Anlagen wurden im 17. und 18. Jahrhundert allmählich durch die heutigen Steinbauten ersetzt und widerstanden 1639 sogar erfolgreich einer schwedischen Belagerung.

Die Burg diente nach Auflösung des Amtssitzes 1861 unter anderem als „Männerkorrektionsanstalt“, ab 1919 als Jugendgefängnis.

1925 wurde die mächtige Burg Jugendherberge (Jugendburg) und galt als die schönste und größte Jugendherberge Deutschlands (etwa 1.000 Schlafplätze). Nach dem Ort und der Burg Hohnstein ist auch die Puppenbühne Hohnsteiner Kasper benannt, die 1928 in der Burg erste Aufführungen veranstaltete.

In den Jahren 1933/34 wurde ein Konzentrationslager für sogenannte „Schutzhäftlinge“ (etwa 5.600 politische Gefangene) eingerichtet.[1] Im Zweiten Weltkrieg war ein Kriegsgefangenenlager in der Burg untergebracht, nach dem Krieg war sie Zuflucht für Flüchtlinge. Ab 1949 wurde sie zur größten Jugendherberge der DDR ausgebaut und 1951 der Ehrenname Ernst Thälmann verliehen; am Ende der SED-Herrschaft war hier ein Internierungslager für 890 politische Gegner geplant. 1953 wurde hier auch das Naturwissenschaftliche Nationalmuseum für Geologie, Botanik, Zoologie, Ökologie der Landschaft eingerichtet. 1997 wurde die Burg zum Naturfreundehaus und Jugendgästehaus umgewandelt, zu dem das Museum heute gehört.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lothar Gruchmann: Justiz im Dritten Reich. 3. verb. Aufl. München 2001, ISBN 3-486-53833-0, S. 369-374

Literatur[Bearbeiten]

  • A. Bergmann: Hohnstein. in: Alfred Meiche: Burgen und vorgeschichtliche Wohnstätten der sächsischen Schweiz. Dresden 1907, S. 236-259
  • Matthias Donath: Schlösser in der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge. edition Sächsische Zeitung, Meißen 2006
  • Winfried Pätzold: Burg Hohnstein. Reihe "Der historische Ort" Nr. 51, Berlin 1999
  • Manfred Schober: Die ehemalige St.-Anna-Kapelle auf der Burg Hohnstein. in: Mitteilungsheft des Arbeitskreises Sächsische Schweiz im Landesverband Sächsischer Heimatschutz, Band 3, Pirna 2006, S. 17-23
  • Gebiet Königstein, Sächsische Schweiz (= Werte der deutschen Heimat. Band 1). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1957.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Hohnstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien