Burg Kerpen (Saarland)

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Burg Kerpen
Burgturm der Burg Kerpen

Burgturm der Burg Kerpen

Entstehungszeit: vor 1359
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ständische Stellung: Reichsritterschaft
Ort: Illingen (Saar)
Geographische Lage 49° 22′ 38″ N, 7° 3′ 23″ O49.3772222222227.0563888888889Koordinaten: 49° 22′ 38″ N, 7° 3′ 23″ O
Burg Kerpen (Saarland) (Saarland)
Burg Kerpen (Saarland)

Die Burg Kerpen liegt mitten im Ort Illingen (Saar) im Talgrund des Flusses Ill. Sie ist nur noch zu Teilen erhalten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Illingen ist erstmals 983 erwähnt. Die Entstehung der Wasserburg Kerpen liegt jedoch etwas im Dunkeln. Im Jahre 1359 ist die Burg erstmals urkundlich belegt. Dietrich V. von Kerpen erklärt in dieser Urkunde, die Burg zu „Ildingen“ sei alter Besitz der Grafen von Saarwerden, von denen er die Burg zu Lehen habe. Es muss aber davon ausgegangen werden, dass die Burg schon früher erbaut wurde. Sein Vater, Dietrich IV. von Kerpen gelangte durch die Heirat mit Geneta von Warsberg ins Saarland. Der Stammsitz derer von Kerpen befand sich auf der gleichnamigen Burg nördlich von Daun in der Eifel. Geneta war in erster Ehe mit Arnold von Sierck verheiratet. Daher ist anzunehmen, dass die Burg bereits zu jener Zeit bestand. Im 16. Jahrhundert wechselte die Lehenshoheit der Burg zu den Grafen von Saarbrücken. Um 1620 erreichte die Burg durch den Bau einer Vorburg den höchsten Stand ihres Ausbaus. Nach dem Ende des dreißigjährigen Krieges, in dessen Verlauf die Burg zerstört wurde, ließ Johann Daniel von Kerpen die Anlage wiedererrichten. 1677 wurden die Burg und der Ort Illingen von französischen Truppen in Brand gesetzt. Nach dem Verkauf der Burg 1830 verfiel die Anlage rasch, da sie der Umgebung als Steinbruch diente. Danach erwarb die Gemeinde Illingen den Komplex und leitete erste Sanierungsmaßnahmen ein.

Die Herrschaft derer von Kerpen (Herrschaft Illingen) umfasste im späten 18. Jahrhundert die Ortschaften Illingen, Gennweiler, Merchweiler, Göttelborn, Wemmetsweiler, Lixingen und Ruhlingen.[1]

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Heute wird die Anlage als Freizeitraum genutzt. Im Juli findet das Burg- und Weiherfest statt, Konzerte und Veranstaltungen zahlreicher Illinger Vereine werden hier durchgeführt.

Anlage[Bearbeiten]

Von der Hauptburg stehen nur Teile der Umfassungsmauern sowie zwei Türme. Die Anlage umschloss einen Hof von etwa 20 × 25 Metern. An der Südwestecke steht das Füllmaterial eines quadratischen Turmes an, welcher wohl den Kern der einstigen Burgbefestigung ausmachte. Nur an dieser Stelle überhöhte das angrenzende Gelände die Burganlage. Der Turm im Südosten der Burg wurde 1951 instand gesetzt, ebenso wie die Burgkapelle und der kleine Festsaal. Von der Vorburg erhalten ist die Tordurchfahrt, die 1605 errichtet wurde. Eigentümer der frei zugänglichen Anlage ist die Gemeinde Illingen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Conrad, Stefan Flesch (Hrsg.): Burgen und Schlösser an der Saar. 2. Auflage. Minerva-Verlag Thinnes & Nolte, Saarbrücken 1988, ISBN 3-477-00078-1.
  • Carsten Geimer: Die Burg der Herren von Kerpen in Illingen. In: Hans-Joachim Kühn (Hrsg.): Beiträge zum 1. Saarländischen Burgensymposion. Edition Octopus, Saarbrücken 2009, S. 84–93, online (PDF; 4,2 MB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Illingen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn, Hermann Behrend, 1898, S. 541, 563