Burg Krempelstein

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Burg Krempelstein
Burg Krempelstein

Burg Krempelstein

Alternativname(n): Krämpelstein, Schneiderburg, Schneiderschlössl
Entstehungszeit: 1337
Burgentyp: Felsenburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ständische Stellung: Ministeriale
Ort: Esternberg
Geographische Lage 48° 33′ 45″ N, 13° 35′ 10″ O48.562513.586111111111Koordinaten: 48° 33′ 45″ N, 13° 35′ 10″ O
Burg Krempelstein (Oberösterreich)
Burg Krempelstein

Die Burg Krempelstein, auch Krämpelstein, Schneiderburg oder Schneiderschlössl genannt, ist eine an der Donau liegende Burg im Ortsteil Pyrawang der Gemeinde Esternberg in Oberösterreich.

Lage[Bearbeiten]

Die Burg liegt auf einem Felsvorsprung hoch über der rechten Seite der Donau.

Wappen at esternberg.png Die Namen Schneiderburg bzw. Schneiderschlössl gehen auf die Sage über einen Schneider zurück, der angeblich mit seiner Ziege in der Burg lebte und beim Versuch, die tote Ziege in der Donau zu bestatten, mit ihr in den Tod stürzte. [1] August Graf von Platen und Johann Nepomuk Vogl schrieben hierüber Gedichte.

Auch das Wappen der Gemeinde Esternberg ist davon hergeleitet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg, die erstmals 1337 erwähnt wird, unterstand ab 1370 Ministerialen des Bischofs von Passau und kam 1782 mit dem Innviertel zu Österreich. Die Burg diente als Mautstation und später als Ruhesitz der Passauer Bischöfe. Als Burghüter wechselten sich Jans Thymayer (1370-1380), die Raspen (1406-1421) und Ulrich Kastenmayer (1421-1424) ab. Als Pfleger werden Hans Zenger (1424), Heinrich Hevraus (1473), Georg Perneck (1495) und Burghart von Messenbeck (1505-1510) genannt. Ab 1601 wurde Krämpelstein von Burg Vichtenstein aus verwaltet. Das bemerkenswerteste Ereignis ist der zwangsweise Aufenthalt des Prälaten und Passauer Dompropstes Rupert von Moosheim, der hier wegen seiner reformatorischen Ansichten als Ketzer festgehalten wurde und nach fünfjähriger Gefangenschaft 1545 starb. Lange Zeit vernachlässigt, erwarben sie 1865 die Grafen von Pachta. 1937 pachtete sie Eduard Munninger, baute sie 1938 bis 1942 aus und richtete darin eine Pension und Künstlerherberge ein. Bis 1965 trafen sich hier Rosenkreuzer. Nach einem Brand 1984 wurde die Burg renoviert. Heute ist sie für Touristen und Einheimische nicht mehr zugänglich. Die Burg befindet sich in Privatbesitz.

Anlage[Bearbeiten]

Es wird vermutet, dass sich an der Stelle der Burg früher ein römischer Wachposten befand, auf dessen Grundmauern der Turm aufgebaut ist. Funde von römischen Münzen aus der Zeit zwischen 284 bis 306 nach Christus (Diokletian und Maximilianus) von 1845 scheinen dies zu bestätigen. [2] Das im 14. Jahrhundert erbaute Gebäude besteht aus einem Wohnturm mit angebautem Palas. Der Turm hat eine Grundfläche von 9,5 x 11 Meter, der Anbau misst 15 x 15 Meter. Der Palas wurde später als der Turm erbaut, was durch den im ersten Stock des Palas in den Turm führenden Eingang erkennbar ist. An der rechten Seite des Palas befindet sich ein (heute modernisierter) Abtritterker. Oberhalb des Einganges ist eine kleine Kapelle der Burg. An der Unterseite des Turmes sind Kragsteine zu erkennen, d. h. der Turm konnte im Kriegsfall durch einen hölzernen Wehrgang verteidigungsfähig gemacht werden. Auch das Dach war früher entfernbar. Die ursprünglich vorhandenen Schutzmauern sind nicht mehr vorhanden, zogen sich aber vom Turm bis zur aufragenden Felswand. Der Platz vor dem Turm ist aufgeschüttet, darunter scheinen sich Stallgewölbungen zu befinden, wie durch die Lichtschlitze in der Wand erkennbar ist.

Fährt man auf der Straße am Donauufer von Passau in Richtung Engelhartszell, dann zweigt etwa 1 km vor Pyrawang rechts eine kleine Straße bergaufwärts ab, die dann in einen Forstweg endet, der wieder Richtung Passau führt. Folgt man diesem Weg, so stößt man auf die Burg. An sich ist diese auch mit dem Auto erreichbar, doch ist das nicht gewünscht.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Sage vom Schneiderschlössl [1]
  2. Esternberg regional [2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Krempelstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien