Burg Kumamoto

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Kumamoto-jō
Burg von Kumamoto

Burg von Kumamoto

Alternativname(n): Ginkgo-Burg
Entstehungszeit: 1601–1607
Burgentyp: Hirayamajiro (Hügelburg)
Erhaltungszustand: teilweise erhalten
Ort: Kumamoto
Geographische Lage 32° 48′ 21,8″ N, 130° 42′ 21,5″ O32.806055555556130.70597222222Koordinaten: 32° 48′ 21,8″ N, 130° 42′ 21,5″ O
Burg Kumamoto (Japan)
Burg Kumamoto
Burg Kumamoto

Die Burg Kumamoto (jap. 熊本城 Kumamoto-jō) befindet sich in der Stadt Kumamoto in Japan und wurde zu Beginn der Edo-Zeit unter Katō Kiyomasa (加藤清正) von 1601 bis 1607 errichtet. Sie zählt neben der Burg Matsumoto und der Burg Himeji zu den Nihon sanmeijō (日本三名城, dt. „drei bedeutsamen Burgen Japans“) und trägt den Beinamen (銀杏城 ginnan-jō, dt. „Ginkgo-Burg“), da der Legende nach Katō Kiyomasa beim Bau der Burg eigenhändig einen Ginkgobaum gepflanzt haben soll. Der große Ginkgobaum der Burg trägt trotz der während der Satsuma-Rebellion erlittenen Verbrennungen wieder Früchte und ist über 400 Jahre alt.[1]

Bau[Bearbeiten]

Der tenshu (Donjon) ist eine aus Stahlbeton erstellte Rekonstruktion aus dem Jahre 1960, aber viele Nebengebäude sind im Originalzustand erhalten geblieben. Im Jahr 2010 wurde als letztes Gebäude der ehemaligen Burg der Honmaru-goten-Palast in traditioneller Holzbauweise wiederhergestellt. Die Burg hatte in ihrer Hochzeit 49 Türme sowie 18 große und 29 kleine Tore. Die Gesamtfläche betrug 980.000 Quadratmeter bei einem Umfang von 5,3 km. Der tenshu ist 30,3 m hoch. Eine Besonderheit sind die steilen Steinmauern, die (武者返し mushagaeshi, dt. „Kriegerabwehr“) oder auch Rattenabwehr genannt werden, da es selbst einer Ratte unmöglich sei, die Mauern zu erklimmen. Die Burg zählt zum Typ der hirayama-jiro (平山城, dt. „Höhenburg in der Ebene“).

Uto-yagura[Bearbeiten]

Uto-yagura

Der Uto-yagura (宇土櫓) befindet sich nord-östlich des tenshu und ist ein 5-stöckiges Gebäude in Holzbauweise mit drei Dachgiebeln, errichtet auf einer 20 m hohen Steinmauer. Die Höhe über dem Sockel beträgt 19 m. Bis in die ersten Jahre der Meji-Zeit gab es insgesamt fünf yagura in fünfstöckiger Bauweise. Der uto-yagura ist als einziges mehrstöckiges Gebäude im Originalzustand erhalten geblieben und wurde zu einem wichtigen nationalen Kulturgut ernannt.

Kulturdenkmal[Bearbeiten]

Die Burg ist eine bedeutende Burgruine und dreizehn noch im Originalzustand erhaltenen Gebäudeteile wurden 1993 zu wichtigen nationalen Kulturgütern ernannt[2]:

  1. Uto-yagura (宇土櫓)
  2. Gennonshin-yagura (源之進櫓)
  3. Yonken-yagura(四間櫓)
  4. Jūyonken-yagura (十四間櫓)
  5. Shichiken-yagura (七間櫓)
  6. Tago-yagura (田子櫓)
  7. Higashijūhachiken-yagura (東十八間櫓)
  8. Kitajūhachiken-yagura (北十八間櫓)
  9. Goken-yagura (五間櫓)
  10. Fukai-mon (不開門)
  11. Hira-yagura (平櫓)
  12. Kenmotsu-yagura (監物櫓)
  13. Nagabei (長塀)

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Auf der Ostseite des Hügels Chasuyama (茶臼山), auf dem die Burg heute steht, gab es bereits eine Befestigung namens Chiba-jō (千葉城), die dem Kikuchi-Klan unter Ideta Hidenobu als Sitz diente. Die ältesten Aufzeichnungen dieser Befestigung datieren aus dem Zeitraum 1467 bis 1469.

Im Jahr 1496 ließ Kanokogi Chikakazu an dem südwestlichen Fuß des Hügels die Burg Kumamoto (alte japanische Schreibweise 隈本城) errichten. Die genaue Lage und Größe ist nicht bekannt, sie wird in dem Bereich, der heute als alte Burg bekannt ist, vermutet. Nach Kämpfen unter den verschiedenen Clans in Kyushu kam die Burg 1550 unter die Herrschaft des Ōtomo-Klans.

Nach der Befriedung Kyūshūs durch Toyotomi Hideyoshi im Jahr 1587 wurde Sassa Narimasa das Lehen Higo erteilt, der allerdings infolge des Higo-Volksaufstandes (肥後国人一揆) ums Leben kam. Ein halbes Jahr später wurde das Lehen aufgeteilt und neu vergeben. Die nördliche Hälfte wurde Katō Kiyomasa zugesprochen, der die Burg Kumamoto zu seiner Residenz bestimmte. Die südliche Hälfte ging an Konishi Yukinaga.[3]

Bereits 1632 erhielt der Hosokawa-Klan das Lehen mit der Burg und regierte dort elf Generationen lang bis zur Meji-Zeit.

Während der Satsuma-Rebellion 1877 kam es am 21. Februar zu kleineren Scharmützeln an den äußeren Befestigungsanlagen, bevor am darauffolgenden Tag der Großangriff auf die Burg begann. Weder am 22. Februar noch in den darauffolgenden Tagen gelang es den Angreifern, die Burg einzunehmen. Die Kämpfe wurden intensiv geführt, vor allem im Westen, in dessen Folge auch der Schrein Fujisaki Hachiman-gū (藤崎八旛宮) niedergebrannt wurde. Der heftige Widerstand gab den kaiserlichen Truppen Zeit, Verstärkung heranzuführen. So ging am 19. März bei Yatsushiro unter Kuroda Kiyotaka ein kaiserliches Entsatzheer an Land, dass die Satsuma-Truppen nun von Süden aus angriff. Am 14. April endete die Belagerung der Burg nach 52 Tagen mit dem Einzug der kaiserlichen Truppen in der uneingenommenen Burg. Saigō Takamori soll nach der Niederlage gesagt haben, „er habe nicht gegen die kaiserliche Armee, sondern gegen Katō Kiyomasa verloren.“[4]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Alte Fotografien[Bearbeiten]

Die Burg heute[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.manyou-kumamoto.jp/contents.cfm?id=413
  2. http://kunishitei.bunka.go.jp/bsys/buildinglist.asp
  3. http://www.manyou-kumamoto.jp/contents.cfm?id=447
  4. http://www.manyou-kumamoto.jp/contents.cfm?id=463

Weblinks[Bearbeiten]