Burg Peperburg

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Ruine Peperburg
Modell der Peperburg (Museum der Stadt Lennestadt)

Modell der Peperburg (Museum der Stadt Lennestadt)

Alternativname(n): Burg Gevore
Entstehungszeit: 12./13. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Bauweise: Bruchstein
Ort: Lennestadt-Grevenbrück
Geographische Lage 51° 8′ 36″ N, 8° 0′ 40″ O51.1433333333338.0111111111111293Koordinaten: 51° 8′ 36″ N, 8° 0′ 40″ O
Höhe: 293 m ü. NN
Burg Peperburg (Nordrhein-Westfalen)
Burg Peperburg

Die Peperburg (auch Pepperburg) ist die Ruine einer Höhenburg im Ortsteil Grevenbrück (früher: Förde) der Stadt Lennestadt im Kreis Olpe.

Blick nach Norden über den Burggraben zur ehemaligen Hauptburg

Oberhalb von Grevenbrück erbauten die Edelherren von Gevore ihren Stammsitz, heute Peperburg genannt. Sie wurde seit der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts genutzt und auch nach dem Umzug des Feldherren von Gevore nach Bilstein bis in die letzten Jahrzehnte des 13. Jahrhunderts bewohnt. Der Hauptteil wurde im 19. Jahrhundert bei Steinbrucharbeiten zerstört. Heute sind nur noch die Grundmauern des südlichen Burgteils erhalten.

Die ursprüngliche Größe der Kernburg ist unbekannt, sie muss aber zumindest eine dreifache Ausdehnung des heute erhaltenen Areals gehabt haben. Die Kernburg war von einer zwei Meter breiten Ringmauer umschlossen. Vorgelagert war ein in den Felsen eingetiefter, 14 Meter breiter Burggraben. Die im Inneren an die Ringmauer angeschlossenen Bauten sind mehrfach umgebaute Wirtschaftsgebäude und Türme, die erst in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet wurden.

Die ergrabenen Mauern wurden befestigt, teilweise ergänzt und in dem Zustand belassen, auch wenn damit Mauern nebeneinander erscheinen, die ursprünglich nicht zur gleichen Zeit existierten.

Archäologischer Befund[Bearbeiten]

Im Mauerwerk eingearbeitete Treppe

Die ehemalige Kernburg ist, wie die archäologischen Ausgrabungen gezeigt haben, nur noch zu einem Drittel erhalten. Die verbliebenen Mauer- und Gebäudereste sind vermutlich der jüngsten Ausbauphase zuzurechnen. Alle Bauteile und Gebäude wie Mauern und Türme sind mehrfach um- und überbaut worden. Der freistehende noch im Mauerwerk erkennbare Turm ist vermutlich nicht der Bergfried gewesen und in die Mitte des 12. Jahrhunderts einzuordnen. Der älteste Burgbereich ist wohl den Steinbrucharbeiten des 19. Jahrhunderts zum Opfer gefallen. Die Nutzung des erhaltenen Teils der Kernburg konnte anhand von Keramikauswertungen bis in das letzte Viertel des 13. Jahrhunderts wahrscheinlich gemacht werden. Der archäologische Befund der obersten Schicht des erhaltenen Teils der Peperburg lässt vermuten, dass diese ohne vorangegangene Zerstörung verlassen worden ist.

Wie aus den Grabungsberichten der Archäologen hervorgeht, besteht die Burgruine aus mindestens vier Bauphasen mit teilweise gut erkennbaren Brandbildern. Das bedeutet, dass die Burg mehrmals zerstört und wieder aufgebaut wurde.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Aus Gebietsteilen der Grafen von Werl und der Rheinischen Pfalzgrafen entstand im südlichen Sauerland eine neue Grafschaft. Der Verwaltungs- und Herrensitz dieser Grafschaft ist die Burg „Gevore“, später „Peperburg“ genannt, in der Nähe der Lennefurt von Heidenstraße und Römerweg. Nach der Verfemung Heinrichs des Löwen durch Kaiser Barbarossa versuchte der Erzbischof Philipp von Köln mit Erfolg das Herzogtum Westfalen an sich zu reißen. Zu diesem Zweck sandte er fränkische Heere durch das Herzogtum, um es zu erobern. Papst Alexander II. bestätigte dem Erzbischof Philipp von Köln am 19. Juni 1177 alle Rechte, welche er in Westfalen erworben hatte.[2]

12. und 13. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die erste schriftliche Urkunde, die von einem Burgherrn Henricus nobilis de gevore Nachricht gibt, datiert aus dem Jahre 1141. Heinrich I. von Gevore, gestorben 1172, war mit der Tochter des Grafen Konrad von Rüdenberg verheiratet. Er hatte sich im Zweiten Kreuzzug ausgezeichnet. In der Zeit von 1172 bis 1220 wird Heinrich II. von Gevore, Sohne des Heinrich I. von Gevore war verheiratet mit Irmgard von Arnsberg, einer Tochter des Grafen Heinrich I. von Arnsberg und wurde in zahlreichen Urkunden genannt, und zwar immer in Verbindung mit den Grafen von Westphalen, den Edelherren von Rüdenberg und dem Erzbischof von Köln.[3] Die Grafschaft hatten die Herren von Rüdenberg innegehabt, welche sie den Edelherren von Gevore, später Bilstein verlehnten. Heinrich II. von Gevore war verheiratet mit der Tochter des Hermann von Rüdenberg (* 1090) und bekam auf diesem Wege den Teil der Grafschaft zu lehen.

Um 1220 scheint der Edelherr von Gevore als Dietrich von Förde seinen Wohnsitz nach Burg Bilstein verlegt zu haben. Auf der Peperburg verblieb ein Oheim desselben, Bernhard von Förde, welcher mit der Tochter des Vogts Reimbold von Grafschaft zwei Söhne, Dietrich und Reimbold von Förde, hatte. Diese wurden 1220 in einer Geseker Urkunde genannt. 1225 nennt sich Theodoricus zum ersten Mal Edelherr von Bilstein.

Von Reimbold von Förde und einer Erbtochter des Vogts Widekind von Hundem scheinen die Herren von Hundem gt. Pepersack abzustammen, deren gesicherte Stammreihe erst mit den seit 1292 nachweisbaren Brüdern Widekind und Reimbold Pepersack beginnt.

14. Jahrhundert[Bearbeiten]

Zu Jahresbeginn 1352 beginnt eine neue Fehde zwischen Graf Engelbert III. von der Mark mit Graf Gottfried IV. von Arnsberg, denn vorgenannter macht Ansprüche auf Fredeburg geltend. Darauf hin befestigt Graf Gottfried IV. die Burg Gevore im Jahre 1354 wieder. Dieses behagte vermutlich dem Graf Engelbert III. von der Mark nicht und er zerstörte die Burg Gevore im Jahre 1355 erneut.[4]

Nachdem die Herrschaft Bilstein an den Grafen von der Mark gelangte, trieben diese die Herren von Pepersack weiter in die Verarmung. Ihre Macht im Gebiet an der Lenne war gebrochen und sie verkauften nach und nach ihre restlichen Besitzungen.

1381-1402 lebte Johan Pepersack, denn er unterzeichnete als Zeuge 1381 u. 1384 den Verkauf der Hälfte der Freigrafschaft Hundeme an die Brüder Wilhelm und Heinrich Vogt von Elspe durch Wilhelm von Ole. Die Herren von Rüdenberg hatten anscheinend die Zweiglinie von Hundem vorher mit der Peperburg und einem Teil seines Eigentums belehnt.[5]

Die Brüder Conrad und Hinrik von Rüdenberg, Söhne des Goswin, verkauften 9.XII.1384, (MCCCLXXX quatro, orastino conoeptionis b. Marie virg.)[6] ihr gesamtes lehnbares Eigentum an der Freigrafschaft Hundem an Wilhelm Vogt von Elspe und Johann von Plettenberg gt. „Hedemolen“. Die bisherigen Lehnsträger, darunter Hinrik von Drolshagen und „de Pepersecke“ werden an die Käufer verwiesen. Zeugen: Ritter Konrad der Vrede, Knappe Godert von Hanxleden. Damit wechselte der Besitz der Freigrafschaft Hundem, jedoch blieben die Herren von Pepersack und auch Hinrik von Drolshagen, der möglicherweise sein Amtmann war, noch in ihren Ämtern.

Erst 1385 in „vigilia nativitatis b. Joannis Baptiste“ (VI. 23) entlassen die Brüder Konrad und Heinrich von Rügenberg den Heinrich von Heygen, welche vermutlich der Nachfolger des vorgenannten Amtmanns war, und Wilm Pepersack, welche die Grafschaft Hundem von ihnen zu Lehn empfangen hatten, ihrer Eide und weisen sie zur neuen Belehnung an Johann von Plettenbert anders genannt Heydemolle und Wilhelm von Elsepe Voget genannt.[7] Mit dieser Entlassung waren beide, von Heygen und Pepersack, ihrer Ämter in der Freigrafschaft entledigt.

Aus zahlreichen Besitzveränderungen ist ersichtlich, dass die Familie immer mehr verarmte und die politische Wende gegen die von Pepersack eingeleitet war. Sogar der Pfalzgraf Ruprecht II. sicherte sich durch ein Vertrag 1395 das Haus Bamenohl als offenes Haus und tat gleiches mit den Vögten von Elspe, Heydenreich von Heggen und Heinrich von Duseschuren über die Burg Borghausen.[8]

15. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die erbberechtigte Tochter Alheid von Hundemen gen. Pepersack zu Pepperburg heiratete 1432 den Fr. Wilm Vogt von Elspe, welche der Urkunde nach noch auf der Peperburg wohnte, und später auf die benachbarte Burg Borghausen übersiedelte. Aus dieser Ehe stammten die Kinder Wilhelm, Cord und Godert welche sich daher Vogt von Elspe gen. Pepersack nennen. Diese Linie der Vögte von Elspe wohnten damals zu Borghausen, westlich der Peperburg.[9]

Buntmetallplatte von der Ruine der Peperburg im Museum der Stadt Lennestadt

Ein Johann Pepersack war 1448 Student des jus. can., Kleriker der Kölner Diözese.

Im Jahre 1454 geben die Brüder Wilhelm und Herman van Hundem gt. Pepersecke der Katharine, Tochter des Hermann, bei ihrer Heirat mit Johan van Bonslede alle ihre Lehen zum Brautschatz, nämlich den Hof zu Altenhundem, das Gut zu Hofolpe, wo Tilman Kindere wohnt, das Gütchen zu Vore „bey der bruggen“ dat Ploichysern is“, den lutgen Kuberge, den dey Heyschoten empfangen hat, die Stede des Hans Saut zu Hundem, ein Gut zum Heimersberge, wo Johannes Man von Snellenberg..., ein Gut zu Altenhundem, wo Hesek wohnt, ein Gut zu Overen Melbecke, das Johan van der Broike empfangen, den Hof zu Dypenbeke, den Ernst und Herman van Snellenberg empfangen haben, und noch ein Gut zu Dypenbeke, das Hennecke van Hanxlede empfangen soll. Grund war, dass die lt. Eheabredung vereinbarte Aussteuer der Katharina nicht vollzogen werden konnte.[10]

16. und 17. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Eigentumsrechte des Bamenohler Kotten gingen von den Pepersäcken über an die von Plettenberg und an die Vögte von Elspe. 1694 heißt es in der Delineatio des Caspar Christian Vogt von Elspe, Herr zu Siedlinghausen und Brunscapell, von der Peperburg: olim sed. dom. de Pepersack, diruta (Einst Wohnsitz der Pepersäcke, jetzt dem Erdboden gleich).[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lukanow, S. Die Burg Förde Peperburg bei Grevenbrück
  2. Seiberts Urkunden Nr. 73.
  3. Boerger, 1946, Tausend Jahre Förde, S. 125
  4. Der Streit um Südwestfalen im Spätmittelalter, S. 145
  5. Brüning, Ole, S. 49 u. 25
  6. Gräflich Plettenbergsches Archiv Heeren, Archivteil Bamenohl, Urkunden, Dr. Diestelkamp 13. 13.
  7. i.b. S. 90
  8. Dünschede, Heimatgeschichtliche Beiträge zu einem alten Kirchspiel
  9. Dünschede heimatgeschichtliche Beiträge
  10. HSO 37,1959,S161, A.K. Hömberg Adelssitze, Rittergüter Heft 10 sowie Inventar des Urkundenarchiv der Fürsten von Hatzfeld-Wildenburg zu Schönstein/Sieg, Band 1
  11. Seib. Q. 130 und Pickertsche Sammlung

Literatur[Bearbeiten]

  • Hömberg, Albert K., Heimatchronik des Kreises Olpe, 1967
  • Sigrid Lukanow, Olpe 1997, Die Burg Förde - Peperburg - bei Grevenbrück. Kreisarchiv Olpe
  • Seibertz, Joh. Suibert, 1860, Landes- und Rechtsgeschichte des Herzogthums Westfalens, Erster Theil 1-912
  • Seibertz, Joh. Suibert, 1839, Landes- und Rechtsgeschichte des Herzogthums Westfalens, Zweiter Band 799 bis 1300
  • Seibertz, Joh. Suibert, 1843, Landes- und Rechtsgeschichte des Herzogthums Westfalens, Dritter Band von 1300 bis 1400
  • Seibertz, Joh. Suibert, 1845, Landes- und Rechtsgeschichte des Herzogthums Westfalens, Geschichte der Grafen
  • Seibertz, Joh. Suibert, 1869, Quellen der Westfälischen Geschichte, Dritter Band
  • Brill, Elspe, 1948, Geschichte der Pfarrei Elspe
  • Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe, div. Jahrgänge
  • Boerger, Joseph, 1946, Tausend Jahre Förde-Grevenbrück
  • Schulte, F-W, Der Streit um Südwestfalen im Spätmittelalter, Die Grafen von der Mark – Die Erzbischöfe von Köln, Heimatbund Märkischer Kreis, 1997
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