Burg Rheineck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

p3

Burg Rheineck
Luftbild der Burg Rheineck, Ansicht von Südosten

Luftbild der Burg Rheineck, Ansicht von Südosten

Entstehungszeit: um 1000 bis 1100
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ständische Stellung: Pfalzgrafen
Ort: Bad Breisig
Geographische Lage 50° 29′ 45,2″ N, 7° 18′ 46,8″ O50.4958805555567.3129944444444Koordinaten: 50° 29′ 45,2″ N, 7° 18′ 46,8″ O
Burg Rheineck (Rheinland-Pfalz)
Burg Rheineck

Die Burg Rheineck ist eine Höhenburg bei Bad Breisig im rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler. Ihre Wurzeln liegen in einer mittelalterlichen Anlage aus dem 11. Jahrhundert. Die Burg war das Zentrum der Burggrafschaft Rheineck.

Lage[Bearbeiten]

Die Burg steht am linken Ufer des Rheins im Mittelrheintal in unmittelbarer Nähe zum Vinxtbach. Er trennte in der Römerzeit die römischen Provinzen Ober- und Untergermanien und die Mosel- und ripuarischen Franken. Im Mittelalter grenzten dort die Gebiete von Kurtrier und Kurköln aneinander.

Burg Rheineck, Querschnitt durch die Kapelle

Geschichte[Bearbeiten]

Die rheinischen Pfalzgrafen erbauten die Burg im 11. Jahrhundert. Graf Otto von Salm nannte sich im 12. Jahrhundert als erster „Graf von Rheineck“. Nach der Zerstörung der Burg im Jahr 1151 durch König Konrad III., betrachtete der Kölner Erzbischof und gleichzeitige Reichskanzler Rainald von Dassel Rheineck neben den kölnischen Besitzungen Andernach und Rhense als einen wichtigen Pfeiler seines Herrschaftsgebiets und wollte die Burg als kölnisches Besitz wieder aufbauen lassen. Um den Machtansprüchen und Gebietserweiterungsplänen des derweiligen Pfalzgrafen Konrad von Hohenstaufen zuvorzukommen, befahl Rainald die schnelle Besetzung des Berges und den Wiederaufbau der Burg.

Burg Rheineck um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Er konnte dadurch einen Bürgerkrieg verhindern, denn sein Stellvertreter und späterer Nachfolger Philipp I. von Heinsberg brachte nach seinen Anweisungen die damals immense Anzahl von 125.000 Männern für eine zu erwartende Schlacht gegen Truppen des Pfalzgrafen zusammen. Am 18. Mai 1164 standen sich bei der wenige Kilometer südlich von Burg Rheineck gelegenen Stadt Andernach die feindlichen Soldaten gegenüber. Die zeitgenössische Kölner Königschronik vermerkt bei diesem Datum: In diesem Jahr, als Pfalzgraf Konrad, der Bruder des Kaisers, mit Verlangen in das Kölner Bistum einfallen und ausplündern wollte und den Berg, der Rheineck genannt wird, zu besetzen beabsichtigte, befahl der Kölner Erwählte Reinold, der mit dem Kaiser in Italien war, durch vertraute Boten den Getreuen der Kölner Kirche, den Berg vorher einzunehmen. Als der Pfalzgraf erkannte, dass man ihm zuvor kam, kündigte er einen Krieg gegen die Kölner an, und zwar für den 18. Mai auf der Ebene bei Andernach. Durch Mobilisierung der Kölner Prälaten kamen Reiterstaffeln und Fußvölker, sowie Schiffe zur Unterstützung des Heeres zusammen. Es waren etwa 125.000 Krieger. Weshalb weder der Pfalzgraf noch irgend jemand sich zu nähern wagte, als man 12 Tage lang auf seine Ankunft wartete. Kaiser Friedrich Barbarossa schenkte drei Wochen nach der verhinderten und nicht stattgefundenen Schlacht seinem Reichskanzler Rainald von Dassel wegen immenser und unzählbarer Verdienste die Ortschaft Dairago in der Provinz Mailand. Dazu kamen als Geschenk Villen und Burgen sowie die Gebeine der Heiligen Drei Königen aus dem eroberten Mailand.

Um 1180 wurde vermutlich das Rittergeschlecht von Ulmen mit der Burg Rheineck belehnt, das bald den Namen von Rheineck annahm. Mit dem Aussterben der Familie von Rheineck 1539 kam die Burggrafschaft (ab 1576) an die Freiherren von Warsberg, die sie 1654 an die österreichischen Grafen von Sinzendorf verkauften, die 1822 ausstarben.

Der Neubau der Burg Rheineck erfolgte auf dem alten Grundriss unter der Verwendung alter Bausubstanz in den 1830er-Jahren. Nach mehrmaligen Zerstörungen erwarb der Bonner Universitätsprofessor und spätere preußische Kultusminister Moritz August von Bethmann-Hollweg 1832 die Burg und ließ sie von Johann Claudius von Lassaulx wieder aufbauen. Die neu errichtete Kapelle, die in Grundriss und in der Außengestaltung an die ursprüngliche Torkapelle des 12. Jahrhunderts anschließt, wurde von Edward von Steinle im Jahre 1838 ausgemalt. Aus dem Mittelalter sind noch Teile der Ringmauern erhalten, der gewaltige Bergfried mit seinem quadratischen Grundriss sowie das Tor über dem Einfahrtsweg.

Die Burg wurde im Jahre 2000 vom heutigen Besitzer Kai Krause erworben. Er ließ sie grundlegend restaurieren.

Besichtigung der Burg[Bearbeiten]

Eine Besichtigung der Burg ist nicht möglich, nur die Zufahrt am Berghang bis vor das Tor ist möglich. Diese ist auch Teil eines ausgewiesenen Wanderweges. Zu sehen ist die Burg von dort allerdings aufgrund vieler hoher Bäume nicht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander Duncker: Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern. Band 12. Berlin 1871–73 (PDF; 220 kB).
  • Carl Bertram Hommen: Burg Rheineck – ihr Bild ging um die Welt. In: Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 1984. Weiss, Monschau, ISSN 0342-5827, S. 82–87 (online).
  • Heino Möhring: Sagen und Geschichten rund um die Burg Rheineck. In: Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 1992. Weiss, Monschau, ISSN 0342-5827, S. 143–147 (online).
  • Jakob Rausch: Burg Rheineck. In: Heimatjahrbuch 1955 für den Landkreis Ahrweiler. Schiffer, Rheinberg, ISSN 0342-5827, S. 82–88 (online).
  • Alexander Thon, Stefan Ulrich: „… wie ein Monarch mitten in seinem Hofstaate thront“. Burgen am unteren Mittelrhein. Schnell & Steiner, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7954-2210-3, S. 132–137.
  • Joachim Gerhardt, Heinrich Neu: Kunstdenkmäler des Kreises Ahrweiler, II. Halbband. L. Schwann, Düsseldorf 1938, S. 571-580.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Rheineck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien