Burg Schönfels

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Burg Schönfels
Burg Schönfels

Burg Schönfels

Entstehungszeit: um 1200
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ständische Stellung: Kaiser Adlige, Klerikale
Ort: Schönfels
Geographische Lage 50° 40′ 32″ N, 12° 24′ 3″ O50.67555555555612.400833333333441Koordinaten: 50° 40′ 32″ N, 12° 24′ 3″ O
Höhe: 441 m ü. NN
Burg Schönfels (Sachsen)
Burg Schönfels

Die Burg Schönfels ist eine typische Höhenburg im Ortsteil Schönfels der Gemeinde Lichtentanne. Sie befindet sich bei 441 m ü. NN im sächsischen Landkreis Zwickau und wurde auf einem Felssporn aus Diabasgestein im 12. Jahrhundert als Zentrum einer mittelalterlichen Kolonisation und Feudalsitz errichtet. Im 15. und 16. Jahrhundert erhielt die Burg eine Umgestaltung im Stil der Spätgotik und Renaissance.

Auf der Burg befindet sich ein 1975 eröffnetes Museum und ein Burgrestaurant.

Geschichte[Bearbeiten]

Zeichnung der Burg von 1836
Künstlerische Darstellung der Burg vom bekannten Zeichner und "Wetterfrosch" der sächsischen Regionalzeitung "Freie Presse" Heini Scheffler

Direkt oberhalb der mittelalterlichen Reichsstraße Via Imperii wurde zwischen den Jahren 929 bis 980 in Schönfels von Heinrich I. zum Schutz gegen die Wenden eine Wehranlage errichtet, auf deren Grundmauern später die noch heute erhaltene Burg stehen sollte. Im Laufe der Zeit waren die von Weißenbach am längsten im Besitz der Burg. Als deren erste Besitzer sind jedoch die von Schönfels zu nennen, die als von Schoninvels in einer Urkunde des Bischofs Engelhard zu Naumburg vom 25. April 1225 erstmals Erwähnung finden.[1] Nach 1200 besaßen die Vögte von Gera und Plauen die mittelalterliche Burg als Lehen und hielten sie bis zum vogtländischen Krieg im Jahr 1354 und darüber hinaus. Noch 1326 verfügte Heinrich II. Reuß von Plauen allein über Schönfels, und 1349/50 hatte Heinrich Reuß von Plauen die Burg von Markgraf Friedrich des Strengen von Meißen zu Lehen. 1368 bestätigte Kaiser Karl IV. den Reußen das Lehen über Schönfels. Nach dem Tod von Heinrich IV. Reuß von Plauen, Herr zu Ronneburg, im Jahr 1398 fiel die Anlage an die Wettiner, und ab jenem Jahr führte Dietrich von Planitz als Vogt die Rechnung für den Markgrafen Wilhelm I. über die Vogtei Schönfels mit Werdau und Stenn. 1402 überließ der Markgraf Wilhelm I. dem Dietrich von Planitz die Vogtei Schönfels.

1450 kauft Otto von Scheidingen Burg Schönfels und wurde am 3. Juli 1456 damit belehnt.[2] Kurz darauf, im Jahr 1459, erwarb dann die Familie von Weißenbach die Burg. Aus dieser Familie stammte der spätere Bischof von Meißen Johann V. von Weißenbach. Durch die Leipziger Teilung kam Schönfels 1485 zum ernestinischen Kurfürstentum, fiel dann aber 1547 nach der Wittenberger Kapitulation der Ernestiner an das albertinische Kurfürstentum. Die Jahre in der Zeit von 1583 bis 1770 sind durch mehrfache Besitzerwechsel geprägt. Unter den Burgbesitzern jener Zeit finden sich die Familien von Milckau, von Carlowitz, von Groß zu Altenhain und von Dieskau. Ab 1770 war die Burg bis 1945 von Römer-Rauensteinsches Familiengestift. 1945 erfolgte die Enteignung und der Übergang in Volkseigentum. Nach aufwändiger Restaurierung, bei der auch die Belange des Denkmalschutzes Berücksichtigung fanden, wurde die Anlage 1975 als Museum der Öffentlichkeit übergeben. Im Jahr 1988 wurde der Film Die Geschichte von der Gänseprinzessin und ihrem treuen Pferd Fallada auf der Burg gedreht, ehe sie 1994 erneut als Filmkulisse diente. In jenem Jahr fanden dort die Dreharbeiten zu Eingeschlossen – Die Nacht mit einem Mörder statt. Seit 1995 befindet es sich im Besitz der Gemeinde Lichtentanne.

Beschreibung[Bearbeiten]

Schönfels ist eine Höhenburg, die um 1200 gegründet und deren Kernburg auf ovalem Grundriss als zweihöfige Burganlage erbaut wurde. Ein Ausbau fand vor allem im 15. bis 17. Jahrhundert statt. Zur Anlage gehören Wehrgang, Laubengang, Bergfried, Vorburg und Torhalle mit Schallloch. Außerdem existiert eine spätgotische Bohlenstube. Die Burgkapelle, entstanden im 17. Jahrhundert, ist mit einem wertvollen Flügelaltar ausgestattet. Die Altarmalereien stammen von Mathias Crodel dem Jüngeren. Außerdem besitzt sie eine in Europa einmalige Schrank-Holzorgel aus der Zeit um 1730.

Literatur[Bearbeiten]

  • E. Herzog: Geschichte des Schlosses Schönfels und seiner Besitzer. In: Karl von Weber (Hrsg.): Archiv für die sächsische Geschichte. Band 4, Heft 1, Leipzig 1865, S. 20-35 (online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Schönfels – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stammsitz Schönfels bei Schlossarchiv.de.
  2. Bier, Rüdiger: 1500 Jahre Geschichte und Geschichten um die herrschaftlichen Sitze Kirchscheidungen und Burgscheidungen und weitere Nachrichten von Burgen, Schlössern und Rittergütern an Saale unsd Unstrut vom Anbeginn des Thüringerreiches bis heute. Eigenverlag Rittergut Kirchscheidungen, 2009.