Burg Schweinsberg (Hessen)

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Burg Schweinsberg
Blick auf die Burg Schweinsberg (im Hintergrund)

Blick auf die Burg Schweinsberg (im Hintergrund)

Entstehungszeit: Oberburg vermutlich ab 1231
Burgentyp: Höhenburg, Ortslage
Erhaltungszustand: Wesentliche Teile erhalten, teilweise umgebaut
Ständische Stellung: Freiherren Schenck zu Schweinsberg
Bauweise: Sandstein
Ort: Schweinsberg (Stadtallendorf)
Geographische Lage 50° 46′ 3,4″ N, 8° 57′ 41″ O50.76768.9614215Koordinaten: 50° 46′ 3,4″ N, 8° 57′ 41″ O
Höhe: 215 m ü. NHN

Die Burg Schweinsberg ist eine Höhenburg auf kleinem Basaltkegel bei rund 215 m ü. NN im Stadtteil Schweinsberg der hessischen Mittelstadt Stadtallendorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 12. Jahrhundert war das Gelände des heutigen Schweinsberg noch Eigentum derer v. Merlau und gelangte durch die Heirat des Ritters Guntram Vogt mit einer Schwester des Ritters Eberhard v. Merlau in den Besitz der späteren Schenken zu Schweinsberg. Etwa um 1230/31, zur Zeit der heiligen Elisabeth von Thüringen, erbaute der Sohn Guntrams, der landgräflich thüringische Burgmann Guntram v. Marburg und v. Grünberg, eine Burg auf dem kleinen Basaltkegel. Guntram nahm den Namen „von Schweinsberg“ an und wurde vom Landgrafen von Thüringen, dem deutschen König Heinrich Raspe IV., zum hessischen Erbschenken bestellt. Um 1482 wurde die Burg durch den landgräflichen Festungsbaumeister Hans Jakob von Ettlingen ganz erheblich erweitert und den neuesten Erfordernissen angepasst. Eine gewaltige äußere Zwingermauer entstand, gesichert durch drei halbrund vorspringende Türme und den mächtigen Hexenturm. Das Haupthaus der Burg, die Kemenate, wurde zwischen 1459 und 1497 durch Conrad Schenck zu Schweinsberg, Amtmann zu Lich, erbaut. Dem Haupteingang wurde eine rechteckige Vorburg vorgelagert, deren Eingang von einem runden Wehrturm gedeckt wurde und die heute noch erhalten ist.

Burg Schweinsberg (im Hintergrund) um 1850 (Stahlstich)

Im 30-jährigen Krieg wurde ein Teil der Befestigungsanlagen durch einen Brand und die Explosion des Pulverturms zerstört. Daraufhin verfügte Landgräfin Amalie Elisabeth die völlige Schleifung aller Befestigungswerke der Burg, trotz Bemühungen der Schencken, ihre Stammburg vor dem Untergang zu bewahren.

1852 wurde die Kemenate von Obergerichtsrat Moritz Frhr. Schenck zu Schweinsberg umgebaut, nachdem sie jahrzehntelang nicht mehr bewohnt gewesen war. Unter der Leitung des Marburger Architekten Prof. Lange erhielt die Kemenate einen neugotischen Anbau. Obwohl die Umbauten den Stil der alten Kemenate erheblich verfälscht haben, entsprachen sie der damaligen romantischen Vorstellung von der Gotik. Parallel zu den Umbauten wurde auch der Garten neu angelegt, von dem Landau schwärmerisch berichtet. Burg Schweinsberg ist durch diesen radikalen Umbau heute eher ein bedeutendes Beispiel für die Romantik und den beginnenden Historismus als für eine spätmittelalterliche Burg. Die beiden noch existierenden Häuser der Burg wurden 1982 (Fähnrichsbau) und 1998 (Conrads Kemenate) aufwendig restauriert. Es entstanden insgesamt sieben Eigentumswohnungen. In einer dieser Wohnungen, der sogenannten „bel étage“, wohnt immer noch eine Familie von Schenck. Die äußeren Wallanlagen sind ebenfalls im Eigentum einer Schenck’schen Stiftung. Damit ist diese Familie seit über 780 Jahren in Schweinsberg und auf der Burg präsent.

Schweinsberg (Stadtallendorf) (05).jpg

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen: 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Aufl. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 268.
  • Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0, S. 336f.

Weblinks[Bearbeiten]