Burg Sommeregg

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Burg Sommeregg
Burg Sommeregg

Burg Sommeregg

Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ständische Stellung: Herren, Burggrafen und Ritter (edle und Ministeriale)
Ort: Seeboden am Millstätter See
Geographische Lage 46° 50′ 3″ N, 13° 31′ 25″ O46.83416666666713.523611111111Koordinaten: 46° 50′ 3″ N, 13° 31′ 25″ O
Burg Sommeregg (Kärnten)
Burg Sommeregg

Die Burg Sommeregg liegt im Ortsteil Schloßau der Katastralgemeinde Treffling in der Gemeinde Seeboden am Millstätter See im österreichischen Bundesland Kärnten. Die Burg erhebt sich auf einer für die Millstätter Berge typischen Kuppen, wurde vor dem Verfall bewahrt und beherbergt gegenwärtig ein Restaurant und ein Foltermuseum zur Zeit der Inquisition. In der Feudalzeit der Erbuntertänigkeit war die Burg ein Sitz der Herren und Burggrafen von Sommeregg.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Fund eines Lappenbeils[1] aus der Urnenfelderkultur bei Treffling lassen vermuten, dass die Gegend und damit der Burgberg als Fluchtort schon vor rund viertausend Jahren besiedelt war.

Lange galt das Jahr 1237 nach Christus nach unbekannter Quelle als erste urkundliche Erwähnung der Burg Sommeregg, da in diesem Jahr Graf Wilhelm von Malta einem Ortolf von Sommeregg (Graf Hermann II. von Ortenburg ?) Güter am Millstätter See und unter der Burg Sommeregg zu Lehen gegeben haben soll. Heute wird angenommen, dass die Burg bereits um 1187 bestanden hat, da in diesem Jahr in einer Urkunde des Südtiroler Kloster Neustift neben Graf Otto von Ortenburg und Heinrich von Geschieß (dem heutigen Rosenheim bei Baldramsdorf, Gemeinde Spittal an der Drau) ein Witemarus von Sommeregg erwähnt wird.[2] Als ritterliche Dienstmannen haben die Sommeregger im Auftrag der Ortenburger die Burg ausgebaut. Am 29. Mai 1275 ist die Burg Schauplatz einer festlichen Zusammenkunft, als der Heiratsvertrag zwischen Graf Albert von Görz und der Gräfin Euphemia von Ortenburg-Hardegg unterzeichnet wurde. Von 1338 bis 1344 nennen sich ortenburgische Ministeriale "von Sommeregg" und gehörten vermutlich ein und derselben Familie an. Sie hatten das Amt des Burggrafen und Kastellans im Ritterstand inne, das die Burghut sowie militärische Unterstützung der Ortenburger Grafen umfasste, wofür ihnen die Abgaben und Dienstleistungen der erbuntertänigen Bauern der Grundherrschaft im Besitz der Burg zustanden..

Burg Sommeregg um 1680 gegen Süden in Valvasors Archiducatus Carinthiae

Als die Grafen Ortenburg 1418 im Namensträgerstamm erloschen, ging die Grundherrschaft an die Grafen von Cilli über, für welche die Besitzungen in Oberkärnten relativ unbedeutend waren. Dadurch gewannen die Burggrafen-Familien, die den Besitz des Cilli verwalteten, an Einfluss. Im Jahre 1442 gelangte Sommeregg durch die Heirat des Andreas von Graben zu Sommeregg mit Barbara Hallecker, der Erbtochter des Sommeregger Burggrafen Jörg Hallecker, in den Besitz der Herren von Graben. Der als ortenburgischer Hauptmann tätige Andreas von Graben bekam die Grundherrschaft und das Burggrafenamt Sommeregg sowie weitere Einkünfte von Graf Friedrich II. von Cilli als Lehen. Andreas von Graben machte in der Folge die Burg zu seinem Familiensitz und baute die Trefflinger Kirche als Grablege der Familie repräsentativ aus.

Im Jahr 1456 war die Grafschaft Ortenburg nach der Ermordung des letzten der Cilli durch den Frieden von Pusarnitz an die Habsburger gelangt, die den von Graben den Lehensbesitz bestätigt. Unter Virgil von Graben wurde Sommeregg 1487 durch ungarische Truppen erobert, zerstört und es gab Auseinandersetzung bei der Besetzung des Bistum Salzburg, für deren Erzbischöfe die von Graben die Grundherrschaft Sommeregg verwalteten.

Durch den Wiederaufbau der Burg erhielt diese einen unregelmäßigen Grundriss und Aufbau. An die alte Burg Sommeregg erinnerte nur mehr ein Rundturm. Die Erbtochter des Ernst von Graben, einem Bruder des Virgil, Rosina von Graben von Rain erhielt von Kaiser Maximilian I. den Lehensbesitz bestätigt. Dadurch kam Sommeregg unter die Verwaltung der Familie ihres Ehemannes, einem Freiherrn von Rain. Diese Familie hatte den Schwerpunkt ihrer Interessen in Bayern und verkaufte die Grundherrschaft auf dem Millstätter Berg im Jahre 1550 an Christoph Khevenhüller. Die Herrschaft Sommeregg hatte zu dieser Zeit ein eigenes Landes- und Halsgericht. Die Grafen Khevenhüller nannten sich auch "von Aichelberg auf Landskron und Sommeregg".

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts waren Mathes Heidenreich und Kristoph Heidenreich, der Erbauer von Schloss Pöllan, Pfleger der Herrschaft Sommeregg. Die Khevenhüller waren bis 1628 Eigentümer der Burg, die sie am 4. Mai an Hans Wittmann für 110.000 Gulden verkauften. Wittmann war bis 1651 Eigentümer der Burg Sommeregg, die in diesem Jahr in den Besitz der Gräfin Katharina von Lodron überging. Sommeregg stand um 1700 unter der Verwaltung des Burggrafen Georg Franz Ebenhoch von Hocheneben und verbleib bis 1932 im Familienbesitz der Familie Lodron. Durch die Bauernbefreiung des Jahres 1848 hatte Schloss Sommeregg seine Funktion als Zentrum einer Grundherrschaft,deren Abgaben und Dienstleistungen verloren und geriet zunehmend in Verfall, wurde aber bewohnt. Stürme in den Jahren 1933 und 1935 beschädigten das Dach des Schlosses schwer. 1969 erwarben Elfi und Andreas Egger die fast zur Ruine verfallene Burg von einer Baronin Rosenberg de la Marre, renovierten und restaurierten die Burg. 1992 verkauften sie Sommeregg an die Familie Riegler. Diese öffnete die Burg für den Tourismus, begann einen Restaurationsbetrieb und etablierte das Foltermuseum. Seit 1997 finden jährlich im August Ritterspiele statt.

Burgtor mit Fallgitter (2013)

Heutige Situation[Bearbeiten]

Gegenwärtig befindet sich im unteren Stockwerk und auf den Terrassen ein Restaurant. Im Obergeschoss ist ein Foltermuseum eingerichtet, von dem die Betreiber sagen, es sei das größte dieser Art in Mitteleuropa. Die von Amnesty International unterstützte Einrichtung stellt Repliken alter Folterinstrumente aus den Zeiten von Mittelalter und der Inquisition (Daumenschrauben, Streckbänke, Spanische Stiefel, Nagelstühle, Pranger etc.) aus, macht jedoch auch auf die momentane Situation und den Kampf gegen die Folter als Mittel der "Wahrheitsfindung" mit rund 70 originalgetreu nachgebauten Exponaten aufmerksam.

Einer der letzten Hexenprozesse in Kärnten nahm auf Burg Sommeregg seinen Ausgang. 1653 wurde der Wettermacher von Matzelsdorf, Kaspar Haintz, wegen Wettermacherei in Gmünd in Kärnten geköpft, nachdem er 114 Fragen unter Folter positiv beantwortet hatte.

Drei Wochen lang im August finden im eigens errichteten Mittelalterdorf Ritterfestspiele statt.

Eigentümer der Burg[Bearbeiten]

Zeitspanne Eigentümer Lehensinhaber
1187–1418 Grafen von Ortenburg bis 1338 Sommeregger, dann von Treffen, Steierberger, Maltteiner, von Katsch, Hallegger (von Hallegg)
1418–1456 Grafen von Cilli Familie von Hallegg, ab 1442 Familie Von Graben von Stein als Burggrafen
1456–1628 Habsburger Familie Von Graben (von Stein) als Burggrafen, ab 1509 Georg u. Rosina Goldacher (Rosina von Graben von Rain), Haimrand u. Rosina von Rain (Rosina von Graben zu Rain), ab 1550 Christoph Khevenhüller und Nachfahren
1628–1651 Landsherr Hans Wittmann
1651–1932 Grafen / Familie von Lodron
1932–1940 Josef Penker
1940–1969 Josef Riebler / Tochter Helene verh. Baronin Rosenberg de la Marre
1969–1992 Familie Elfi / Andreas Egger
1992– Familie Riegler
Panoramablick gegen Südosten über Millstätter Berg, Millstätter See bis zum 31 km entfernten, wolkenverhüllten Dobratsch.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ausgestellt im Stiftsmuseum Millstatt.
  2. Wilhelm Wadl: Geschichte der Burg und Herrschaft Sommeregg. S. 153.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Wadl: Geschichte der Burg und Herrschaft Sommeregg. In: Carinthia I, Zeitschrift für geschichtliche Landeskunde von Kärnten, 1989 (179. Jahrgang), S. 153–168.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sommeregg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien