Burg Vogelfels

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Burg Vogelfels
p1
Entstehungszeit: 1050 bis 1100
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Burgstall
Ständische Stellung: Adlige
Bauweise: Kleinquadermauerwerk
Ort: Albstadt-Lautlingen
Geographische Lage 48° 12′ 1,1″ N, 8° 56′ 18,4″ O48.2003018.938432870Koordinaten: 48° 12′ 1,1″ N, 8° 56′ 18,4″ O
Höhe: 870 m ü. NN
Burg Vogelfels (Baden-Württemberg)
Burg Vogelfels

Die Burg Vogelfels ist eine kleine abgegangene Spornburg auf dem sogenannten Großen Vogelfels, von dem sie auch ihren heutigen Namen bekommen hat. Er liegt südwestlich des Albstadter Stadtteils Lautlingen im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg. Der Burgstall ist jederzeit frei zugänglich.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die kleine ehemalige Burg lag 500 Meter südwestlich des „Hofes Tierberg“ und etwa 2000 Meter südwestlich von Lautlingen in etwa 870 Metern Höhe auf einem nach Südwesten gerichteten Felssporn des Oberen Berges, der vom langen Tal, ein Seitental des Brunnentales, begrenzt wird. In diesem Tal führte einst eine Straße über Hossingen, Unterdigsheim, Kolbingen Mühlheim an der Donau nach Tuttlingen (Reichsstraße). In Mühlheim sind Sichtverbindungen der Wächter belegt. Im Kriegsfall konnte die beiden hölzernen Hossinger Leitern hochgezogen werden. Lochenpass, Dobelsteige, Rottweiler Weg in Tieringen gegen Hausen und der Bschorrer Weg konnten mit verhakten Sperrwerken gesichert werden.[1] Die Soldaten und ihre Waffen sind ab 1521 namentlich überliefert. Möglicherweise diente die Burg Vogelfels auch der Sicherung der Straße. Ganz in der Nähe liegt auch der Stammsitz der Tierberger, die Burgruine Altentierberg, weiter nördlich die ehemalige Burg Heersberg auf dem gleichnamigen Berg Heersberg, die ehemalige Schalksburg. Ebenfalls den Tierbergern gehörte die Burg Hossingen (In den Musterungslisten seit 1521 und mündlich überlieferter Name:Burtel..), der heute nicht zugängliche Burgstall Schlössle (Nähe Sendeturm Kählesbühl) mit Wirtschaftshof(Grundmauern in der Panzerschießbahn) im Truppenübungsplatz Heuberg und die Ruine der Burg Wildentierberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg, deren ursprünglicher Name nicht bekannt ist, wurde, nach von Christoph Bizer datierten Scherben- und Metallfunden, vermutlich in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts errichtet, und schon früh wieder aufgegeben. Die Burgherren Eberhardt und Gerold von Lautlingen (Ebro und Gernuc von Lutelinge) wurden im Jahre 1094 in der Notitia Fundationis des Klosters Sankt Georgen erwähnt. Bizer vermutet das Ende der Burg vor dem 12. Jahrhundert, vielleicht während des Investiturstreites in den Jahren um 1076. Andere Experten wie Hermann Krauß ordnen Urkunden von 1327 über die Burg Neuentierberg der Burg Vogelfels mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit zu. Die Bewohner auf der Wildentierberg nannten sich ab 1313 Herren von Tierberg von der Wildentierberg, worauf sich die auf der Stammburg verbleibende Linie Tierberg von der Altentierberg nannte. Diese Linie starb 1480 aus. Erben auch der Linie Tierberg Haiterbach in Meßstetten wurden die von der Wildentierberg[2].1370 kam die Herrschaft Meßstetten an die Wildentierberger Linie. Die Brüder Hans Rudolf und Hans Konrad von Tierberg von der Wildentierberg beurkunden eine Übereinkunft wegen der geistlichen Lehen zu Ebingen, Lautlingen, Margrethausen und Meßstetten (Stetten).[3] Durch die Heirat einer Wildentierberger Tochter Anna von der Wildentierberg mit Conrad von Hölnstein kam die benachbarte Herrschaft Meßstetten an diesen[4] .

Die Burg wurde vermutlich von den Herren von Lautlingen erbaut und war später im Besitz der Herren von Tierberg. Die Lautlinger Herren wurden im 11. Jahrhundert erwähnt und starben bereits um 1200 aus.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die ehemalige Burganlage befand sich auf einem schmalen Burgfelsen umgeben von drei Abschnittsgräben und hatte eine Kernburg mit möglichem Wohnturm. Von der Anlage ist noch ein Abschnittsgraben erhalten.

Erreichbarkeit Burgstall und Aussichtspunkt[Bearbeiten]

Zuweg (Geländer 2013 teilweise abgebaut) nach Hossingen vom Bahnhof Albstadt Lautlingen

Vom Bahnhof Albstadt-Lautlingen oder -Laufen kann der Albtrauf über die Hossinger Leiter (48° 11′ 38,71″ N, 8° 55′ 43,95″ O48.1940866652078.9288753271103) erwandert werden. Vom Wanderweg aus besteht oberhalb der Hossinger Leiter eine gute Sicht auf den Vogelfels. Unterhalb zweigt der Weg ins Lange Tal mit dem Vogelfels ab. Der Vogelfels liegt etwas versteckt im Seitental. Mit dem Pkw Heimatmuseum Hossingen(48° 11′ 26,81″ N, 8° 55′ 19,3″ O48.190779678848.9220276474953) weiter den Schildern folgend.

Gefahrenhinweise[Bearbeiten]

Nachdem im Mai 2013 die Geländer aus haftungsrechtlichen Gründen an der Hossinger Leiter weitgehend entfernt wurden, hat sich das Unfallrisiko, insbesondere bei Nässe erhöht. Festes Schuhwerk und Schwindelfreiheit wird vorausgesetzt. Bei Ungeübten und Kindern sollte ein Anseilen im tief abfallenden, felsigen Steilhang vor dem ersten Brückenbauwerk erwogen werden. Im Jahre 1894 warnte F.Link aus Ebingen : Schon mehr als ein wohlbeleibter Wandersmann machte angesichts der schwankenden Leiter respektvoll kehrt. Leider sind die Fälle nicht ganz so selten, dass Unvorsichtige, die bei Nacht und Nebel die Leiter zum Aufstieg benützen wollten, ihre Waghalsigkeit mit einem Sturz in die Tiefe büßen mussten.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bestand A 28 aBd M 21 auf Landesarchiv-BW.de
  2.  Hermann Krauß, Orgelfonds-Pfarrer Peter Gall (Hrsg.): Orts und Kirchengeschichte von Meßstetten. 75 jähriges Bestehen der Kirche. Meßstetten, S. 17.
  3.  Landesarchiv Baden-Württemberg Abt.Staatsarchiv Sigmaringen (Hrsg.): Dep 38 T Nr.1292. Meßstetten.
  4.  Hermann Krauß, Orgelfonds-Pfarrer Peter Gall (Hrsg.): Orts und Kirchengeschichte von Meßstetten. 75 jähriges Bestehen der Kirche. Meßstetten, S. 19.
  5.  F.Link, Schwäbischer Albverein Stuttgart (Hrsg.): Albvereinsblätter 1894 Hossinger Leiter. S. 141.

Literatur[Bearbeiten]

  • Günter Schmitt: Burgen, Schlösser und Ruinen im Zollernalbkreis. Herausgegeben vom Landratsamt Zollernalbkreis, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2007, ISBN 978-3-7995-0186-6, S. 70–73.
  • Christoph Bizer: Oberflächenfunde von Burgen der Schwäbischen Alb – Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung. Herausgegeben vom Regierungspräsidium Stuttgart – Landesamt für Denkmalpflege, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-2038-7, S. 189–191.
  • Günter Schmitt: Burgenführer Schwäbische Alb, Band 5 – Westalb: Wandern und entdecken zwischen Reutlingen und Spaichingen. Biberacher Verlagsdruckerei, Biberach an der Riß 1993, ISBN 3-924489-65-3, S. 297–300.
  • Christoph Bizer, Rolf Götz: Vergessene Burgen der Schwäbischen Alb. DRW-Verlag, Stuttgart 1989, ISBN 3-87181-244-7, S. 77–78.

Weblinks[Bearbeiten]