Burg an der Wupper

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51.1376083333337.152777777777891Koordinaten: 51° 8′ 15″ N, 7° 9′ 10″ O

Burg an der Wupper
Stadt Solingen
Im geteilten Schild oben in Silber (Weiß) ein wachsender blaubewehrter, gekrönter roter zwiegeschwänzter Löwe, der in seiner rechten Pranke ein silbernes (weißes) Schwert hält. Unten in Blau ein silbernes (weißes) fünfspeichiges Rad.
Höhe: 91 m
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 42659
Vorwahl: 0212
Karte

Der Stadtteil Burg auf Solinger Stadtgebiet

Burg an der Wupper ist ein Stadtteil von Solingen. Bis zur Gebietsreform von 1975 war Burg an der Wupper eine selbstständige Gemeinde in Nordrhein-Westfalen. In Burg an der Wupper befindet sich die alte bergische Herzogsresidenz Schloss Burg.

Lage[Bearbeiten]

Burg liegt etwa sechs Kilometer Luftlinie südöstlich der Innenstadt von Solingen, sechs Kilometer südwestlich von Remscheid sowie fünf Kilometer westlich von Wermelskirchen. Der Stadtteil gliedert sich in die beiden Siedlungen Unterburg und Oberburg. Burg besitzt neben der gerade bei Trauungen beliebten Schlosskapelle eine evangelische Kirche in Unterburg und eine katholische Kirche in Oberburg.

Unterburg[Bearbeiten]

Unterburg liegt auf 91 m ü. NN am Fluss Wupper. In Unterburg befindet sich die weltweit einzige verbliebene O-Bus-Drehscheibe, die jedoch 2009 außer Betrieb ging, da die Endhaltestelle „Burger Bahnhof“ der O-Bus-Linie 683 nach außerhalb verlegt worden war.

In dem fast 2.000 Einwohner zählenden Ortsteil befinden sich relativ viele Ausflugslokale, die an den Sommerwochenenden gut besucht sind.

Oberburg[Bearbeiten]

Gut einhundert Höhenmeter oberhalb der Wupper liegt um das Schloss der Ortsteil Oberburg. Beide Ortsteile verbindet die der Topographie folgende Landesstraße L157. Seit 1952 steht Fußgängern neben einem Serpentinenweg ergänzend eine Seilbahn zur Verfügung, die durch Ernst Wilfer entworfen wurde.

Die Abfahrt „Schloss Burg/Wermelskirchen“ an der Autobahn A1 liegt nur wenige Kilometer östlich von Burg an der Wupper entfernt.

Eine beliebte Möglichkeit, den Bund der Ehe zu schließen, besteht direkt auf der Burg, wo das Standesamt Solingen in der Kemenate untergebracht ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Burg in Blickrichtung Wermelskirchen (2004)

Bestandteil der Industriegeschichte des Ortes sind unter anderem eine Eisengießerei, eine Maschinenfabrik, ein Stahlwalzwerk, eine Wollspinnerei, eine Deckenfabrik, eine Papier- und Maschinenfabrikation und verschiedene Schleifereien. Um 1880 hatte Burg 1.516 Einwohner. Die dürftigen Überreste der alten Burg, bis zum 13. Jahrhundert Residenz der Grafen von Berg, wurden Ende des 19. Jahrhunderts mit privaten Mitteln umfangreich und in historisierter Form restauriert.

Burg bildete als Freiheit im Herzogtum Berg bereits eine eigene Verwaltung, die Freiheit Burg wurde erstmals 1363 urkundlich erwähnt. Als selbstständige Stadt gehörte sie zuerst dem Kreis Solingen, danach dem Kreis Lennep und schließlich dem Rhein-Wupper-Kreis im preußischen Regierungsbezirk Düsseldorf an. Durch eine Gebietsreform wurde der Rhein-Wupper-Kreis zum 1. Januar 1975 aufgelöst. Die Stadt Burg verlor an diesem Tag ihre Eigenständigkeit und wurde der Stadt Solingen zugeordnet.[1] Burg war durch heute stillgelegte Straßenbahnlinien von Solingen entlang der heutigen Landesstraße L407 und von Remscheid entlang dem Eschbach an die Nachbarstädte angebunden. Weiterhin besteht eine Nahverkehrsverbindung nach Wermelskirchen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Seilbahn zum Schloss Burg
Blick auf Unterburg
Die ehemalige Kapelle an der Oberburg

An der Oberburg auf einer Wiese nördlich der Straße „am Hahn“ Ecke „Wermelskirchener Straße“ stand bis etwa 1830 eine kleine der Gottesmutter geweihte Kapelle. Sie ist in der Urkatasterkarte noch als Viereck mit einer halbrunden Apsis eingezeichnet. Gemäß den Katasterbüchern gehört die Wiese bis heute der katholischen Gemeinde. 1729 stiftete Freiherr Johann Bernhard von Franken, ein Sohn der Erbauer, eine so genannte Erbrente von 72 Talern auf sein freiadeliges Gut Kastein im Amt Mettmann. Die eigentliche Kapelle ist vor 1698 von Joh. Bernh. von Franken, kurpfälzischer Richter und Kellner zur Burg, verheiratet mit Anna Hasenclever, erbaut worden und wurde nach 1830 wegen Baufälligkeit abgerissen. Die früher im Dachreiter untergebrachte Glocke der Kapelle wird heute noch als Stundenglocke der Schlossuhr von Schloss Burg genutzt.[2][3]

Tourismus[Bearbeiten]

Auch wenn der in den 1950er- und 1960er-Jahren bedeutende Tourismus zum Ort und der Burganlage mittlerweile nachgelassen hat, werden Oberburg, Unterburg und Schloss Burg insbesondere an Wochenenden weiterhin von vielen Gästen besucht, denen relativ viele Restaurants, Cafés sowie Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels zur Verfügung stehen.

Es befinden sich um Burg zahlreiche Wege für Spaziergänger und Wanderer. Manche sind jedoch unbefestigt und teilweise recht steil.

Eine bekannte Spezialität mit Tradition in Burg ist die Burger Brezel. Früher gab es eine ganze Reihe von Brezelbäckern, die das besondere Gebäck herstellten. Ebenfalls typisch für Burg: Die Bergische Kaffeetafel oder die Bergischen Waffeln mit Milchreis, Kirschen, Sahne oder Vanilleeis; beide Gerichte sind an Sonntagnachmittagen stark gefragt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre war es üblich, den Familienausflug mit der Kaffeetafel zu krönen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  2. N. J. Breidenbach: Alte Höfe und Häuser im Wupperviereck.... Wermelskirchen 2011.
  3. R. Killing: Martinuskirche. Burg 2006.