Königsfeld im Schwarzwald

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Königsfeld im Schwarzwald
Königsfeld im Schwarzwald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Königsfeld im Schwarzwald hervorgehoben
48.1383333333338.4213888888889763Koordinaten: 48° 8′ N, 8° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Schwarzwald-Baar-Kreis
Höhe: 763 m ü. NHN
Fläche: 40,24 km²
Einwohner: 5832 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78126
Vorwahl: 07725
Kfz-Kennzeichen: VS
Gemeindeschlüssel: 08 3 26 031
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 2
78126 Königsfeld
Webpräsenz: www.koenigsfeld.de
Bürgermeister: Fritz Link
Lage der Gemeinde Königsfeld im Schwarzwald im Schwarzwald-Baar-Kreis
Schweiz Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Emmendingen Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Landkreis Waldshut Ortenaukreis Landkreis Rottweil Bad Dürrheim Blumberg Bräunlingen Bräunlingen Brigachtal Dauchingen Donaueschingen Furtwangen im Schwarzwald Gütenbach Hüfingen Hüfingen Königsfeld im Schwarzwald Mönchweiler Niedereschach St. Georgen im Schwarzwald Schönwald im Schwarzwald Schonach im Schwarzwald Tuningen Triberg im Schwarzwald Unterkirnach Unterkirnach Unterkirnach Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen VöhrenbachKarte
Über dieses Bild

Königsfeld im Schwarzwald ist eine Gemeinde im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg. Der Kurort ist eines der Zentren der Herrnhuter Brüdergemeine.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der namensgebende Ort liegt am Ostrand des Schwarzwalds, rund 11 km von Villingen-Schwenningen unweit der Bundesstraße 33.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Hardt und Eschbronn im Landkreis Rottweil, im Osten an Zimmern ob Rottweil und Niedereschach, im Süden an Villingen-Schwenningen und Mönchweiler und im Westen an die Stadt St. Georgen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Buchenberg, Burgberg, Erdmannsweiler, Königsfeld, Neuhausen und Weiler mit insgesamt 40 amtlich benannten Ortsteilen (Wohnplätzen). Diese sind räumlich identisch mit den früher selbstständigen Gemeinden gleichen Namens. Die offizielle Benennung der Ortsteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Gemeinde und durch Bindestrich getrennt nachgestellt der Name des jeweiligen Ortsteils. Mit Ausnahme im Ortsteil Königsfeld sind in den Ortsteilen Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet.[2]

Zum Ortsteil Buchenberg gehören das Dorf Buchenberg, die Zinken Bregnitz, Brogen, Glashalde, Halden, Lochbronn, Martinsweiler, Mönchhof, Muckenloch, Mühllehen, Nägelesee, Siehdichfür und Waldau und die Wohnplätze Fürndel, Kindersanatorium (Donishof), Lindenloch, Litzelbronn und Rainhäuser. Zum Ortsteil Burgberg gehören das Dorf Burgberg, die Zinken Däplisberg, Fuchsloch, Hutzelberg, Nonnenberg und Winterberg (mit Burgberg zusammengewachsen), das Gehöft Bauernäcker und die Wohnplätze Hinterer Hutzelberg, Nonnenhalde, Nonnenmühle und Stellwald. Zum Ortsteil Erdmannsweiler gehört das Dorf Erdmannsweiler. Zum Ortsteil Königsfeld gehört das Dorf Königsfeld im Schwarzwald. Zum Ortsteil Neuhausen gehören das Dorf Neuhausen und die Wohnplätze An der Königsfelder Straße, Im Moos und Katzenbühl. Zum Ortsteil Weiler gehören das Dorf Weiler und die Wohnplätze Dörnen, Gaisbrunnen, Kirchenmoos und Lerchenfeld. Im Ortsteil Königsfeld lag der in Königsfeld im Schwarzwald aufgegangene Bauernhof der Hörnlishof.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Planmäßige Siedlungsgründung der Herrnhuter Brüdergemeine auf Grundlage der Königlich-Württembergischen Verordnung vom 1. September 1806.

Die heutige Gemeinde entstand im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform am 1. Januar 1975. Bereits am 1. Januar 1973 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Weiler eingemeindet. Am 1. Januar 1974 folgte die Eingemeindung von Burgberg und Erdmannsweiler. Am 1. Januar 1975 vereinigten sich die Gemeinden Königsfeld im Schwarzwald, Buchenberg und Neuhausen bei Villingen zur Gemeinde Königsfeld im Schwarzwald.

Auf einem Sporn des Hutzelbergs befinden sich die Reste der Burg Bärenberg aus dem 11. Jahrhundert.

Wappen der früheren Gemeinden

Religionen[Bearbeiten]

Mit der Gesamtgemeinde bestehend aus der Zusammenarbeit der Herrnhuter Brüdergemeine und Kirchengemeinde der badischen Landeskirche ist Königsfeld überwiegend evangelisch geprägt. Neben den drei landeskirchlichen evangelischen Gemeinden sind aber auch die evangelisch-methodistische Kirche, die römisch-katholische Kirche und die Neuapostolische Kirche in Königsfeld vertreten.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 ergab folgendes Ergebnis[4]:

  1. Freie Wähler 41,8 % (+7,4) - 6 Sitze (+1)
  2. CDU 33,7 % (-1,7) - 5 Sitze (=)
  3. SPD 12,8 % (-4,5) - 2 Sitze (=)
  4. GRÜNE 11,7 % (-1,7) - 1 Sitz (-1)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Königsfeld liegt an der Schwäbischen Dichterstraße, dem Ostweg, dem Schwarzwald-Querweg Rottweil-Lahr und der Deutschen Uhrenstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Museen[Bearbeiten]

In Königsfeld steht das Albert Schweitzer-Museum in Schweitzers früherem Wohnhaus sowie ein Museum im Kirchengebäude, das sich mit der Geschichte des Ortes und der Herrnhuter Brüdergemeine befasst. Im Ortsteil Buchenberg gibt es ein Dorfmuseum.

Musik[Bearbeiten]

Die ev. Brüdergemeine verfügt über eine sehr ausgedehnte Blastradition und der Bläserchor der Evangelischen Gesamtgemeinde spielt regelmäßig bei Kirchenfesten in dem Kernort in der Kirche, auf dem Platz, in den Straßen und auch bei Beerdigungen. Aus Königsfeld kommt das Blechbläserensemble Eurobrass. Es gibt auch 2 Musikvereine in der Gemeinde: Den Musik- und Trachtenverein Neuhausen e.V. und die Trachtenkapelle Buchenberg e.V. Beide haben eine lange Tradition. Sie begleiten in ihren Ortsteilen kirchliche und weltliche Feste mit ihrer Blasmusik.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist mit einigen regionalen Buslinien erschlossen und gehört dem Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar an. Die nächsten Bahnhöfe sind Sankt Georgen im Schwarzwald (8 km) und Villingen im Schwarzwald (11 km), welche beide an der Badischen Schwarzwaldbahn liegen. Bis 1981 gab es bei Peterzell zusätzlich den Bahnhof Peterzell-Königsfeld. Die nächsten Autobahnanschlüsse sind AS Rottweil (A 81 StuttgartSingen) und AS Donaueschingen (A 864) bzw. Autobahndreieck Bad Dürrheim (A 81). In unmittelbarer Nähe führt auch die B 33 vorbei.

Bildung[Bearbeiten]

Mit den privaten Zinzendorfschulen – Realschule, Gymnasium, berufliche Gymnasien und Fachschulen für Erzieher und für Kinderpflege –, der Grund- und Hauptschule Königsfeld mit Werkrealschule sowie der Friedrich-von-Schiller Grundschule im Ortsteil Burgberg und der Grundschule Neuhausen bietet Königsfeld ein breites Bildungsangebot. Neben einem evangelischen Kindergarten im Kernort existieren in den Ortsteilen Neuhausen, Buchenberg, Erdmannsweiler und Buchberg kommunale Kindergärten. Der Verein Naturkindergarten Zauberwald Königsfeld e. V. betreibt, angelehnt an das Konzept des Waldkindergartens, seit 2008 einen Naturkindergarten. Ausgangspunkte sind zwei kindergarteneigene Bauwägen im Gewand Gaienbühl auf der Gemarkung Neuhausen.

Sehenswertes und Freizeit[Bearbeiten]

Der Ort liegt direkt an der Deutschen Uhrenstraße.

  • Albert-Schweitzer-Haus
  • Höfe- und Mühlenwanderwege
  • Dorfmuseum (Buchenberg) mit regionalspezifischen Uhren und deren Malerei sowie Schwarzwälder Uhren aus zwei Jahrhunderten
  • Sonnen-Erlebnis-Pfad
  • solarbeheiztes Freibad "Solara"
  • Die denkmalgeschützte, historische St.-Nikolaus-Kirche im Ortsteil Buchenberg stammt aus dem 11. Jahrhundert. Im Januar 2013 zerstörten zwei Minderjährige aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis mehrere wertvolle Fenster und deren Bleiverglasung. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf mehrere 10.000 Euro.[5]
  • Ruine Waldau

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Das Albert-Schweitzer-Haus in Königsfeld

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Albert Schweitzer; er baute im Jahre 1923 im Ortsteil Königsfeld ein Haus, das von seiner Frau und der gemeinsamen Tochter bis 1933 während seiner Aufenthalte in Lambaréné bewohnt wurde. 1949, anlässlich seines 65. Geburtstages, wurde Albert Schweitzer die Ehrenbürgerwürde von Königsfeld verliehen. Das Albert-Schweizer-Haus ist seit 2001 ein Forum für Information und Kommunikation.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde verbunden sind[Bearbeiten]

  • Gerhard Domagk (1895-1964), Pathologe, Bakteriologe und Nobelpreisträger, starb in Königsfeld; im Ortsteil Burgberg ist eine Straße nach ihm benannt
  • Leni Riefenstahl (1902-2003), Regisseurin und Fotografin, wohnte zeitweilig in Königsfeld[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Page: Königsfeld im Schwarzwald. Eine Gesamtanlage des frühen 19. Jahrhunderts. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 10. Jg. 1981, Heft 2, S. 47–53. (PDF; 6,5 MB)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Königsfeld im Schwarzwald vom 15. September 2004
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 574–576
  4. www.statistik.baden-wuerttemberg.de.
  5. Stephanie Jakober: Minderjährige verwüsten historische Kirche - riesiger Schaden. In: Südkurier vom 14. Januar 2013
  6. Ein Blick ins Staatsarchiv: Schätze oder Altpapier, Badische Zeitung, 24. August 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Königsfeld im Schwarzwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien