Burgbernheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Burgbernheim
Burgbernheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Burgbernheim hervorgehoben
49.4510.321111111111359Koordinaten: 49° 27′ N, 10° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Burgbernheim
Höhe: 359 m ü. NHN
Fläche: 42,32 km²
Einwohner: 2997 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91593
Vorwahl: 09843
Kfz-Kennzeichen: NEA, SEF, UFF
Gemeindeschlüssel: 09 5 75 115
Stadtgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
91593 Burgbernheim
Webpräsenz: www.burgbernheim.de
Bürgermeister: Matthias Schwarz (Freie Bürger)
Lage der Stadt Burgbernheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
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Über dieses Bild

Burgbernheim ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Burgbernheim. Die Stadt ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Burgbernheim liegt am Ostfuß der Frankenhöhe und am SW-Rand der Windsheimer Bucht. Auf dem Gebiet von Schwebheim (Ortsteil) entspringt die Aisch an einem Parkplatz der B 13. Über die Frankenhöhe verläuft die Europäische Wasserscheide zwischen Donau und Rhein. Auf Burgbernheimer Gebiet ist das Quellgebiet der Altmühl. Eine gefasste Quelle liegt bei der Siedlung Erlach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind:

(Aufzählung: Im Norden beginnend im Uhrzeigersinn.)

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Burgbernheim besteht aus insgesamt zehn Stadtteilen[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

  • 741/742: Erste Erwähnung. Frankenherzog Karlmann stattet das neu gegründete Bistum Würzburg mit umfangreichen Zehntrechten aus, u. a. vom Krongutsbezirk Berenheim, dessen Mittelpunkt ein Königshof bildete.
  • 1000: Kaiser Otto III. schenkt dem Würzburger Bischof Burg und Dorf Ber(en)heim mit dem zugehörigen Wald.
  • 1280: Mit dem Erwerb der Vogtei Bernheim durch Burggraf Friedrich III. von Nürnberg kommt der Ort unter die Vogteiherrschaft der Zollern – der Bischof bleibt jedoch Lehnsherr. Um diese Zeit wird der Ort erstmals Burgbernheim genannt. Eine Unterscheidung von dem Bernheim am Main (Mainbernheim) war erforderlich geworden!
  • 1385: Die Zollern teilen ihre Besitzungen in das Oberland von Kulmbach und das Unterland von Ansbach.
  • 1415/17: Der Nürnberger Burggraf wird mit der Mark Brandenburg belehnt. Er und seine Nachfolger führen den Titel Markgraf von Brandenburg.
  • 1437: Burgbernheim kommt im Rahmen eines Gebietsausgleichs zum Obergebirgischen Unterland des Fürstentums Kulmbach / Bayreuth.
  • 1449: Markgraf Albrecht Achilles führt Krieg gegen die Reichsstädte: Erster Markgrafenkrieg. Rothenburger brennen den Ort ab. Die Bevölkerung sucht in der Kirchenburg Zuflucht.
  • 1460–1463: der Markgraf bekriegt den Herzog von Bayern-Landshut, die Bischöfe von Würzburg und Bamberg und andere.
  • 1463: der Markgraf erhält Burgbernheim (erneut) als Würzburger Lehen.
  • 1500: Die Markgrafschaft gehört bis zu ihrem Ende dem Fränkischen Reichskreis an.
  • 1525: Burgbernheimer beteiligen sich am Bauernkrieg. Ein Gregor (Krieger?) von Bernheim wird in Verbindung mit Florian Geyer genannt. Markgraf Kasimir brandschatzt „Berna“ um 1200 Gulden.
  • 1528: Markgraf Georg der Fromme führt die lutherische Lehre ein.
  • 1618/48: Verwüstungen, Hunger und Pest im Dreißigjährigen Krieg. Am 30. Oktober 1631 verwüsten kaiserliche Truppen des Generals Tilly den Ort. Sie erstürmen die Kirchenburg, in die sich die Bevölkerung geflüchtet hat.
  • 1756: Weil die Bayreuther Linie der Hohenzollern keinen männlichen Nachfolger hat, geht die Herrschaft entsprechend den Hausverträgen an den Ansbacher Markgrafen über.
  • 1791/92: Nach Abdankung des letzten Markgrafen kommt Burgbernheim mit dem Fürstentum Bayreuth zum Königreich Preußen.
  • 1810: Nach vierjähriger Zugehörigkeit zum Frankreich Napoleons kommt das Fürstentum Bayreuth zum Königreich Bayern.
  • 1954: Burgbernheim wird Stadt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Buchheim mit den am 1. Juli 1972 in sie eingegliederten Orten Pfaffenhofen und Schwebheim[3] eingemeindet.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2008[5]
Wahlbeteiligung: 67,43 %
 %
40
30
20
10
0
39,91 %
36,18 %
23,91 %

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 16 Mitgliedern.

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Spätmittelalterliche Kirchenburg am Osthang des Kapellenbergs, vermutlich Erweiterung der im Jahr 1000 erwähnten Burg (castellum) Berenheim.
    Erhalten sind:
    • Die St. Johanneskirche, im 19.Jh. neugotisch erweitert, wobei von dem Vorgängerbau (1102) das sehenswerte romanische Portal übernommen wurde. Gotischer Chor von 1444.
    • Das Torhaus aus dem Jahre 1545. Das früher mit einer Zugbrücke versehene stattliche Fachwerkgebäude schützte den Zugang zur Kirchenburg und diente als Wachtturm. In einem Türmchen auf dem Torhaus befindet sich das „Neunuhrglöcklein“.
    • Der „Seilersturm“ im Nordosten ist der einzige erhaltene Eckturm. Fachwerkobergeschoss aus dem 16. Jahrhundert.
  • Ehemalige Rossmühle, 1558 erbaut, interessantes Fachwerkobergeschoss, früher eine mit Pferdekraft betriebene Mühle, wird heute für Veranstaltungen genutzt.
  • Kriegerdenkmal 1914–1918.
    Das begehbare Denkmal auf dem Kapellenberg wurde 1925 für die 84 Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus Burgbernheim errichtet. Nach 1945 erfolgte die Nachwidmung des Denkmals für die 205 gefallenen Männer aus Burgbernheim. Alle Namen sind auf Ehrentafeln verewigt.
  • Rathaus. 1803 auf dem Grund eines Vorgängerbaues von 1616 neu erbaut. Der (heute unterirdisch) im Viereck um das Rathaus herumgeführte Ortsbach dürfte früher eine Schutzfunktion ausgeübt haben.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Senderanlage[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sender Burgbernheim

In unmittelbarer Nachbarschaft zu Burgbernheim steht der Sender Burgbernheim der Deutsche Funkturm. Er steht nur 5 km vom Sender Büttelberg entfernt.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Als Burgbernheimer Spezialität ist der „Bernemer Zwetschgenschnaps“ bekannt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die B 13 führt von Nordwesten nach Südosten durch das Burgbernheimer Gemeindegebiet, die B 470 führt von West nach Ost, beide kreuzen sich auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Marktbergel.

Seit Juni 1997 gehört das Stadtgebiet zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. Die Haltestelle Burgbernheim (früher Bahnhof Burgbernheim Markt) an der Bahnstrecke Neustadt (Aisch)–Steinach bei Rothenburg wird seitdem von der R81 Neustadt (Aisch)–Steinach (b. R. o. d. T.) bedient.

1978 wurde die Station Burgbernheim Bahnhof an der Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg von der Bundesbahn aufgegeben. Dieser Bahnhof wurde im Dezember 2010 als Haltepunkt Burgbernheim-Wildbad wieder in Betrieb genommen und von der Linie R8 Treuchtlingen–Uffenheim bedient.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das holzverarbeitende Unternehmen Rettenmeier betreibt hier ein Werk. Ebenso liegt die Produktionsanlage der Brothaus Bäckerei im Industriegebiet der Stadt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Konrad Barthel: Bürgerbuch des ehemaligen Marktfleckens Burgbernheim 1597–1840. Nürnberg 2005 (Freie Schriftenfolge der Gesellschaft für Familienforschung in Franken, 23). ISBN 3-929865-07-6
  • Hermann Emmert: Burgbernheim – Orts- und Häusergeschichte bis ins 21. Jahrhundert. Nürnberg 2008 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 22). ISBN 978-3-929865-54-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1446&attr=590&modus=automat&tempus=20110609/175435&hodie=20110609/175556
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 583.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  5. http://www.kreis-nea.de/komxpress/DynDox/7CB111F5-B38F-4D94-95EA-0634E3EC1A38/Gemeinderatswahl%20Burgbernheim%202008.pdf

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burgbernheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien