Burgfelden

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Dieser Artikel beschreibt den Stadtteil Burgfelden der Stadt Albstadt; für den Stadtteil von Saint-Louis im Elsass siehe Bourgfelden.

48.2413888888898.9322222222222912Koordinaten: 48° 14′ 29″ N, 8° 55′ 56″ O

Burgfelden
Stadt Albstadt
Ehemaliges Gemeindewappen von Burgfelden
Höhe: 912 m ü. NN
Einwohner: 314 (31. Dez. 2012)
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Eingemeindet nach: Pfeffingen
Postleitzahl: 72459
Vorwahl: 07435
Karte

Lagekarte von Burgfelden im Stadtgebiet Albstadt

Blick auf den Ortskern Burgfelden

Blick auf den Ortskern Burgfelden

Burgfelden ist der kleinste Stadtteil von Albstadt im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg auf der Schwäbischen Alb.

Geographie[Bearbeiten]

Burgfelden liegt auf 912 m ü. NN auf einer Hochebene, der die Schalksburg vorgelagert ist. Von der Schalksburg aus ist als tiefer Einschnitt das Eyachtal zu sehen. Auf der Hochebene befindet sich auch der Böllat (920 m ü. NN), ein nach drei Seiten schroff abfallender Berggipfel, der einen Blick auf das Umland bietet. Auch das Hochplateau des benachbarten Heersbergs, mit 954 m ü. NN die höchste Erhebung Burgfeldens, schließt noch über eine etwa 60 m breite Verbindung an die Hochebene Burgfeldens an.

Geschichte[Bearbeiten]

Aussichtsturm auf dem Gelände der ehemaligen Schalksburg

Burgfelden wurde im Jahre 1064 erstmals als Burchveld urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich entstand das Dorf aus einem uralten Adelssitz aus dem 7. Jahrhundert heraus. Erste Siedlungsspuren stammen aus der Bronze- und Latènezeit. Im Gebiet der Schalksburg erfolgten Scherbenfunde aus der mittleren Bronzezeit, mit Funden auch aus der Urnenfelderzeit (späte Bronzezeit), aus der Hallstatt- und Latènezeit (Eisenzeit) sowie der Römerzeit.

Am 1. Juli 1971 wurde die Gemeinde Burgfelden in die Nachbargemeinde Pfeffingen eingemeindet. Am 1. Januar 1975 wurde Pfeffingen mit Burgfelden Teil der neu gegründeten Großen Kreisstadt Albstadt.

Schalksburg[Bearbeiten]

Im Zuge einer Erbfolgeteilung fiel Burgfelden zusammen mit Balingen, Pfeffingen und Laufen an der Eyach 1288 unter die Herrschaft der Schalksburg, wo eine Nebenlinie der Hohenzollern bis 1403 herrschte. Im Jahr 1403 wurde die Herrschaft Schalksburg mit der Stadt Balingen und 17 weiteren Ortschaften, darunter Burgfelden durch Graf Friedrich V. von Zollern-Schalksburg nach dem Tode seines einzigen Sohnes für 28.000 Gulden an Graf Eberhard III. († 1417) von Württemberg verkauft. Dieser Übergang der Herrschaft an die Württemberger wird in der Hirschguldensage überliefert, die von Gustav Schwab und Wilhelm Hauff festgehalten wurde.

Burgfelden wurde dem Amt bzw. Oberamt Balingen zugeordnet, aus dem 1934 der Landkreis Balingen hervorging.

St.-Michaels-Kirche[Bearbeiten]

St.-Michaels-Kirche

Teile der Grundmauern des ersten, spätmerowingischen Baues der kleinen St.-Michaels-Kirche stammen vermutlich aus der Zeit um 700 n. Chr. Untersuchungen an den Gebeinen aus einem Doppelgrab unter der Apsis ergaben, dass die erste Grabanlage wohl in der ersten Hälfte, die zweite Bestattung wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts erfolgte. Die heute erhaltene Kirche stammt aus dem 11. Jahrhundert. Bekannt ist St. Michael durch seinen Turm und die romanischen Wandmalereien von 1070/1080, die als bedeutende Beispiele monumentaler Frühromanik gelten. Hervorzuheben ist die großflächige Darstellung des Weltgerichtsbildes mit der mehrfachen Darstellung des apokalyptisch bedeutsamen Erzengels und die Wiederkunft Christi zum Gericht an der Ostwand der Michaelskapelle. Parallelen zur Georgskirche (Reichenau-Oberzell) auf der Insel Reichenau zeigen Einflüsse oder Herkunft aus der Reichenau-Schule. Der Pfarrsprengel von St. Michael umfasste 1275 neben der Burgkapelle auf der Schalksburg auch die Kirchen in Pfeffingen, Zillhausen, Ufhofen, Wannental, Laufen und Streichen. Nach der Reformation war St. Michael evangelische Pfarrkirche, doch wurde der Pfarrsitz 1575 nach Pfeffingen verlegt. Die Wandmalereien entdeckte man 1892, als das Kirchlein für einen Neubau abgerissen werden sollte. 1896 wurde schließlich an anderer Stelle eine neue Kirche erbaut.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Burgfelden ist mit 345 Einwohnern (Stand: Juni 2006) der kleinste Stadtteil von Albstadt. 1477 waren in Burgfelden nur drei Häuser und die Kirche aktenkundig. 1892 sollte die Kirche abgerissen werden, weil sie für die stark angewachsene Bevölkerung zu klein wurde. 1820 waren 167 Einwohner, 1871 waren 236 Einwohner verzeichnet.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

siehe: Liste der Bürgermeister von Albstadt

Ortsvorsteher[Bearbeiten]

  • 1971–1984: Hermann Schatz
  • 1984–1996: Hans-Friedrich Wissmann
  • 1996–1997: Peter Schopfer
  • 1998–2002: Thomas Haas (kommissarisch)
  • 2002-2009: Marina Flügel
  • seit 2009: Hubert Reinauer

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens von Burgfelden zeigt in Schwarz und Silber (den Farben der Hohenzollern) gehalten, ein im Zinnenschnitt schräglinks geteiltes Schild, das die Burganlage symbolisiert und oben einen rüttelnden silbernen Turmfalken. Das Wappen wurde der Gemeinde am 25. Mai 1950 verliehen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burgfelden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Wissmann: An der Eyachquelle. Ein Heimatbuch von Pfeffingen und Burgfelden. Pfeffingen 1959.
  • Michaelskirche Burgfelden. Mit Beiträgen von D. Jakobs, A. Kottmann, H. F. Reichwald, E. Schmidt und P. Volkmer. Herausgegeben vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg. Beuroner Kunstverlag Josef Fink: Beuron 2004, 84 Seiten, 83 Abb., ISBN 3-89870-196-4.
  • Ludwig Herter: Aus Burgfeldens schwersten Tagen. Die Jahre 1945-1950. Burgfelden 2009
Blick vom „Böllat“ in Richtung Frommern und Balingen (2011)