Burgfestspiele Bad Vilbel

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Burgkulisse von außen

Die Burgfestspiele Bad Vilbel finden seit 1987 jährlich von Anfang Juni bis Anfang September in der historischen Wasserburg von Bad Vilbel statt. Neben vier eigenen Theaterinszenierungen werden auf der Freilichtbühne auch zahlreiche Gastspiele, Theateraufführungen für Kinder sowie Matineen (Kabarett- und Soloprogramme bekannter Künstler) aufgeführt. Seit 2001 gehören die Burgfestspiele Bad Vilbel zur Arbeitsgemeinschaft der zehn deutschen Festspielorte, einem Zusammenschluss von professionellen Freilichtbühnen Deutschlands.

Die Spielstätte[Bearbeiten]

Wasserburg Bad Vilbel

Die Burgfestspiele finden jedes Jahr in den Resten einer alten Wasserburg, gelegen im nördlichen Teil des Bad Vilbeler Kurparks, statt. Diese Wasserburg war einst Wohnsitz der Ritter von Vilbel, von 1581 bis 1796 diente sie als Amtssitz der kurmainzischen Verwaltung. Ihre ältesten Bauteile stammen aus dem 12. Jahrhundert. Nach ihrer Zerstörung im Jahre 1399 wurde sie erneut und vergrößert wieder aufgebaut; seit der zweiten Zerstörung im Jahre 1796 ist sie Ruine geblieben. Bemerkenswert sind der umgebende Wassergraben, das Tor mit Wappenschild, ein barocker Brunnen im Hof und der große Palas über einem langen tiefen Keller. Vor der Bühne und auf zwei überdachten Tribünen stehen während der Burgfestspiele pro Aufführung etwa 700 Zuschauerplätze zur Verfügung.

Entstehungsgeschichte der Burgfestspiele[Bearbeiten]

1986 wurde die Idee entwickelt, in der Ruine der Bad Vilbeler Wasserburg ein Freilichttheater zu eröffnen. Initiatoren waren Bodo Preck, der spätere Intendant der Burgfestspiele, und Bürgermeister Günther Biwer.

Im Sommer 1987 fanden dann die ersten Bad Vilbeler Burgfestspiele statt. Auf dem Spielplan stand Dario Niccodemis Komödie „Scampolo“ mit Barbara Kratz in der Hauptrolle sowie Klaus Dahlen, Sonya Martin und anderen. Aufgrund der guten Resonanz wurde beschlossen, die Festspiele in Bad Vilbel zur regelmäßigen Einrichtung werden zu lassen.

In den Jahren 1988 und 1989 blieb es bei nur einer Eigenproduktion auf dem Spielplan. 1990 wurde dann das Angebot um einige Veranstaltungen erweitert: Erstmals wurde Theater für Kinder gezeigt, an fünf Sonntagen fanden literarische Matineen statt, und zum ersten Mal war ein anderes Ensemble zu Gast, die Schlossfestspiele Ettlingen. Ebenfalls 1990 übernahm Klaus Havenstein die Intendanz der Burgfestspiele. Zum fünfjährigen Bestehen der Burgfestspiele wurden 1991 zwei Eigenproduktionen in den Spielplan aufgenommen, zudem wurde auch das Gastspielangebot ausgebaut.

1993 übernahm Jörg Reichlin für die folgenden sechs Spielzeiten die künstlerische Leitung der Burgfestspiele. Mit Shakespeares „Ende gut, alles gut“ wurden 1994 in Neuwied und Bad Pyrmont erste Gastspielerfahrungen gesammelt. Seit 1995 wird auch der Burgkeller für Vorstellungen genutzt. Das Kulturamt der Stadt Bad Vilbel, das von Anfang an die Burgfestspiele organisatorisch betreute, hat seit 1999 auch die Künstlerische Leitung inne.

Die Besucherzahlen stiegen kontinuierlich von anfangs ca. 5.000 bis derzeitig über 70.000.

Seit November 2000 sind die Burgfestspiele Bad Vilbel Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft deutscher Festspielorte neben Bad Hersfeld, Ettlingen, Jagsthausen und anderen.

Das Festspielgelände[Bearbeiten]

Verwaltung und Werkstatt befinden sich in der Zehntscheune

Seit 1993 wird die Zehntscheune, ein historischer Fachwerkbau gegenüber der Wasserburg, für die Burgfestspiele genutzt. In ihr befinden sich u. a. das Betriebs- und das Kartenbüro der Burgfestspiele, die Schreinerei sowie eine Schneiderei und die Werkstatt für die Bühnenbildner.

Die Programmgestaltung und -durchführung sowie sämtliche Verwaltungsaufgaben der Burgfestspiele werden vom städtischen Kulturamt ausgeführt.

Der Spielplan[Bearbeiten]

Der Spielplan wurde von anfänglich einer einzigen Produktion gemeinsam mit der Ausstattung der Bühne weiter ausgebaut. Heute steuern die Burgfestspiele vier Eigenproduktionen auf der Burghofbühne und zwei kleinere Produktionen im Burgkeller zu dem vielfältigen Festspielprogramm bei. Als Konstante bei der Spielplangestaltung hat sich dabei ein Schauspielklassiker, ein Stück von Shakespeare, eine Boulevardkomödie und ein Musical entwickelt.

Um dieses Kernstück gruppieren sich inzwischen die sonntäglichen literarischen Matineen mit prominenten Gästen, eine Musicalgala, Gastspiele von Solo-Künstlern, Kabarett- und Schauspielbühnen und ein Kindertheaterprogramm.

Die Inszenierungen[Bearbeiten]

Burgmauer mit Kulissenteilen

2012 Arsen und Spitzenhäubchen (Kesselring), Des Teufels General (Zuckmayer), Kiss me Kate (Porter), Sehnsucht nach St. Pauli, Michel aus Lönneberga (Lindgren), Hänsel und Gretel (Humperdinck), Shockheaded Peter // Struwwelpeter (McDermott/Crouch), Die Geierwally (Bockmayer)

2011 Die Feuerzangenbowle (Spoerl), Anatevka (Bock/Stein), Tortellini, Touristen und ein Testament, Don Karlos (Schiller), Ganze Kerle (Renard), Die Zauberflöte für Kinder (Mozart), Shockheaded Peter // Struwwelpeter (McDermott/Crouch)

2010 My Fair Lady (Loewe, Lerner), Die Räuber (Schiller), Kalender Boys (Kruppa, Pinkus), Wir machen Musik – Eine UFA Revue, Je schöner der Schlager!, Don Camillo und Peppone (Theobalt, Guareschi)

2009 Floh im Ohr (Georges Feydeau), Cabaret (Masteroff, Ebb, Kander), Hamlet (Shakespeare), Minirock und Hitparade, Ladies Night (McCarten, Sinclair)

2008 Der Hauptmann von Köpenick (Carl Zuckmayer), Kabale und Liebe (Friedrich Schiller), Frankensteins Monster (Friedrich Karl Waechter), Jekyll & Hyde (Leslie Bricusse), Ladies Night (McCarten, Sinclair)

2007 Jesus Christ Superstar (Regie: Egon Baumgarten), Der Revisor (Nikolaj Gogoi), Gefährliche Liebschaften (Christopher Hampton), Ladies Night (ganz oder gar nicht)

2006 Pension Schöller (Carl Laufs/Wilhelm Jacoby), Harry und Sally (Joan Vives), Othello (William Shakespeare), Jetzt oder nie - Die Comedian Harmonists Teil II (Gottfried Greiffenhagen/Jörg Daniel Heinzmann), Gefühlsecht N. 2(Erotische Lesung), Misery (Stephen King/Simon Moore)

2005 Der Widerspenstigen Zähmung (William Shakespeare), Die Comedian Harmonists (Gottfried Greiffenhagen/Franz Wittenbrink), Maria Stuart (Friedrich Schiller), Und ewig rauschen die Gelder (Michael Cooney), Gefühlsecht (Erotische Lesung), Shakespeare, Mörder, Pulp und Fiktion (John von Düffel)

2004 Der Raub der Sabinerinnen (Franz und Paul Schönthan), Evita (Andrew Lloyd Webber/Tim Rice), Die drei Musketiere (Axel Schneider nach A. Dumas), Faust (Johann Wolfgang von Goethe)

2003 Wie es euch gefällt (William Shakespeare), Evita (Andrew Lloyd Webber/Tim Rice), Lola Blau (Georg Kreisler), Loch im Kopp (Wolfgang Deichsel), Der nackte Wahnsinn (Michael Frayn)

2002 Der Name der Rose (Umberto Eco), Bleiwe losse (Wolfgang Deichsel), Bitte erschieß' deinen Gatten! (Jo von Nelsen), Außer Kontrolle (Ray Cooney), Wir richten scharf und herzlich (Jo von Nelsen), Der eingebildete Kranke (Wolfgang Deichsel)

2001 Die Dreigroschenoper (Bertolt Brecht/Kurt Weill), Die Hose (Carl Sternheim), Wir richten scharf und herzlich (Jo van Nelsen), Der eingebildet Kranke (Wolfgang Deichsel),: "Die Dreigroschenoper"

2000 Die Schule der Frauen (Wolfgang Deichsel), Frank & Stein (Ken Campbell), Ein Sommernachtstraum (William Shakespeare), Der Tartüff (Wolfgang Deichsel) , Der gute Dieb (Conor McPherson)

1999 Ladykillers (Elke Körver u. Maria Caleita), Die Schule der Frauen (Wolfgang Deichsel), Frank & Stein (Ken Campbell), Antigone (Jean Anouilh)

1998 Der Mord unten in Lourcine (Eugène Labiche), Romeo und Julia (William Shakespeare)

1997 Arsen und Spitzenhäubchen (Joseph Kesselring), Volpone und die Erbschleicher (Ben Jonson)

1996 Was ihr wollt (William Shakespeare), Der zerbrochne Krug (Heinrich von Kleist)

1995 Der Diener zweier Herren (Carlo Goldoni), Wer einen Fuß stiehlt, hat Glück in der Liebe (Dario Fo)

1994 Ende gut, alles gut (William Shakespeare), Der betrogene Ehemann (Jean Baptiste Moliere)

1993 Die Freier (Joseph Freiherr von Eichendorff), Das Sparschwein (Eugene Labiche)

1992 Dame Kobold (Pedro Calderón de la Barca), Der Regenmacher (N. Richard Nash) Bühnenbild: Bernd Schulmeyer

1991 Die deutschen Kleinstädter (August von Kotzebue), Der Prozeß um des Esels Schatten (Friedrich Dürrenmatt)

1990 Helden (Bernard Shaw)

1989 Der Ritter vom Mirakel (Lope de Vega)

1988 Die Streiche des Scapin (Jean Baptiste Molière)

1987 Scampolo (Dario Niccodemi)

Weblinks[Bearbeiten]

50.1850058.744656Koordinaten: 50° 11′ 6″ N, 8° 44′ 40,8″ O