Burggymnasium Essen

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Burggymnasium Essen
Burggymnasium Essen.JPG
Schulform Gymnasium
Gründung 852
Ort Essen
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 27′ 18″ N, 7° 0′ 54,5″ O51.4550111111117.01515Koordinaten: 51° 27′ 18″ N, 7° 0′ 54,5″ O
Träger Stadt Essen
Schüler ca. 800
Lehrer ca. 50
Leitung OStD Petra Schnell-Klöppel
Website www.burggymnasium.de
Königliches Gymnasium ab 1882, durch Brandbomben 1943 zerstört

Das Burggymnasium in der Essener Innenstadt führt seinen direkten Ursprung auf die Vereinigung zweier lange vorher existierender Essener Gelehrtenschulen im Jahre 1819 zurück; des ehemaligen lutherischen Gymnasiums (gegründet 1564) und der älteren katholischen Stiftsschule, die 852 als Schule für adelige Damen gegründet wurde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Im 9. Jahrhundert wurde in Essen eine katholischen Stiftsschule gegründet. 1564 folgte die Gründung einer lutherischen Lateinschule durch den Rat der Stadt Essen. Diese gelangte unter ihrem Direktor Johann Heinrich Zopf im 18. Jahrhundert regelrecht Vorbildcharakter für erste Schulreformen, die auf eine praxisorientierte Ausbildung ausgerichtet waren.[1] Sein Schüler Johann Julius Hecker begründete das preußische Realschulwesen. Bereits seit dieser Zeit bestand eine enge Verbindung zum Collegium Groeningianum in der preußischen Provinz Pommern.[2]

1819 kam es zur Vereinigung der beiden konfessionellen Gelehrtenschulen. Als am 1. Mai 1824 die beiden zu einem preußisch-königlichem Gymnasium vereinigten Schulen die ehemalige Jesuitenresidenz, die an der Stelle des jetzigen Burggymnasiums stand, als neues Schulgebäude bezogen, schrieb der Rheinisch-Westfälische Anzeiger (5. Mai 1824): „Der erste Mai dieses Jahres wird und muss für die Bewohner Essens bis auf fernere Zeiten ein Tag der Freude und des Segens bleiben.“ 1924 wurde die Schule ein staatliches Gymnasium, sie hieß damals "Gymnasium am Burgplatz".

Den Namen Burggymnasium erhielt die Schule 1933. Als der Burgplatz in Adolf-Hitler-Platz umbenannt wurde, entging sie damit der drohenden Umbenennung in Adolf-Hitler-Gymnasium. Zehn Jahre später, in der Nacht vom 3. auf den 4. April 1943, wurde das Schulgebäude während eines Bombenangriffs auf Essen völlig zerstört. Von 1952 (Klassentrakt) bis 1956 (Turnhalle und Aulatrakt) wurde die Schule am angestammten Platz in der jetzigen Form neu aufgebaut. 1974 wurde das bisher staatliche Burggymnasium dann eine städtische Schule. Im Jahr 1975 folgte die offizielle Aufnahme der Koedukation.

1992 wurde Englisch als erste Fremdsprache in Klasse 5 eingeführt und 1995 das Burggymnasium Mehrsprachenmodell. 2001 erfolgte die Einführung von Profilklassen zur Schulzeitverkürzung und Begabtenförderung.

2004 übernahm das Burggymnasium zusätzlich die Räumlichkeiten der Luisenschule Essen, deren Schulbetrieb eingestellt wurde.

Das Orchester des Burggymnasiums ist heute ein über Essen hinaus bekanntes Schulorchester; bei den Schulkonzerten in der akustisch exzellent ausgelegten Aula liegen die Besucherzahlen über 400 Personen. 2007 wurden die sogenannten Bläserklassen eingeführt. Für diese können sich Schüler der 5. und 6. Klassen anmelden, um in Kleingruppen in Kooperation mit der Folkwang-Musikhochschule Essen ein Instrument zu erlernen. An der Ruhr-Universität Bochum spielt die Bigband der Schule jährlich bei der Verabschiedung der Absolventen der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

[Bearbeiten] Gebäude und Architektur

Das Gebäude des Burggymnasiums Essen wurde 1952 von dem Architekten Horst Loy entworfen, der u. a. auch einen inzwischen ersetzten Neubau des Folkwang-Museum 1956 in Essen gestaltet hat. Dieser erste Neubau eines Essener Gymnasiums nach dem Zweiten Weltkrieg steht auf der Denkmalliste der Stadt.[3]

[Bearbeiten] Besonderheiten der Schule

[Bearbeiten] Musik

  • Musikklasse in Klasse 5 und 6 in Kooperation mit der Folkwangmusikschule Essen
  • Vororchester
  • Burgorchester
  • Juniorband
  • BurgBigBand

[Bearbeiten] Sprachangebot

  • Latein ab Klasse 5 (parallel zu Englisch einsetzende Fremdsprache)
  • Englisch intensiv (in den Klassen 5 und 6 jeweils zwei zusätzliche Unterrichtsstunden)
  • Englisch bilingual ab Klasse 7 (Biologie oder eine Gesellschaftswissenschaft bilingual)
  • Französisch oder Latein als zweite bzw. dritte Fremdsprache ab Klasse 6
  • Spanisch ab Klasse 8 als dritte bzw. vierte Fremdsprache
  • Chinesisch ab Klasse 10 (Oberstufe)

[Bearbeiten] Herbstakademie

Dabei handelt es sich um ein Projekt für die Jahrgangsstufe 12, das jeweils zu Beginn des ersten Schulhalbjahres durchgeführt wird. Das Programm beinhaltet neben Einführungen in das Leben an der Universität und Übungen für Bewerbungen und Einstellungsgespräche, einem Rhetorik-Kurs und einem Benimm-Training, auch Konzentrationstraining sowie Entspannungsübungen bis hin zum Tanzkurs. Die Betreuung der Kurse erfolgt durch externe Dozenten aus den entsprechenden Fachbereichen.

[Bearbeiten] ZEUS

Das Burggymnasium nimmt regelmäßig am Projekt ZEUS (Zeitung Und Schule) teil, das in Essen durch die Verlage der WAZ und NRZ unterstützt wird. Im Rahmen des zirka siebenwöchigen Projekts erhalten die Schüler der Stufe 8 die Tageszeitung, lesen und besprechen sie im Unterricht. Zudem erstellen sie selbst Artikel, die online oder im Lokalteil veröffentlicht werden können.

[Bearbeiten] Ehemalige Schüler des Burggymnasiums Essen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Google books: Eduard Heyden – Gallerie berühmter und merkwürdiger Reussenländer; eine biographische Sammlung ... Frankfurt am Main, 1858; S. 171ff., zuletzt gesichtet am 5. August 2011
  2. Hugo Bloth: "Brückenschlag zwischen dem Burg- und Gröning'schen Gymnasium in Essen und Stargard seit mehr als 150 Jahren." In: Festschrift 150 Jahre Burggymnasium Essen. Essen 1974. S. 32f.
  3. Burggymnasium in der Denkmalliste der Stadt Essen, zuletzt gesichtet am 5. August 2011

[Bearbeiten] Literatur

  • Festschrift 150 Jahre Burggymnasium Essen. Essen 1974.
  • Festschrift 175 Jahre Burggymnasium Essen. Essen 1999.
  • Eduard Heyden: Gallerie berühmter und merkwürdiger Reussenländer: eine biographische Sammlung. Frankfurt am Main 1858. S. 171f.
  • Karl Overmann : Die Geschichte der Essener höheren Lehranstalten im 17. und 18. Jahrhundert mit besonderer Berücksichtigung des Evangelisch-Lutherischen Gymnasiums und seines Direktors Johann Heinrich Zopf. In: Essener Beiträge, 1928.

[Bearbeiten] Weblinks

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