Burghaun

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Burghaun
Burghaun
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Burghaun hervorgehoben
50.6966666666679.7252777777778261Koordinaten: 50° 42′ N, 9° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Fulda
Höhe: 261 m ü. NHN
Fläche: 65,04 km²
Einwohner: 6527 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 36151,
36166 (Sennhütte)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 06652, 06653
Kfz-Kennzeichen: FD
Gemeindeschlüssel: 06 6 31 002
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßstraße 15
36151 Burghaun
Webpräsenz: www.burghaun.de
Bürgermeister: Alexander Hohmann (SPD)
Lage der Gemeinde Burghaun im Landkreis Fulda
Eiterfeld Burghaun Rasdorf Hünfeld Nüsttal Bad Salzschlirf Großenlüder Fulda Petersberg (Hessen) Hofbieber Tann (Rhön) Hilders Dipperz Künzell Poppenhausen (Wasserkuppe) Ehrenberg (Rhön) Gersfeld (Rhön) Ebersburg Eichenzell Kalbach Flieden Hosenfeld Neuhof (bei Fulda) Main-Kinzig-Kreis Bayern Thüringen Landkreis Hersfeld-Rotenburg VogelsbergkreisKarte
Über dieses Bild

Burghaun ist eine Marktgemeinde im Landkreis Fulda in Osthessen, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Burghaun liegt mit ihren Ortsteilen inmitten der hessischen Kuppenrhön, auch bekannt als das Hessische Kegelspiel - es ist der nördlichste Teil der hessischen Rhön. Die neun Basaltkegel bilden aus der Luftperspektive betrachtet eine Rosettenformation, die mit der „Kegelkugel“ - dem Stoppelsberg - der Landschaftsformation ihren Namen gibt. Geologisch liegt Burghaun mit den umliegenden Gemeinden in einem urzeitlichen Binnenmeer, was bei vielen Wanderungen rings um Burghaun an verschiedenen Sediment-Formationen zu erkennen ist.

Burghaun liegt, wie der Name schon andeutet, im Tal der Haune - eines Nebenflusses der Fulda - und ist durch deren Flussverlauf geprägt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Burghaun grenzt im Norden an die Gemeinden Haunetal (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) und Eiterfeld, im Osten und Süden an die Stadt Hünfeld, sowie im Westen an die Stadt Schlitz (Vogelsbergkreis).

Gliederung[Bearbeiten]

Die Gesamtgemeinde Burghaun besteht aus den Ortsteilen

Weiterhin gibt es die Weiler Klausmarbach, Mahlertshof und Hartmannshöhe, die keinen Status als Ortsteil haben.

Geschichte[Bearbeiten]

barocke Kirchen von der Haune aus, mit noch erhaltenen Befestigungsmauern der Burg

Die erste urkundliche Erwähnung ist datiert auf das Jahr 1262, jedoch wird die Gründung auf das 9. Jahrhundert geschätzt. Der Fluss Haune und die gleichnamige Ritterfamilie gaben dem Ort seinen Namen. Die Ritter lagen in häufiger Fehde mit den Fürstäbten zu Fulda, was ihnen dort den Ruf als Raubritter einbrachte.

Teilweises Stadtrecht erhielt Burghaun im 14. Jahrhundert. Die Stadt Burghaun bestand aus den Gebäuden der heutigen „Stadtstraße“, der evangelischen Kirche sowie dem Torhaus, welches der einzige Zugang durch die Stadtmauer war. Diese ist heute nur noch in kleinen Teilen existent. Das Dorf bestand aus den übrigen Häusern und Höfen. Burghaun verlor das Stadtrecht am 23. Februar 1854 durch einen Erlass der kurfürstlichen Regierung der Provinz Fulda.

Der nördliche Teil des Fuldaer Landes ist bis heute von Reformation und Gegenreformation geprägt. Der Grundsatz "cuius regio, eius religio" ("die Konfession der Herrschaft ist auch die der Untertanen") regelte die Religionszugehörigkeit. Besonders augenfällig wird dies bei den direkt nebeneinander stehenden Burghauner Kirchen sichtbar.

Einer Legende nach soll der Fürstabt zu Fulda den Burghauner Bürgern, die seinerzeit mehrheitlich dem protestantischen Glauben angehörten, zur Versöhnung den Bau einer Gemeindescheune auf dem Gelände der alten Burg angeboten haben. Aus diesem Bauvorhaben sei später die katholische Kirche entstanden. In Wahrheit stand allerdings bereits im 14. Jahrhundert eine Kirche im Burgbereich.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Hünhan, Rothenkirchen und Steinbach eingegliedert. Am 1. August 1972 kam die am 1. Oktober 1971 durch den Zusammenschluss der Orte Großenmoor, Hechelmannskirchen, Langenschwarz und Schlotzau neu gebildete Gemeinde Kiebitzgrund hinzu.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 ergab folgende Sitzverteilung:

Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
43,7 %
36,0 %
10,3 %
10,0 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+7,4 %p
-8,0 %p
± 0,0 %p
+5,2 %p
-4,6 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 43,7 14 36,3 11 42,3 13
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,0 11 44,0 14 39,3 12
FDP Freie Demokratische Partei 10,3 3 10,3 3 7,8 3
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 10,0 3 4,8 2 3,5 1
CWE Christliche Wähler-Einheit 4,6 1 7,2 2
gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 58,1 54,5 60,9

Patenschaft[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Am 23. Juni 1965 wurde der Gemeinde Burghaun im damaligen Landkreis Hünfeld ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Gold ein steigender schwarzer Widder mit ausgeschlagener roter Zunge unter grünem Schildhaupt und durchgehender grüner linker Flanke, die mit einer silbernen rechtsgerichteten Sense belegt sind.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

barocke Pfarrkirchen und Torhaus

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Torhaus entstand um 1400 und ist das älteste Gebäude des Ortes. Es bildet den einzigen Zugang zur Stadt, die im Gegensatz zum restlichen Ort von einer Mauer umgeben war.
Die katholische Kirche entstand 1714 und die evangelische 1728. Letztere beherbergt den Altarraum säumende Grabsteine der Ritter von Haune.
Schloss und Herrenhaus (um 1620) sind heute Sitz der Gemeindeverwaltung und bieten zusammen mit dem Schlosshof eine schöne Kulisse für örtliche Ereignisse. Im Herrenhaus ist das Heimatmuseum untergebracht.

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten]

Der 9386 m² große jüdische Friedhof in Burghaun mit 705 Grabsteinen liegt am südlichen Ende der Ringstraße. Er wurde von 1690 bis 1941 auch für die umliegende Gemeinden (Hünfeld, Mackenzell, Rothenkirchen, Steinbach) als Verbandsfriedhof genutzt. Um 1900 hatte Burghaun die zweitgrößte jüdische Gemeinde im Altkreis Hünfeld mit 189 Seelen bei insgesamt 1174 Einwohnern. [4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

An das überregionale Straßennetz ist die Gemeinde durch die Bundesstraße 27 angeschlossen, die durch die Gemeinde führt.

Weiterhin hat Burghaun eine Haltestelle an der Bahnstrecke Bebra–Fulda. Die Bahnstrecke Hünfeld–Wenigentaft-Mansbach hatte von 1. Dezember 1906 bis 28. Mai 1972 einen weiteren Bahnhof in Burghaun, den Ostbahnhof. Auf der Strecke verläuft seit 2007 der 27 km lange Kegelspiel-Radweg.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) gewährleistet. Die Buslinien werden von der Überlandwerk Fulda AG (ÜWAG Bus GmbH) betrieben. Zwei Buslinien stellen vor allem die Verbindung mit Eiterfeld und Hünfeld her.

Bildung[Bearbeiten]

In Burghaun gab es im alten Ortskern eine Volksschule. Deren Gebäude wurde später zu einem Asylantenheim umfunktioniert. Um das Jahr 2004 wurde das Gebäude der alten Volksschule von im Ort ansässigen Vereinen mit Unterstützung der Gemeinde saniert und dient nun als "Haus der Vereine" so manchem Verein als neuer Übungs- und Vereinsraum. Direkt daneben befindet sich der Kindergarten der Politischen Gemeinde, der Evangelische Kindergarten befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Schlossgarten. Die Burghauner Grundschule, die mittlerweile Ritter-von-Haune-Grundschule heißt, ersetzte die Volksschule in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Daneben gibt es im Ortsteil Steinbach eine weitere Grundschule, Matthäus-Schule. Weiterführende Schulen gibt es in der Gemeinde Burghaun nicht; Schüler der 5. und höheren Klassen besuchen zumeist in Hünfeld, zum Teil auch in Fulda, Eiterfeld und Bad Hersfeld, die höheren Schulformen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter von Burghaun[Bearbeiten]

  • Ludwig Burkardt (* 1946), Politiker (CDU), Landtagsabgeordneter in Brandenburg
  • Henry Lomb (* 24. November 1828; † 13. Juni 1908), deutsch-amerikanischer Optiker, Mitbegründer von Bausch & Lomb

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Mott: Kirchen auf dem Boden rätselhafter leerer Gräber / Burghauns Wahrzeichen, die beiden barocken Kirchen, stehen auf historischem Boden / Reste der Burg derer zu Haun, in: Fuldaer Zeitung, 12. Oktober 1995, S. 13 (Serie: DENK-mal!).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 399 und 400.
  3. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 23. Juni 1965 (StAnz. S. 799) Seite 3 der tif-Datei 3,2 MB
  4. Jüdische Geschichte in Burghaun

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burghaun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Jüdischer Friedhof Burghaun – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien