Burgheim

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Dieser Artikel behandelt den Markt in Oberbayern. Für die deutsche Pädagogin siehe Hedwig Burgheim. Burgheim ist auch der deutsche Name der französischen Gemeinde Bourgheim im Unterelsass.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Burgheim
Burgheim
Deutschlandkarte, Position des Marktes Burgheim hervorgehoben
48.711.016666666667404Koordinaten: 48° 42′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Neuburg-Schrobenhausen
Höhe: 404 m ü. NHN
Fläche: 49,73 km²
Einwohner: 4521 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86666
Vorwahl: 08432
Kfz-Kennzeichen: ND, SOB
Gemeindeschlüssel: 09 1 85 125
Marktgliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 13
86666 Burgheim
Webpräsenz: www.burgheim.de
Bürgermeister: Albin Kaufmann (Bürgerblock)
Lage des Marktes Burgheim im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Burgheim ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort liegt in der Planungsregion Ingolstadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Der Markt hat 17 Ortsteile:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die menschliche Besiedlung in und um Burgheim weist zurück in die Früh- und Vorgeschichte der Mittelsteinzeit (Mesolithikum). Der Fund einer gekerbten Klinge erlaubt eine Datierung um etwa 7.000 vor Christus. Das Exponat befindet sich im Heimatmuseum Burgheim und wurde bei Dezenacker gefunden, einem Ortsteil der heutigen Marktgemeinde Burgheim.

Vier Siedlungen in den Ortsteilen Dezenacker, Illdorf, Kunding und Wengen gehen zurück auf die Jungsteinzeit (Neolithikum), den Zeitraum von 5.000 bis 2.300 vor Christus. Ein Schuhleistenkeil, das Stemmeisen der damaligen Zeit, wurde im Burgheimer Gemeindeteil Illdorf gefunden und befindet sich heute ebenfalls im Heimatmuseum. Der Keil ist aus Amphibolit, damit kein heimisches Material und vermutlich ein Tauschgegenstand. Es herrschte bereits Schafhaltung und damit die Gewinnung von Schafwolle, wie Teile eines 6.000 Jahre alten Webstuhls belegen. Getreide wurde angebaut und gemahlen, eine Steinmühle gehört zu den weiteren Museumsstücke in Burgheim. Auch Tonwaren wurden produziert, Lehm kam in der Gegend um Burgheim häufig vor. Ausgestellte Bruchstücke neolithischer Tonwaren wie Stichbandkeramik oder Gefäße der Oberlautbacher Gruppe wurden datiert etwa 4.000 bis 5.000 vor Christus und befinden sich heute im Heimatmuseum Burgheim; der Fundort war wiederum Dezenacker.

Die nächste Epoche mit menschlicher Aktivität war die Bronzezeit von 2.200 bis 800 vor Christus. Die Hauptbesiedelung in der Umgebung von Burgheim erfolgte überwiegend während der Hügelgräberkultur von 1.600 bis 1.300 vor Christus, der Urnenfelderkultur von 1.300 bis 800 vor Christus, aber auch in der frühen Bronzezeit. Zwei Bronzezeitsiedlungen in Form wallbefestigter Verteidigungsanlagen rühren aus dieser Zeit; vermutlich auch die Wallanlage am Felsenspitz nahe dem Ortsteil Moos.

800 bis 650 vor Christus, die Hallstattzeit, einem Zeitabschnitt der älteren Eisenzeit: Aus dieser Epoche stammt ein Gräberfeld zwischen Biding, Ortlfing und Straß mit rund 200 Gräbern. Hier hatten die Menschen Grabbeigaben beigefügt, charakteristisch war in dieser Zeit Keramik aus schwarz-eingefärbtem Lehm, wie die Funde bei Burgheim zeigten.

In der Keltenzeit (Latènezeit) fand vermutlich der spätere, römische Namen Parrodunum seinen Ursprung: Eine am Fluss Paar gelegene Burg. Sonst ist nichts aus dieser Zeit bekannt, Befunde liegen nicht vor. Möglicherweise konzentrierte sich das damalige Leben im Oppidum Manching, einer gewaltigen Keltensiedlung ab der Zeit um 300 vor Christus.

Das römische Kastell Parrodunum lag im heutigen Burgheim. 1093 wurde Burgheim erstmals urkundlich erwähnt. Um 1100 errichteten die Grafen von Lechsgemünd eine Burg auf dem Kirchenhügel. Als Markt wurde Burgheim erstmals 1336 bezeichnet. 1505 fiel der Ort an die Junge Pfalz Neuburg und wurde 1542 protestantisch. 1777 kam der Ort zu Kurbayern. 1818 entstand die heutige politische Gemeinde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde teilweise zerstört.

Religionen[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrei Sankt Cosmas und Damian Burgheim ist Sitz der Pfarreiengemeinschaft Burgheim und gehört zum Dekanat Neuburg-Schrobenhausen im Bistum Augsburg. Zur Pfarrei gehören auch die Oggermühle und Grasmühle, der Schnödhof sowie die Filialkirche Sankt Ottilia in Wengen.
Zur Pfarreiengemeinschaft Burgheim gehören die Pfarreien Sankt Cosmas und Damian in Burgheim, Sankt Johannes Baptist in Illdorf, Sankt Georg in Leidling, Sankt Stephan in Ortlfing und Mariä Himmelfahrt in Straß.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Ortlfing eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Dezenacker, Moos, Illdorf und Wengen hinzu.[2] Am 1. Oktober 1973 folgte Straß. Leidling wurde am 1. Juli 1975 zu einem Ortsteil des Marktes Burgheim. Mit Kunding wurde am 1. Juli 1976 die Reihe der Eingemeindungen abgeschlossen.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat 16 Mitglieder.

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Wappen[Bearbeiten]

In Silber ein roter Zinnenturm mit beiderseits anschließender Zinnenmauer und offenem Tor auf grünem Boden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

Am 21. September 2011 bildeten die acht Kommunen Dollnstein, Wellheim, Nassenfels, Egweil, Oberhausen, Burgheim, Rennertshofen und Neuburg an der Donau die ARGE Urdonautal, eine Arbeitsgemeinschaft, deren Zweck in der Förderung und Koordinierung des Tourismus im Urdonautal liegt.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Burgheim

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Marktgemeinde[Bearbeiten]

  • Heinz Paula (* 1951), deutscher Politiker und MdB (SPD)
  • Bernd Meier (1972–2012), Fußballprofi und Torwarttrainer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 532.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 601.

Literatur[Bearbeiten]

  • Chronik der Marktgemeinde Burgheim anlässlich der 650-Jahr-Feier im Jahr 1986
  • Rainer Christlein, Otto Braasch: Das unterirdische Bayern. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1990. ISBN 3 8062 0855 7.
  • Ludwig Wamser (Hsg.): Die Römer zwischen Alpen und Nordmeer. Patmos Verlag, Düsseldorf 2004. ISBN 3 491 96108 4.
  • Bayerische Gesellschaft für Unterwasserarchäologie (Hsg.): Archäologie der Brücken. Vorgeschichte, Antike, Mittelalter, Neuzeit. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2011. ISBN 978 3 7917 2331 0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burgheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien