Burgk

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Burgk (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Burgk
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Burgk hervorgehoben
50.55555555555611.718055555556420Koordinaten: 50° 33′ N, 11° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Orla-Kreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Remptendorf (erfüllende Gemeinde)
Höhe: 420 m ü. NHN
Fläche: 13,65 km²
Einwohner: 91 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 7 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07907
Vorwahl: 03663
Kfz-Kennzeichen: SOK, LBS, PN, SCZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 75 009
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstr. 17
07368 Remptendorf
Bürgermeister: Rudolf Hirsch
Lage der Gemeinde Burgk im Saale-Orla-Kreis
Bad Lobenstein Birkenhügel Blankenberg Blankenstein Bodelwitz Bucha Burgk Dittersdorf Crispendorf Dittersdorf Dittersdorf Döbritz Dreba Dreitzsch Eßbach Gefell Geroda Keila Görkwitz Göschitz Gössitz Grobengereuth Harra Hirschberg (Saale) Gertewitz Kirschkau Knau Kospoda Krölpa Langenorla Lausnitz Lemnitz Linda bei Neustadt an der Orla Löhma Miesitz Mittelpöllnitz Moßbach Moxa Neundorf (bei Lobenstein) Neundorf (bei Schleiz) Neustadt an der Orla Neustadt an der Orla Nimritz Oberoppurg Oettersdorf Oppurg Paska Peuschen Plothen Pörmitz Pößneck Pottiga Quaschwitz Ranis Remptendorf Rosendorf Saalburg-Ebersdorf Schlegel Schleiz Schmieritz Schmorda Schöndorf Seisla Solkwitz Stanau Tanna Tegau Tömmelsdorf Triptis Volkmannsdorf Weira Wernburg Wilhelmsdorf (Saale) Wurzbach Ziegenrück ThüringenKarte
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Burgk ist eine Gemeinde im thüringischen Saale-Orla-Kreis. Erfüllende Gemeinde für Burgk ist Remptendorf.

Geografie[Bearbeiten]

Burgk liegt auf einer Anhöhe über der Saale, westlich von Schleiz. Neben der Kerngemeinde Burgk selbst gehören noch die Ortsteile Burgkhammer gegenüber der gleichnamigen Talsperre sowie Isabellengrün zur Gemeinde. Mit einer Bevölkerungsdichte von etwas unter 7 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Burgk die am dünnsten besiedelte Gemeinde Thüringens.

Geschichte[Bearbeiten]

Burgk wurde 1291 urkundlich ersterwähnt.[2]

Zwischen 1616 und 1697 war Burgk Residenzort der Grafschaft Reuß-Burgk.

Im 20. Jahrhundert befand sich in Burgkhammer am Ausgleichsbecken der Bleilochtalsperre eine Pappen- und Papierfabrik. Im Jahre 1943 verloren bei einem in der Fabrik ausgebrochenen Brand 14 Militärinternierte aus Italien ihr Leben. Sie wurden auf dem Möschlitzer Friedhof an der Straße nach Burgk beigesetzt, wo ein Gedenkstein an sie erinnert. Außerdem mussten in dieser Fabrik elf „OstarbeiterZwangsarbeit leisten.[3]

Vor dem Burg-Tor war ein landwirtschaftlicher Betrieb der zur Versorgung der Burg-Bewohner diente. Auf der östlichen Seite waren ehemals 2 Ställe für die Pferde des Gutshofes. In diesem Gebäude mit einem Obergeschoss mit verschiedenen Wohnräumen, ist am 27. August 1943 ein Kinder-Land-Verschickungslager (KLV-Lager) der Stadt Düsseldorf, mit ca. 40 Schülern des Lessing- und Prinz-Georg-Gymnasiums einschließlich des Lehrerpersonals eingerichtet worden. Die Auslagerung erfolgte im Rahmen der mit der Durchführung beauftragten Hitlerjugend. Die Aktion erhielt die humanitäre und kinderfreundliche Umschreibung: "der Führer wolle seine Jugend in Sicherheit bringen, in schönster Umgebung, in ständig frischer Luft, in prächtigen Unterkünften, bei bester Verpflegung". Unter dieser Vorgabe wurden die beiden "Ställe" genutzt. Links zum Aufenthalts-, Klassen- und Eßraum und rechts zum Schlafsaal mit doppelstöckigen Betten mit Strohsäcken. Eine wahrlich prächtige Unterkunft, von der Verpflegung und den sanitären Einrichtungen ganz zu schweigen. Die Lagerzeit endete nach 19 monatigem Aufenthalt auf Beschluss einer völlig unrealistischen Einschätzung der Kriegslage durch die HJ-Führung in Weimar, am 27. März 1945! Die Anordnung bedeutete die Auslagerung der noch verbleibenden Schüler nach Schleiz HOTEL GOLDENE SONNE. Die bereits 16-jährigen Schüler wurden Ende 1944 zum Kriegseinsatz nach Düsseldorf abkommandiert. Nur 12 Tage später nach der Auslagerung nach Schleiz am 8. April 1945, starben an den Folgen eines Bombenangriffs 21 Schüler (siehe Geschichte Schleiz)! Die ehemaligen "Ställe" werden heute als Kaffee "Zur Schloßterasse" genutzt.

Seit 1999 ist Remptendorf erfüllende Gemeinde für Burgk, zuvor gehörte es zur Verwaltungsgemeinschaft Saalburg.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember):

  • 1994: 126
  • 1995: 124
  • 1996: 124
  • 1997: 120
  • 1998: 121
  • 1999: 127
  • 2000: 131
  • 2001: 123
  • 2002: 119
  • 2003: 110
  • 2004: 107
  • 2005: 102
  • 2006: 102
  • 2007: 98
  • 2008: 99
  • 2009: 91
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Burgk
Nahansicht

Sehenswürdigkeit von Burgk ist Schloss Burgk an der Saale. Besonders sehenswert ist die Schlosskapelle, in der sich eine wertvolle Silbermann-Orgel befindet sowie die mittelalterlichen Wehranlagen. Der Saaleturm, ein Aussichtsturm aus Holz, wurde 2011 fertiggestellt.

Verkehr[Bearbeiten]

Burgk liegt an der Bahnstrecke Schleiz–Saalburg. Diese ist inzwischen stillgelegt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung thüringer Städte und Dörfer Verlag Rockstuhl 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 45
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 220.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burgk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien