Burgruine Finkenstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

p3

Burgruine Finkenstein
Finkenstein Ruine Altfinkenstein 18052007 01.jpg
Alternativname(n): Finckenstein
Entstehungszeit: 1142
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Ministeriale
Ort: Finkenstein am Faaker See
Geographische Lage 46° 32′ 47,7″ N, 13° 54′ 11,1″ O46.54659166666713.903080555556Koordinaten: 46° 32′ 47,7″ N, 13° 54′ 11,1″ O
Burgruine Finkenstein (Kärnten)
Burgruine Finkenstein

Die Burgruine Finkenstein ist eine Burgruine in der Marktgemeinde Finkenstein am Faaker See in Kärnten, Österreich.

Lage[Bearbeiten]

Die Ruine liegt auf einem nach Süden steil abfallenden Felsen am Fuße der Karawanken und oberhalb des Faaker Sees.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg wurde erstmals 1142 erwähnt. Sie befand sich im Besitz der Herzöge von Kärnten und war an die Ministerialen der Herzöge, welche sich nach der Burg "von Finkenstein" nannten, verlehnt. 1223 kam es zu einem Streit zwischen Heinrich von Finkenstein und Bischof Heinrich von Bamberg, dem Besitzer der Burg Federaun, um den Übergang des Flusses Gail. Nach dem Aussterben der Kärntner Finkensteins Anfang des 14. Jahrhunderts ging der Besitz an die Herzöge von Kärnten über, die seit 1335 die Habsburger waren. 1508 übergab Kaiser Maximilian die Burg und die Herrschaft an Siegmund von Dietrichstein. Jetzt wurde von dieser Burg aus das Herrschaftsgebiet der Dietrichsteiner in Kärnten weiter ausgebaut. Die Burg blieb bis 1861 im Besitz der Dietrichsteiner. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wird sie nicht mehr bewohnt.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Die ältesten Teile der Burg sind romanisch. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erfolgte ein Umbau im spätgotischen Stil. Anfang des 16. Jahrhunderts wurden die vier Tore in die Hochburg gebaut. Beim ersten östlichen Tor befindet sich Mauerwerk, das ins 13. Jahrhundert zurückgeht und damit zum ältesten der Burg gehört. Das zweite östliche Tor war vermutlich mit einem Fallgitter versehen. Das dritte östliche Portal, nach 1508 errichtet, zeigt einen profilierten Kielbogen mit den Wappen der Dietrichstein im Scheitel. Seitlich neben den dritten Tor befindet sich ein kleiner Rundturm aus dem 14./15. Jahrhundert mit ihm Obergeschoss erhaltenen Reste eines von halbrunden Wanddiensten mit Kapitelring getragenen Gewölbes. Im dem Tor folgenden kleinen Zwinger befinden sich noch Überreste einer älteren Toranlage.[1][2]

Der Bergfried mit den Maßen 7x7 Meter ist im Inneren nicht mehr zugänglich. Er ist in Bruchsteinmauerwerk mit Eckquadern errichtet und stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert. Er befindet sich in der Südostecke der Burganlage. Nach den Zeichnungen von Markus Pernhart zu schließen, war er noch 1860 bedeutend höher als heute. Sein Hocheinstieg könnte sich demnach über den heutigen Restband befunden haben. Ihm angebaut ist ein spätgotischer Treppenturm. Im Südflügel befindet sich die ehemalige Burgkapelle Heiliger Bartholomäus, die in der Apsis mit 5/8-Schluss Überreste spätgotischer, profilierter Gewölbedienste aufweist. Die Konsolen der Dienste liegen knapp unter dem heutigen Fußbodenniveau. Die 15 Meter lange, bis in die Höhe des 2. Geschosses erhaltene Westwand des Palas ist als Schmuckfassade im zweiten Geschoss durch flache Kielbogennischen und Wandvorlagen mit Runddiensten gegliedert, außerdem weist sie vier profilierte Kielbogenfenster auf. In der Mitte zwischen den vier Fensters befindet sich der ebenfalls mit einem Kielbogen geschmückte ehemalige Zugang zum nicht mehr erhaltenem, außen angebrachten, Balkon. Unterhalb des Balkonzugangs im Erdgeschoss, dort wo man sich heute zur Veranstaltungsarena begibt, führte ein Tor zum großen Zwinger, der in Friedenszeiten eventuell als Ziergarten diente.[1][2]

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Eigentümer der Burg ist der Konzertveranstalter Gerhard Satran. Die von ihm errichtete Burgarena mit 1150 Plätzen wird von Anfang Juli bis Anfang September zu Festspielaufführungen genutzt. In der Burgarena befindet sich auch ein Restaurant, das durch einen Brand im Oktober 2008 stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.[3]

Die Burgarena diente 1986 als Kulisse des Falco-Konzerts im Film Geld oder Leber von und mit Mike Krüger.

Arena in der Burgruine Altfinkenstein

Literatur[Bearbeiten]

  • Hugo Henckel-Donnersmarck: Burgen und Schlösser in Kärnten. Leon, Klagenfurt 1964. (2 Bände)
  • Franz Xaver Kohla, Gustav Adolf von Metnitz, Gotbert Moro: Kärntner Burgenkunde Erster Teil - Kärntens Burgen, Schlösser Ansitze und wehrhafte Stätten Geschichtsverein für Kärnten, Klagenfurt 1973.
  • Michael Leischner, Alois Brandstetter: Burgen und Schlösser in Kärnten. Carinthia, Klagenfurt 2000, ISBN 3-85378-520-4.
  • Georg Clam Martinic: Österreichisches Burgenlexikon. Burgen und Ruinen, Ansitze, Schlösser und Palais. 2. Auflage. Landesverlag, Linz 1992, ISBN 3-85214-559-7.
  • Gerhard Stenzel: Von Burg zu Burg in Österreich. Kremayr & Scheriau, Wien 1973, ISBN 3-218-00229-X.
  • Hermann Wiessner, Margareta Vyoral-Tschapka: "Burgen und Schlösser in Kärnten - Hermagor, Spittal/Drau, Villach" 2. erweiterte Auflage. Birken-Verlag, Wien 1986.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Burgruine Finkenstein. burgenseite.com. Abgerufen am 23. September 2012.
  2. a b Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 10.
  3. Schenke bei Burgruine Finkenstein abgebrannt auf ORF am 4. Oktober 2008

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burgruine Finkenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien