Burgruine Gösting

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Burgruine Gösting
Goesting ruin.jpg
Entstehungszeit: vor 1042
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Gösting
Geographische Lage 47° 6′ 14″ N, 15° 22′ 52″ O47.10388888888915.381111111111574Koordinaten: 47° 6′ 14″ N, 15° 22′ 52″ O
Höhe: 574 m ü. A.
Burgruine Gösting (Steiermark)
Burgruine Gösting

Die Burgruine Gösting ist die Ruine einer einst bedeutenden Höhenburg in Graz. Sie befindet sich im Nordwesten der Stadt in Gösting, dem 13. Stadtbezirk der Landeshauptstadt der Steiermark.

Lage[Bearbeiten]

Die Burgruine Gösting lsteht auf einem schmalen Grat auf steilem Felsen über einer ehemaligen Römerstraße: der Ausläufer des Steinkogels (742 m ü. A.) heißt heute Göstinger Ruinenberg. Durch ihre strategisch günstigen Lage sicherte die Burg den Taldurchgang mitsamt Mur vom Gratkorner in das Grazer Becken und kontrollierte den Verkehr und Handel von und nach Graz.

Die 200 Meter über der Stadt Graz gelegene Burgruine ist ein beliebtes Ausflugsziel, denn die Lage bietet den Besuchern einen weiten Blick über das Grazer Becken und das oststeirische Hügelland. Die Burg ist nur zu Fuß in einem etwa 30-minütigen Marsch vom Göstinger Schlossplatz aus erreichbar. Im Innenhof gibt es einen Gastronomiebetrieb (ohne Strom und Fliesswasser). Der östlich der Burg gelegene Jungfernsprung bietet sich als weiterer Aussichtspunkt an.

Geschichte[Bearbeiten]

Tordurchblick Burgruine Gösting mit Zisterne
Innenbereich der Burgruine Gösting

Die Burg wurde im 11. Jahrhundert erbaut; eine erste Erwähnung ist aus dem Jahr 1042 bekannt. 1042 schenkte Kaiser Heinrich III. dem Markgrafen Gottfried aus dem Geschlecht der Wels-Lambacher zwei Königshuben Land um das Gebiet der Burg. 1050 vererbte Gottfried Gösting an seinen Bruder Adalbero von Würzburg. Während des Investiturstreits dürfte die Burg in den Besitz der Eppensteiner gelangt sein. Als 1122 der Herzog Heinrich III. starb, ging sie an die Traungauer. Von dieser Zeit bis ins 17. Jahrhundert war die Burg immer im Eigentum der Landesfürsten und wurde von Burggrafen, Verwaltern, Pächtern und Pfandinhabern betreut.[1]

Sie wurde bis ins 15. Jahrhundert ständig erweitert. Im 15. Jahrhundert wurde die kleine Burg zu einer Festung ausgebaut, um Schutz gegen die Bedrohung der Türken und Ungarn zu bieten. Sie war Teil des Kreidfeuer-Warnsystems, das die Bevölkerung vor Bedrohungen warnen sollte. 1707 wurden Burg und Herrschaft von den Grafen von Attems erworben.

Am 10. Juli 1723 schlug ein Blitz in die Burg ein, wo sich das Pulverlager der Stadt Graz befand. Ein Großteil der Bausubstanz fiel den Flammen zum Opfer. Die Burg wurde in der Folge nicht mehr aufgebaut. Als Ersatz wurde 1728 am Fuße des Burgberges das barocke Schloss Gösting als neuer Familiensitz der Attems fertiggestellt. Ab 1790 begann ein rascher Verfall der Mauerreste der Burg. Anno 1843/44 brachen Arbeiter die Nordwand des großen Palas ab, um Steine als Baumaterial für den Eisenbahnbau zu gewinnen. 1874 stürzte der südöstliche Teil des Bergfrieds ein.[2]

Die Ruine wird von dem 1925 gegründeten Burgenverein Gösting betreut. Seit dieser Zeit gibt es Sicherungs- und Wiederherstellungsarbeiten. 1999 erwarb die Bäckerfamilie Hubert Auer die Ruine und die umliegenden Wälder.[3]

Anlage[Bearbeiten]

Heute stehen von der einstigen Burganlage noch: die dreigeschossige Burgkapelle Hl. Anna, in der Gottesdienste abgehalten werden;[4] der Bergfried mit einem kleinen Museum, Reste der westlich vom Bergfried gelegenen „Oberen Burg“ und der mauerumgürtelte Fünfeckturm.

Auf der Nordseite der Ruine ist eine gemauerte Rampe erkennbar, der ehemalige Zugang zur Burg. Ein späterer Einlass führte entlang der Wehrmauer der vorderen Burg und bog dann scharf nach Westen ab. Er führte über einen (heute verschwundenen) Graben und eine Zugbrücke in den Innenhof. Die Anlage war einst von einer mit Zinnen gekrönten Wehrmauer mit Wehrgang umgeben. Im Westen befand sich ein Halsgraben als zusätzliche Wehranlage.

Im nördlichen Teil des Burginnenhofes standen die Wohn- und im südlichen Teil die Wirtschaftsgebäude. Eine heute noch existierende Zisterne stellte die Wasserversorgung der Burg sicher. Der Vorhof der Burg wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Dort standen einst Linden, weshalb er im Volksmund „Lindengarten“ heißt.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Robert Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. Eine enzyklopädische Sammlung der steirischen Wehrbauten und Liegenschaften, die mit den verschiedensten Privilegien ausgestattet waren. Mit 100 Darstellungen nach Vischer aus dem „Schlösserbuch“ von 1681[5]. Stasny, Graz 1961, S. 9–13 (Unveränderter Nachdruck. Leykam, Graz 1995, ISBN 3-7011-7323-0).
  •  Horst Schweigert: DEHIO Graz. Schroll, Wien 1979, ISBN 3-7031-0475-9, S. 234-235.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. Stasny, Graz 1961, S. 9–13.
  2. Schweigert: Dehio Graz. S. 234.
  3. Grundbuchsauszug des Bezirksgerichts Graz
  4. Wandern zur Burgruine Gösting, stadt-graz.at – mit Beschreibung und Abbildung des Inneren; Paul Werner Roth: Bemerkungen über die Burgkapelle Gösting bei Graz – Zur Patrozinienkunde. In: Historisches Jahrbuch der Stadt Graz. Bd. 3, 1970, ISSN 0440-9728, S. 31–34.
  5. Topographia Ducatus Stiriae.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burgruine Gösting – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien