Burgruine Helmishofen
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| Burgruine Helmishofen | ||
|---|---|---|
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Der hochmittelalterliche Bergfried von Westen |
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| Entstehungszeit: | 12. Jahrhundert | |
| Burgentyp: | Hügelburg | |
| Erhaltungszustand: | Ruine | |
| Ständische Stellung: | Freiadlige | |
| Ort: | Helmishofen | |
| Geographische Lage | 47° 54′ 3″ N, 10° 45′ 8″ OKoordinaten: 47° 54′ 3″ N, 10° 45′ 8″ O | |
| Höhe: | 700 m | |
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Die Burgruine Helmishofen ist die Ruine einer im 12. Jahrhundert errichteten Burg bei Helmishofen im Allgäu. Erhalten sind noch der Bergfried sowie einige kleine Mauerreste. Der Turm wird fälschlicherweise als Römerturm bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Lage
Am nordöstlichen Ortsrand von Helmishofen im Landkreis Ostallgäu befindet sich auf einer Hügelkante die Ruine einer Burg, umgeben von einem Ringgraben.
[Bearbeiten] Besitzer und geschichtliche Ereignisse
Erbauer waren die Herren von Helmishofen; sie waren stiftkemptische Dienstmannen und hatten die Vogt- und Gerichtsrechte in Helmishofen, Aufkirch, Blonhofen, Gerbishofen und Altensberg.
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- 1190: Adelgolz von Helmishofen
- 1257: Heinrich von Helmishofen, dessen Sohn
- 1262: Heinrich von Helmishofen, Sohn des Heinrich
- 1269 und 1270: Erfolglose Belagerung der Burg durch die Bayern
- 1287: Adelgolz von Helmishofen, Sohn des Heinrich
- 1312 brannte die Burg nach einem Gewitter fast vollständig aus, wurde aber sofort wieder aufgebaut
- 1315 erneute erfolglose Belagerung der Burg durch die Bayern
- 1332: Heinrich von Helmishofen (vermutlich Sohn des Adelgolz)
- 1335–1380 war die Burg mit einem stiftischen Vogt besetzt
1348 Überfall durch den Ritter Swigger von Mindelberg, Plünderung und Brandschatzung des Bauhofes, danach musste dieser fliehen, da der Abt von Kempten zur Verstärkung unterwegs war. Ab ca 1380–1437 im Besitz der Herren von Schmiechen
- 1387: Heinrich von Schmiechen
- 1398: Elisabeth von Schmiechen
- 1398: Stephan von Schmiechen
- 1412: Jörg von Schmiechen
- 1423: Heinrich von Schmiechen
- 1437: Veit von Schmiechen
Ab 1437 im Besitz des Hochstiftes Augsburg und mit Pflegern besetzt:
- 1444: Stephan von Schwangau
- 1447: Konrad von Schellenberg
- 1457–1460: Ulrich Burggraf
- 1461–1464: Jörg von Villenbach
- 1467–1487: Lutz von Freyberg
- 1488–1508: Wolfhart von Knöringen
- 1512–1518: Hans von Hirnheim
- 1521–1540: Philipp von Landeck
1525 während des Bauernaufstandes Plünderung der Burg durch die Bauern, teilweise Zerstörung durch Brand; danach mussten die Bauern Schadenersatz leisten und beim Wiederaufbau der Burg helfen.
- 1551–1569: Christoph von Bollstadt
- 1574–1581: Josef Stor von Ostrach
- 1585: Sebastian Reiter
- 1587: Philipp Renner von Allmendingen
- 1596–1609: Christoph Friedrich von Hohenberg
- 1610–1612: Edmund Scheler (dieser verlegte seinen Sitz nach Schloss Altensberg)
- 1632 während des Dreißigjährigen Krieges erneute Zerstörung der Burg, danach erneuter Wiederaufbau
- 1792 brannte die Burg Helmishofen ab und wurde nicht mehr aufgebaut. Die Steine der Gebäude wurden von den Bauern der Umgebung zum Hausbau verwendet. Übrig blieb nur der Bergfried.
Die Burg hatte vor allem in der Zeit, in der sie im Besitz des Bischofs von Augsburg war, eine durchaus hohe Bedeutung. Sie diente vor allem der Sicherung der Handelswege vom Süden ins Schwäbische. Ab 1803 war die Burg (bzw. der Rest) bayerisch.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Bergfried durch den Historischen Verein von Schwaben und Neuburg renoviert. Danach war der Turm ein beliebtes Ausflugsziel. Helmishofen lag damals an der 1977 stillgelegten Bahnstrecke Kaufbeuren–Schongau. Von der Haltestelle Aufkirch wurde zum Turm gewandert und danach in der Wirtschaft in Helmishofen Brotzeit gemacht.
Die Renovierung des Bergfrieds durch den Historischen Verein und vor allem die Sanierung durch das Landesbauamt Kempten im Jahr 1975–1976 entsprachen nicht dem heutigen Standard. Dennoch ist der Turm auch heute noch ein beliebtes Ausflugsziel. Er liegt direkt neben dem Radweg Kaufbeuren–Schongau. Man kann innen über eine (teils sehr steile) Treppe bis hinauf steigen und hat von dort einen schönen Ausblick auf das gesamte Kaltental. Zur Zeit ist die Gemeinde dabei, die Wege und Treppen zu sanieren.
[Bearbeiten] Beschreibung
Die Veste liegt zwischen Aufkirch und Helmishofen auf dem östlichen Talrand. Die zweiteilige Anlage besteht aus dem steilen, annähernd quadratischen Hauptburgkegel (ca. 20 × 20 m) und einem geräumigen Vorburgplateau (etwa 30 × 50 m) im Süden.
[Bearbeiten] Hauptburg
Die Kernburg wird hufeisenförmig von einem sehr tiefen Graben geschützt. Eine Rampe am östlichen Rand des Grabens deutet auf einen ehemaligen Steg hin, der hier wahrscheinlich einen direkten Zugang zur Hauptburg ermöglichte.
Über dem Südosteck des Hauptburgkegels steht der mächtige Bergfried aus regelmäßigen Nagelfluhquadern. Nach Norden schließen sich die geringen Reste der Umfassungsmauer an, in deren Mitte wohl das vom Steg aus zugängliche Tor lag (Mauerlücke). Der Nordwestteil des Plateaus ist stark zerklüftet. Hier stand ehemals der Palas, dessen Mauerwerk vollständig ausgebrochen wurde.
Der quadratische Bergfried ist noch ungefähr 20 Meter hoch. Über einem größtenteils verschütteten Untergeschoss (Tiefe etwa sechs Meter) liegen vier weitere Geschosse, die durch schmale Lichtschlitze in der Südwand spärlich belichtet werden. Unter der heutigen Betondecke des Obergeschosses haben sich die Ansätze einer Wölbung erhalten. Eine schmale Treppe in der Südwand ermöglicht den Aufgang auf das Aussichtsplateau. Ursprünglich wurde der Turm durch einen Zinnenkranz abgeschlossen.
Der Bergfried erinnert in Größe und Konzeption stark an den Hauptturm der Burg Kemnat bei Kaufbeuren. Der obligatorische Hocheingang liegt etwa fünf Meter über dem Burghof in der Nordwand. Der ebenerdige Zugang darunter wurde erst später eingebrochen.
[Bearbeiten] Vorburg
Ungewöhnlich sind die Dimensionen des etwa 25 Meter breiten Halsgrabens um die Hauptburg. Das rechteckige Vorburgareal wird dagegen nur durch einen schmalen und mäßig tiefen Graben vom Höhenrücken abgetrennt. Im Osten ist auf dem Plateau ein ca. 35 Meter langer Wallzug erkennbar. Weitere Bodenunebenheiten deuten auf eine wahrscheinlich steinerne Bebauung hin.
Nach Westen ist der Gesamtanlage eine breite Hangterrasse mit Wallresten vorgelagert. Die Plateaus der Haupt- und Vorburg sind von dieser Terrasse aus über kurze Aufstiege zugänglich.
[Bearbeiten] Literatur
- Ostallgäu, Einst und jetzt. Allgäuer Zeitungsverlag Kempten-Marktoberdorf 1984 (Band 1, Seite 156f / Band 2, Seite 1132
- Deutsche Gaue. Kaufbeuren 1899 Band 1, Seite 44 / Seite 53ff / Seite 251
- Deutsche Gaue. Kaufbeuren 1911 (2), Band 3, Seite 108
- Kaufbeurer Geschichtsblätter. Band 5, Seite 28f, Band 9, Seite 282f
- Anton Steichele, Alfred Schröder: Das Bistum Augsburg. Augsburg 1896-1904, Band 6 (Landkapitel Kaufbeuren), Seite 30ff
- Alosi Schorer: Schwäbische Heimat. Buchloe 1937
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