Burgruine Karlstein

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Burgruine Karlstein
Ruine Karlstein (Blickrichtung Bad Reichenhall)

Ruine Karlstein (Blickrichtung Bad Reichenhall)

Entstehungszeit: kurz vor 1150
Burgentyp: Höhenburg, Gipfellage
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Bad Reichenhall-Karlstein
Geographische Lage 47° 43′ 7″ N, 12° 50′ 27″ O47.71861111111112.840833333333550Koordinaten: 47° 43′ 7″ N, 12° 50′ 27″ O
Höhe: 550 m ü. NN
Burgruine Karlstein (Bayern)
Burgruine Karlstein

Die Burgruine Karlstein ist eine Burgruine auf einem Felsen im Bad Reichenhaller Ortsteil Karlstein im Landkreis Berchtesgadener Land in Bayern.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Ruine der Gipfelburg liegt oberhalb des Thumsees auf einem steilen Felsen und ist auf dem letzten Teilstück eines Wanderweges nur über eine lange Metalltreppe zu erreichen. Der Burgruine vorgelagert liegt heute die kath. Wallfahrtskirche St. Pankraz. An Stelle dieses in den Jahren 1687–1689 erbauten barocken Kirchleins trug der Pankrazfelsen wohl im Hochmittelalter eine Vorburg.

Kupferstich von Michael Wening, um 1700

Geschichte[Bearbeiten]

Konrad von Peilstein ließ die Befestigungsanlage kurz vor 1150 erbauen. Das in Niederösterreich beheimatete Geschlecht der Peilsteiner folgte hier vermutlich einen Ruf des Salzburger Erzbischofs, der den Peilsteiner Grafen zu seinem weltlichen Vertreter vor Gericht (Vogt) bestimmt hatte. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts lebte hier ein Burghauptmann namens „Karl“, nach dem vermutlich die gesamte Anlage benannt wurde. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg im Jahre 1208.

1218 gelangte Karlstein an den Bayernherzog, der seinen Dienstmannen fortan die Pflege der Burg übertrug. Seit dem ausgehenden Mittelalter besaß Karlstein die niedere Gerichtsbarkeit über eine größere Nachbarschaft, die so genannte Hofmark. Jeweils auf Lebenszeit vergab der Bayernherzog gegen entsprechende Zahlungen Burg und Hofmark Karlstein an Reichenhaller Patrizier oder hochrangige Beamte, die einen ihrem Stand angemessenen Wohnsitz suchten. Unter der mächtigen Familie Fröschl von Marzoll und Tauerstein wurde die Burg zum Schloss umgebaut und blieb in dieser Form bis zu ihrem Verfall im ausgehenden 17. Jahrhundert.

Erhalten aus dieser Spätzeit hat sich das großzügig gestaltete Rundbogentor. Daneben erhob sich als ein länglicher Bau mit eingezogenem Rechtecktor, die dem hl. Andreas geweihte Burgkapelle. So wie die Kapelle in die Erbauungszeit der Burganlage fällt, stammt auch die Umfassungsmauer aus der Zeit vor 1150. Im Westen der Burg kam es 1671 zum Abriss der stark baufälligen Außenmauer.

Inmitten der Burganlage befinden sich noch heute die Reste einer annähernd quadratischen Zisterne, worin das Regenwasser gesammelt wurde. Auf der höchsten Stelle des Innenhofes erhebt sich ein Rundturm, der – mit einem Hocheingang ausgestattet – die Funktion eines Bergfriedes erfüllte. Zeitlich datiert er in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts, in jene Zeit also, als Karlstein in den Besitz des Bayernherzogs übergegangen war.

Während der Renovierungsarbeiten III/2012

Nach längerer Sperrung für die Öffentlichkeit begann die Forstverwaltung als Eigentümer der Burg im Juli 2012 mit einer grundlegenden Sanierung der Anlage. Die Arbeiten dauerten bis Mitte Dezember des gleichen Jahres. Ein 6 m² großes Loch in der westlichen Wand wurde geschlossen, die Mauern ausgebessert und zum Teil abgestützt und es wurde an vielen Stellen der Putz erneuert. Der Baumbewuchs innerhalb der Burgmauern und außen am Felsen wurde teilweise entfernt, die Fensterstürze wurden mit neuen Eichenbohlen verstärkt und der Fußweg zur Burg stellenweise ausgebessert oder verlegt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Meyer: Burgen in Oberbayern - Ein Handbuch von Werner Meyer. Verlag Weidlich, Würzburg 1986, ISBN 3-8035-1279-4, S. 56–57.
  • Johannes Lang: Reichenhaller Burgenweg. Verein für Heimatkunde Bad Reichenhall, 2004.
  • Hubert Vogel: Vom Viertausendjährigen Karlstein - Geschichte und Höfechronik. München 1973.
  • Herbert Pfisterer: Bad Reichenhall in seiner bayerischen Geschichte. Motor und Touristik Verlag, 1988.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ruine Karlstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien