Burgruine Starhemberg

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Burgruine Starhemberg
Innenmauer des Wohntraktes beim Übergang vom nördlichen zum östlichen

Innenmauer des Wohntraktes beim Übergang vom nördlichen zum östlichen

Alternativname(n): Starkenberg
Entstehungszeit: 1140 bis 1145
Burgentyp: Hügelburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Grafen
Ort: Markt Piesting-Dreistetten
Geographische Lage 47° 51′ 59,8″ N, 16° 5′ 56,9″ O47.86661111111116.099138888889Koordinaten: 47° 51′ 59,8″ N, 16° 5′ 56,9″ O
Burgruine Starhemberg (Niederösterreich)
Burgruine Starhemberg
Kupferstich von Georg Matthäus Vischer aus dem Jahr 1672
Grundriss der Burg Starhemberg

Die Burgruine Starhemberg liegt im Piestingtal in Niederösterreich auf einem Hügel unweit von Dreistetten.

Lage[Bearbeiten]

Die große Burgruine erstreckt sich auf der Bergkuppe von Südwest nach Nordost.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Starhemberg wird vom ursprünglichen Namen 'starker Berg' oder 'Starkenberg' abgeleitet. Mit dem oberösterreichischen Adelsgeschlecht Starhemberg hat diese Burg nichts zu tun. Als Erbauer gilt Markgraf Otakar III. von Steiermark, welcher zwischen 1140 und 1145 an dieser Stelle eine kleine Burg errichtete. Die Piesting war zu dieser Zeit die Grenze zwischen der Steiermark und der Ostmark. 1192 fiel die Steiermark und damit auch die Burg an die Babenberger. Der letzte Herzog der Babenberger, Friedrich der Streitbare, ließ die Burg ausbauen und neu befestigen. Im 13. Jahrhundert zählte Starhemberg zu den bedeutendsten Burgen in Niederösterreich.

In Kriegszeiten waren das Archiv und der Familienschatz hier geborgen und wurden vom Deutschen Ritterorden bewacht. Nach der Schlacht von Dürnkrut 1278 erhielten die Habsburger die Burg. 1482 wurde die Burg von Matthias Corvinus eingenommen.

Bei der zweiten Wiener Türkenbelagerung von 1683 bot die Burg der umliegenden Bevölkerung Schutz vor den Truppen der Osmanischen Armee.

Um der neuen Dachsteuer zu entgehen, ließen die Grafen Heussenstein um 1800 Türen und Fensterstöcke herausbrechen und die Dächer abdecken. Damit begann der Verfall der Burg. Um 1870 stürzte ein Großteil des Palas ein. Bis in die Mitte des 20. Jh. wurde die Ruine von der Bevölkerung zur Gewinnung von Baumaterial verwendet.

Im Frühjahr 1945 lag in der Ruine eine Einheit der Waffen-SS, die am Turm über der Kapelle einen Beobachtungsposten unterhielt. Russisches Artilleriefeuer fügte den Mauern schwere Schäden zu.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bemühte sich ein örtlicher Burgenverein ("Freunde der Burg Starhemberg") um die Sanierung der Ruine. Seit 2007 ist sie aus Sicherheitsgründen für Besucher gesperrt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bundesdenkmalamt - Topographisches Denkmalinventar (Hrsg.): Dehio-Handbuch: Niederösterreich südlich der Donau, Teil 1 A bis L und Teil 2 M bis Z. Verlag Berger, Horn/Wien 2003 ISBN 3-85028-365-8
  • Barbara Schedl (Hrg.): Starkenberch urbs. Ein virtuelles Modell der Burg Starhemberg in Niederösterreich. CD-Rom für Windows und Mac inklusive Booklet, Ö. Kunst- und Kulturverlag, 2000 ISBN 3-85437-155-1
  • Ilse Schöndorfer: Steine und Sagen - Burgruinen in Niederösterreich. Verlag Np Buchverlag, 1999 ISBN 3-85326-114-0
  • Barbara Schedl: Bauforschungen an der Burgruine Starhemberg in Niederösterreich. Ungedruckte Diplomarbeit, Kunsthistorisches Institut der Universität Wien, 1990
  • René Riegler: Burgen, Schlösser und Ruinen im Bezirk Wr. Neustadt. Eigenverlag 1997
  • Ernst Katzer, Franz Stundner: Piesting im Wandel der Zeiten - 450 Jahre Marktwappen. Gemeinde Markt Piesting (Wiener Neustädter VerlagsgmbH) 1979
  • G. Seebach: Starhemberg - Residenz des letzten Babenbergers, in: Burgen und Schlösser 11 (1975), S. 31 ff.
  • Felix Halmer: Burgen und Schlösser zwischen Baden - Gutenstein - Wiener Neustadt Niederösterreich Bd. 2, Wien 1968.
  • Felix Halmer: Niederösterreichs Burgen. 1956

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burgruine Starhemberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien