Burgsinn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Burgsinn
Burgsinn
Deutschlandkarte, Position des Marktes Burgsinn hervorgehoben
50.1483333333339.6522222222222190Koordinaten: 50° 9′ N, 9° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Burgsinn
Höhe: 190 m ü. NHN
Fläche: 51,38 km²
Einwohner: 2517 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97775
Vorwahl: 09356
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 122
Marktgliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Markt Burgsinn
Burgweg 1
97775 Burgsinn
Webpräsenz: www.vgem-burgsinn.de
Bürgermeister: Franz Schüßler (CSU / Unabhängige Bürger)
Lage des Marktes Burgsinn im Landkreis Main-Spessart
Hessen Baden-Württemberg Würzburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Miltenberg Landkreis Bad Kissingen Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Forst Lohrerstraße Rechtenbach Esselbach Ruppertshüttener Forst Ruppertshüttener Forst Partensteiner Forst Partensteiner Forst Langenprozeltener Forst Herrnwald Haurain Hafenlohr Fürstlich Löwensteinscher Park Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Forst Aura Forst Aura Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Schollbrunn Bischbrunn Thüngen Partenstein Mittelsinn Hasloch Neuhütten (Unterfranken) Rechtenbach Rechtenbach Hafenlohr Hafenlohr Lohr am Main Lohr am Main Zellingen Wiesthal Urspringen Rothenfels Roden (Unterfranken) Rieneck Retzstadt Obersinn Obersinn Obersinn Neustadt am Main Neuendorf (Unterfranken) Marktheidenfeld Triefenstein Kreuzwertheim Karsbach Karlstadt Karbach (Unterfranken) Himmelstadt Gräfendorf Gössenheim Gemünden am Main Frammersbach Frammersbach Fellen Eußenheim Erlenbach bei Marktheidenfeld Birkenfeld (Unterfranken) Aura im Sinngrund Aura im Sinngrund Arnstein (Unterfranken) Burgsinn Steinfeld (Unterfranken) Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Burgsinn ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Burgsinn liegt in der Region Main-Spessart (Nachbarlandkreis von Würzburg).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Burgsinn hat zwei amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt nur die Gemarkung Burgsinn.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeinde
Aura im Sinngrund
Gemeinde
Mittelsinn
Forst Aura
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Fellen
Nachbargemeinden Omerz und Roter Berg
(Gemeindefreies Gebiet)
und
Gemeinde
Wartmannsroth
Herrnwald
(Gemeindefreies Gebiet)
Stadt
Rieneck
Gemeinde
Gräfendorf

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Das Grundwort des ursprünglichen Namens Sinna geht auf den den Ort durchfließenden Fluss Sinn zurück. Der Zusatz im zeitweise verwendeten Namen Niedersinn wurde verwendet, um Niedersinn von den naheliegenden Dörfern Obersinn und Mittelsinn zu unterscheiden und wies auf die Lage im Tal hin.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1001 Sinna
  • 1303 Sinne
  • 1317 Synne
  • 1319 Burgsinne
  • 1339 Borgsinn
  • 1346 Nydern Sinne
  • 1467 Burgsynn
  • 1695 Burgsinn

Geschichte[Bearbeiten]

Ein in Burgsinn gefundenes, aus dem ausgehenden Neolithikum stammendes Steinbeil (um 2000 v. Christus) ist das älteste Zeugnis menschlicher Anwesenheit im Ortsgebiet. In einer Urkunde des Klosters Fulda aus dem Jahr 812 ist der „Sinngau" / „Sinnahgeuue“ erwähnt. Aus dem Jahr 1001 stammt der erste schriftliche Beleg für die Existenz des Ortes, das damalige würzburgische Dorf Sinna. 1303 ist von Burgmannen des „Gotzo, Aplo et Her (mannus)de Sinne“ als Besatzung der Grenzfestung Sinna die Rede. 1334 wird von Kaiser Ludwig der Bayer „dem Dorf zu Synne“ auf „ewiglich“ das Marktrecht verliehen. 1338 wird Dietz von Thüngen zum Erbburgmann und Herrn von Burg und Ort Sinna. Dietz von Thüngens Sohn Wilhelm erwirbt im Jahre 1405 für 10.000 Gulden die Herrschaft Burgsinn, mit allem Dazugehörigen.
siehe auch Alte Burg

Das ehemalige Rittergut der Freiherren von Thüngen wurde durch das Fürstentum Aschaffenburg des Fürstprimas von Dalberg mediatisiert. 1808 wurde es an das Großherzogtum Würzburg getauscht und fiel mit diesem 1814 an Bayern.

Bergfried, am Zugang der Burg
Blick auf die Dächer von Burgsinn

Religionen[Bearbeiten]

Die Pfarrei St. Michael Burgsinn gehört zum Dekanat Karlstadt der Diözese Würzburg. Die auch Sinntaldom genannte katholische Pfarrkirche war bis zur Einweihung der evangelisch-lutherischen Dreieinigkeitskirche 1955 Simultankirche für die katholischen und evangelischen Christen Burgsinns.

Die jüdische Gemeinde wurde 1938 aufgelöst.

Rienecker Tor

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Franz Schüßler (CSU/Unabhängige Bürger).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1,065 Mio. €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 155.000 €.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Familie der Voit von Rieneck nach Siebmachers Wappenbuch

Blasonierung: ein rotes Widderhorn auf goldenem Grund.

Das Widderhorn kann weder dem Wappen der Freiherrn von Thüngen noch dem der Grafen von Rieneck entnommen sein, obwohl beide Familien eng mit der Geschichte von Burgsinn verbunden sind. Während mit dem Aussterben der Rothenfelser Linie der Rienecker 1333 die Hälfte des Schlosses Burgsinn, das die Grafen von Rieneck zu Lehen trugen, an Würzburg zurückfiel und 1405 die Freiherrn von Thüngen das ganze Schloss von Würzburg kauften, waren die Voit von Rieneck, welche lange Zeit Vögte zu Rieneck waren, noch bis ins 15. Jh. hinein Inhaber eines Teils der Zehnt und des Gerichts zu Mittelsinn. Als Kurmainz 1630 die Exekution gegen die Thüngen durchführte, wurde das Gericht zu Burgsinn durch den Keller von Rieneck abgehalten - die Grafen von Rieneck waren bereits in der ersten Hälfte des 16. Jh. ausgestorben. Nach der Wiedereinsetzung der Thüngen in Burgsinn im Jahre 1697 wurde neben verschiedenen anderen Abmachungen der Gemeinde ausdrücklich die Belassung „ihres alten Dorfsiegels“ zugesichert. Welcher Art dieses Siegel war und aus welcher Zeit es stammte, wird zwar nicht gesagt, da aber die Voit von Rieneck einen Widder in ihrem Wappen führten, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass das Wappen von Burgsinn das geminderte Wappen der Voit von Rieneck ist.


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft fünf, im produzierenden Gewerbe 193 und im Bereich Handel und Verkehr 140 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 136 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 878. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 24 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 371 ha, davon waren 29 ha Ackerfläche und 325 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Burgsinn liegt an der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg und der Bahnstrecke Flieden–Gemünden. Am Betriebsbahnhof Burgsinn ist ein Wechsel zwischen beiden Bahnstrecken möglich. Der Burgsinntunnel liegt ebenfalls auf dem Gebiet der namensgebenden Gemarkung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Burg, auch Altes Schloss genannt, ist wie ein typisches Wasserschloss angelegt. Die Anlage ist trapezförmig ausgelegt, mit jeweils einem Turm an den vier Ecken. Am Zugang der Burg befindet sich ein gewaltiger Bergfried von 22 Metern Höhe. Seine Mauern haben eine Seitenlänge von 2,50 Meter und sind 2,60 Meter stark. Die Errichtung des Turmes wird auf das 12. Jahrhundert datiert. Die übrigen Gebäude wurden im 16. oder 17. Jahrhundert umgebaut oder erneuert.
  • Das Neue Schloss der Familie Thüngen wurde 1590 bis 1620 im Renaissancestil am Waldrand östlich der Sinn erbaut.
  • Drittes Schloss in Burgsinn ist das sogenannte Fronhofer Schlösschen, 1607 ebenfalls durch das Haus Thüngen als Witwensitz errichtet.
  • Der ortsbildprägende Bau der katholischen Pfarrkirche St. Michael in neobarocken Formen wurde 1908 anstelle eines Vorgängerbaus vollendet.
  • Die evangelische Dreieinigkeitskirche mit ihrem freistehenden Glockenturm entstand ab 1952 aus rotem Mainsandstein unweit der katholischen Kirche.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Burgsinn

Medizin[Bearbeiten]

Die medizinische Versorgung wird von drei im Ort niedergelassenen Allgemein-Ärzten, einem Zahnarzt, einer Apotheke, zwei Physiotherapeuten sowie von den jeweils etwa knapp 30 Kilometer entfernt liegenden Krankenhäusern in Lohr, Karlstadt, Schlüchtern oder Bad Brückenau gesichert. Zudem befindet sich in Burgsinn eine Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes. Sie ist mit einem RTW ausgestattet. Die Wache ist rund um die Uhr besetzt, sieben Tage die Woche.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergarten: 100 Kindergartenplätze mit 103 Kindern
  • Volksschule: Eine Grund- und Hauptschule mit 23 Lehrern und 359 Schülern (Stand: Schuljahr 07/08)

Freizeit[Bearbeiten]

Burgsinn hat ein relativ großes (Frei-)Schwimmbad mit einem 50-Meterbecken inkl. Sprungturm (1m, 3m und 5m), einem Nichtschwimmerbecken mit Rutsche sowie einem Kinderbecken. Zur Anlage gehört auch ein Beachvolleyball-Feld. Es gibt im Ort eine Parkanlage und die Radwege um Burgsinn herum führen von Würzburg bis nach Fulda.

Sportvereine[Bearbeiten]

Mehrere ansässige Sportvereine bieten den Burgsinner Bürgern und Urlaubern die Möglichkeit der aktiven Freizeitgestaltung. Nachfolgende Sportvereine engagieren sich besonders in der Jugendarbeit. Angelsportverein Burgsinn, SG 1920 Burgsinn, Tennisclub 1970 Burgsinn e.V.

Einkauf[Bearbeiten]

Ferner gibt es Einkaufsmöglichkeiten mit drei Supermärkten im Ort sowie mehreren Metzgereien, Bäckereien, einem kleinen Baumarkt und weiteren Geschäften (Optiker, Bastelladen).. Burgsinn verfügt zudem über ein - gemessen an der Einwohnerzahl - dichtes Gastronomienetz mit rund 15 Restaurants, Gäststätten, Kneipen, Cafés.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/025253&attr=OBJ&val=1715
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 46.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burgsinn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien