Burgstein (Dollnstein)

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Der Burgstein von Süden gesehen

Der steil aufragende Burgstein ist Teil eines Felsmassivs im oberbayerischen Landkreises Eichstätt am nördlichen Rand des Oberen Altmühltals bei Dollnstein gegenüber der Bubenrother Mühle im Naturpark Altmühltal.

Entstehung[Bearbeiten]

Zur Zeit des „Weißen Jura“ (= Malm) war der süddeutsche Raum von einem flachen subtropischen Schelfmeer bedeckt. In diesem Flachmeer wechselten seichte Plattformen mit grobkörniger Kalkablagerung und tiefe Wannen mit feinkörniger Kalkablagerung. Der ca. 45 Meter hohe Burgstein besteht im Wesentlichen aus den massiven Plattform-Kalkablagerungen mit einigen eingestreuten Schwammriffen, die an den Hängen der Plattformen wuchsen. Während die Kalkschichten der Wannen im Laufe der Zeit durch überlagernde Gesteinsschichten stark kompaktiert wurden, widerstanden die Riff- und Plattformkalke dem Gebirgsdruck und blieben als Tafeln und mächtigere Blöcke erhalten. Die Erosion präparierte diese härteren Partien bevorzugt heraus. Insbesondere an den Prallhängen der Flüsse - in diesem Falle der eiszeitlichen Ur-Donau - führte dies zu Felsfreistellungen.

Zeitliche Einordnung[Bearbeiten]

Die Kalke des Malm entstanden vor etwa 135 bis 154 Millionen Jahren. Vor etwa 5 Millionen Jahren begann sich die Ur-Donau einzuschneiden und damit die Felsen herauszupräparieren. Dieses Werk war sozusagen fertig, als die Ur-Donau während der Riss-Eiszeit vor rund 150.000 Jahren ihren Lauf weiter in den Süden ins heutige Schutteral und schließlich ganz an den Rand der Alb in ihr aktuelles Bett verlegte.

Geotop[Bearbeiten]

Der Burgstein ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop 176R006[1] ausgewiesen. Das Geotop gehört auch zu den 100 Schönsten Geotope Bayerns. Siehe hierzu auch die Liste der Geotope im Landkreis Eichstätt.

Naturschutz[Bearbeiten]

Der Burgstein liegt in dem 60 ha großen Naturschutzgebiet Mühlbergleite. Neben den beherrschenden Dolomitfelsen sind hier Halbtrockenrasen als ehemalige Schafweiden mit Wacholderbewuchs, Trockenrasen an felsigen Partien, Hecken, Strauchinseln und am Rande Laub- und Mischwälder anzutreffen – ein Aufeinanderfolgen verschiedener Pflanzengemeinschaften in natürlicher Sukzession und mit zum Teil botanischen Raritäten. Auch auf den Felsköpfen selbst gibt es blühendes Leben, z. B. den Weißen Mauerpfeffer, der dem seltenen Apollofalter als Futterpflanze dient. Aus dieser Reichhaltigkeit unterschiedlicher Biotoptypen resultiert der ökologische Wert dieses Naturschutzgebietes. Der Fels ist den Kletterern ein überregional beliebtes, nicht immer ungefährliches Ziel (Steinschlaggefahr). Die Schwierigkeitsgrade der Kletterrouten reichen von III bis IX mit zahlenmäßigem Schwerpunkt (26 Routen) von VI bis VIII.

Literatur[Bearbeiten]

  • Mühlbergleite bei Dollnstein. In: Karl Zecherle und Toni Murböck: Sehenswerte Natur im Kreis Eichstätt, Eichstätt 1982, S. 18f.
  • Hinweistafel des Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen vor dem Burgstein

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geotop: Burgstein bei Dollnstein (abgerufen am 10. Oktober 2013; PDF; 168 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burgstein (Dollnstein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.86833333333311.095277777778Koordinaten: 48° 52′ 6″ N, 11° 5′ 43″ O