Burgund

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Burgund (Begriffsklärung) aufgeführt.
Burgund
Flagge der Region Burgund Wappen der Region Burgund
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Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz Dijon
Präsident des Regionalrats François Patriat[1] PS
Bevölkerung

 – gesamt 1. Januar 2011
 – Dichte

1.642.734 Einwohner
52 Einwohner je km²

Fläche

 – gesamt
 – Anteil an Frankreich:

31.582 km²
5,0 %

Départements 4
Arrondissements 15
Kantone 174
Gemeinden 2.046
ISO 3166-2-Code FR-D

Burgund (französisch Bourgogne [buʀˈgɔɲ]) ist eine Region im Zentrum Frankreichs, die aus den Départements Côte-d’Or, Nièvre, Saône-et-Loire und Yonne besteht. Sie hat eine Fläche von 31.582 km² und 1.642.734 Einwohner (Stand 1. Januar 2011). Hauptstadt der Region ist Dijon.

Geographie

Physische Karte Burgunds

Im Osten grenzt Burgund an die Region Franche-Comté, im Norden an Champagne-Ardenne und Île-de-France. Westlich liegt die Region Centre, während im Süden die Regionen Auvergne und Rhône-Alpes angrenzen.

Burgund hat mit dem Morvan, einem Ausläufer des Zentralmassivs, Anteil an den alten Kristallingebieten. Ansonsten bilden mesozoische Sedimente (zumeist aus dem Jura) den Gesteinsuntergrund. An der Ostflanke leiten Bruchstufen zur Saône-Furche über.

Wappen

Beschreibung: Das Wappen ist geviert; Feld 1 und 4 bestreut mit goldenen Lilien auf Blau und eine rot-weiße zwölfer Stückelung im Bord (Neuburgund), und die anderen Felder (2,3) und drei blaue Schrägbalken in Gold, mit rotem Bord (Altburgund).

Das Wappen geht auf die beiden burgundischen Häuser, das ältere, und das jüngere, zurück.

Geschichte

Hauptartikel: Burgundische Geschichte
Burgundia als Teil des Fränkischen Reiches zu Zeiten der Merowinger.

Die historische Provinz Burgund mit Kerngebiet in der Saônesenke ist nach dem germanischen Stamm der Burgunden benannt. Der Landesname Burgund wurde im Verlauf der Geschichte auf unterschiedliche Gebilde bezogen. Seit 534 bezeichnete er ein fränkisches Teilreich (Königreich Burgund), das 843 bei der Aufteilung des Fränkischen Reichs in eine östliche und eine westliche Hälfte zerschnitten wurde. Im Osten entstand das neue Königreich Burgund (Hochburgund), im Westen ein französisches Lehensherzogtum, für dessen Gebiet erstmals 1075 der Name Herzogtum Burgund verwendet wurde. Aus der Auflösung des Königreichs Burgund (1032) ging die Freigrafschaft Burgund als Teil des Heiligen Römischen Reichs hervor. Diese geriet im 13. Jahrhundert immer stärker in den Einflussbereich der Herzöge von Burgund, blieb jedoch Teil des Reichs, bis sie 1678 im Niederländisch-Französischen Krieg von Frankreich annektiert wurde. Das Herzogtum Burgund ging 1363 seinerseits an Philipp von Valois über. Damit setzte eine umfangreiche Territorialentwicklung (Ausbreitung) ein, die zur Bildung eines Zwischenreichs (Neuburgund) führte, dessen südlicher Teil das alte Herzogtum Burgund und dessen nördlicher Teil die Niederlande waren. Nach dem Tod Karls des Kühnen in den Burgunderkriegen (1477) wurde dieses Zwischenreich aufgeteilt. Während das eigentliche Herzogtum Burgund als Lehen in den Besitz der französischen Krone eingezogen wurde, sicherte sich das Haus Habsburg durch geschickte Heiratspolitik die (wirtschaftlich) bedeutendsten Besitzungen des Hauses Burgund-Valois, namentlich Flandern und die Freigrafschaft.[2]

Bei der Einteilung Frankreichs in Programmregionen im Jahre 1956 wurde aus vier Départements die Region Burgund (Bourgogne) in ihren heutigen Grenzen gebildet. 1972 erhielt die Region den Status eines Établissements public unter Leitung eines Regionalpräfekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielt auch die Region Burgund den Status einer Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. 1986 wurde der Regionalrat der Region Burgund erstmals in Direktwahl gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert.

Mit dem deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz verbindet die Region seit 1962 eine Regionalpartnerschaft, die mit dem CRB Haus Burgund in Mainz institutionalisiert wurde. Der Ministerpräsident Kurt Beck wurde 2012 zum 50. Jahrestag der Partnerschaft zum Ehrenbürger Burgunds erklärt.[3]

Städte

Die bevölkerungsreichsten Städte der Region Burgund sind:

Stadt Einwohner (Jahr) Département
Dijon 151.672 (2011) Côte-d'Or
Chalon-sur-Saône 44.847 (2011) Saône-et-Loire
Nevers 36.210 (2011) Nièvre
Auxerre 35.534 (2011) Yonne
Mâcon 33.730 (2011) Saône-et-Loire
Sens 25.146 (2011) Yonne
Le Creusot 22.620 (2011) Saône-et-Loire
Beaune 21.872 (2011) Côte-d'Or
Montceau-les-Mines 19.124 (2011) Saône-et-Loire
Autun 14.426 (2011) Saône-et-Loire

Politische Gliederung

Die Region Bourgogne untergliedert sich in vier Départements:

Département Präfektur ISO 3166-2 Arrondissements Kantone Gemeinden Einwohner (Jahr) Fläche
(km²)
Dichte
(Einw./km²)
Côte-d’Or Dijon FR-21 3 43 706
000000000525931.0000000000525.931 (2011)
000000000008763.00000000008.763 000000000000060.000000000060
Nièvre Nevers FR-58 4 32 312
000000000218341.0000000000218.341 (2011)
000000000006817.00000000006.817 000000000000032.000000000032
Saône-et-Loire Mâcon FR-71 5 57 573
000000000555999.0000000000555.999 (2011)
000000000008575.00000000008.575 000000000000064.800000000064,8
Yonne Auxerre FR-89 3 42 455
000000000342463.0000000000342.463 (2011)
000000000007427.00000000007.427 000000000000046.100000000046,1

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinberge Haute Côte de Nuits

Burgund ist eine landwirtschaftlich geprägte Region, die vor allem für ihre Rotweine aus den Weinregionen Côte de Nuits und Côte de Beaune sowie für die Weißweine aus dem Mâconnais und dem Chablis weltbekannt ist. Außerdem wird in Burgund Viehzucht betrieben; typisch für die Region sind Charolais-Rinder und Bressehühner. In Südburgund, an der Grenze zur Auvergne, finden sich noch einige alte Ölmühlen für Nuss- und Pflanzenöle, darunter die älteste, historische Ölmühle Jean Leblanc, die noch heute in Betrieb ist.

Landschaftsbild mit Charolais-Kühen

Die Industrie Burgunds ist trotz seiner günstigen Lage nur schwach entwickelt und konzentriert sich vor allem im Gebiet um Dijon. Die im 19. Jahrhundert blühende Metallindustrie um Le Creusot ist bedeutungslos geworden. Heute finden sich viele mittlere Betriebe der Kunststoffverarbeitung im Gebiet um Dijon aufgrund der Nähe zu einem großen Chemiewerk in Tavaux, welches selbst zur Region Franche-Comté gehört. In Chalon-sur-Saône findet sich Elektroindustrie und ein beachtlicher Schiffbau, unter anderem für Unterseeboote. Die Schiffe werden über die Saône und die Rhône zum Mittelmeer gebracht.

Im Vergleich mit dem BIP der Europäischen Union, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreichte die Region 2006 einen Index von 94,8 (EU-27 = 100).[4]

Die Hauptverkehrsrouten für den überregionalen Straßenverkehr sind die Autobahnen A6 Paris-Burgund-Provence, A31 Metz-Nancy-Burgund-Lyon und A36 Mülhausen-Burgund-Lyon, die wichtigsten überregionalen Bahnstrecken sind die LGV Sud-Est (ParisLe CreusotMâconLyon) und die LGV Rhin-Rhône (Dijon–BesançonBelfortMülhausen). Es gibt über 1000 km schiffbare Wasserwege.

Kulturdenkmäler

Romanische Kirche in Ameugny bei Taizé

Neben zahlreichen Sakralbauten befinden sich im Burgund viele Schlösser und Burgen, welche im eher ländlich geprägten Herzen Frankreichs weit verstreut liegen.[5]

Zu den bedeutenden Kirchen und Klöstern zählen:

Die genaue Anzahl der Schlösser, Burgen und Festungen ist schwer zu ermitteln; die Angaben dazu schwanken zwischen 400 und 700. Besonders bekannte Schlösser und Burgen sind:

Zu den Sehenswürdigkeiten gehören auch:

Rezeption

Burgund wird mit zahlreichen, teils historisch inspirierten Figuren im Nibelungenlied erwähnt. Dort ist jedoch nicht die hier beschriebene Region Burgund gemeint, sondern das Burgundenreich.

Siehe auch

Literatur

  • Klaus Bußmann: Burgund. Kunst, Geschichte, Landschaft. Burgen, Klöster und Kathedralen im Herzen Frankreichs… 12. Auflage. DuMont, Köln 1992, ISBN 3-7701-0846-9. (=DuMont Kunst-Reiseführer)
  • Heinz-Joachim Gund: Burgund. Artemis, München, Zürich 1987, ISBN 3-7608-0795-X.
  • Hermann Kamp: Burgund. Geschichte und Kultur. C. H. Beck, München 2007, ISBN 3-406-53614-X.

Weblinks

 Commons: Bourgogne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Burgund – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. http://www.region-bourgogne.fr/En-direct-avec-le-president-du-conseil-regional,877 abgerufen am 28. März 2013
  2. André Salvisberg u.a.: Historischer Atlas der Region Basel, S. 186, Christoph Merian Stiftung (Hg.). Christoph Merian Verlag, Basel, 2010.
  3. Ministerpräsident ist neuer Ehrenbürger von Burgund. In: Rheinland-Pfalz.de vom 5. Juli 2012.
  4. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB)
  5. Hermann Kamp: Burgund. Geschichte und Kultur. Beck, München 2007, ISBN 3-406-53614-X, Kapitel Das Land der Kirchen und Klöster, S. 48–60.

47.24754.1513888888889Koordinaten: 47° N, 4° O