Burgus

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Burgus (lat., Pl. Burgi) ist eine von den Römern entlehnte germanische Bezeichnung für turmartige kleinere Kastelle am spätrömischen Limes.

Das Wort Burgus ist in lateinischen Texten der Spätantike nachgewiesen: am Ende des 4. Jahrhundert bei Flavius Vegetius Renatus in dessen epitoma rei militaris (Abriss des Militärwesens) und in den um das Jahr 418 entstandenen historiae contra paganos (Geschichten gegen die Heiden) des spanischen Klerikers Orosius.

Burgi sind eigentlich eine Weiterentwicklung der Limestürme der mittleren Kaiserzeit. Allerdings werden in der Forschung vielerlei spätantike Bauwerke wie kleinere Wachtürme, Kleinkastelle, zivile Refugien an Gutshöfen und befestigte Anlandemöglichkeiten für Flußschiffe (sog. „Ländeburgi“ oder „Schiffsländeburgi“, vgl. den Begriff Lände, besonders an Oberrhein und Donau) als Burgi bezeichnet. Burgi wurden einerseits entlang von Flußgrenzen nachgewiesen, andererseits auch an wichtigen Straßen („Straßenburgi“), wo sie der Sicherung und Nachrichtenübermittlung gedient haben dürften.

[Bearbeiten] Beispiele am Oberrhein

Ein gut erhaltener Ländeburgus ist etwa in Ladenburg (am Neckar) gefunden worden. – Ebenso ist bei der Burg Stein an der von den Römern neu geschaffenen Weschnitzmündung ein spätrömischer mehrgeschossiger Burgus auf einer Grundfläche von 21,3 mal 15 Metern und eine Schiffsanlegestelle von 42 Meter Länge nachgewiesen.[1]

Eine ähnliche Kleinfestung wurde in Trebur-Astheim nahe der Schwarzbachmündung in den Rhein entdeckt und 2003 ausgegraben. Obwohl hier kein originales Mauerwerk erhalten war, konnte durch Methoden der Geomagnetik und Geoelektrik sowie einen Münzfund ein Schiffsländeburgus aus Zeiten des Westkaiser Valentinian I. nachgewiesen werden.[2]

Das linksrheinische Kastell Altrip könnte in Verbindung mit einem rechtsrheinischen Ländeburgus in Neckarau (damals Mündung des Neckars in den Rhein) und einem dazwischen gelegenen weiteren Inselburgus einen dauerhaften Rheinübergang als festes Bauwerk oder als Schiffsbrücke gesichert haben.[3]

[Bearbeiten] Literatur

  • Thomas Fischer: Die Römer in Deutschland. Theiss, Stuttgart 1999. ISBN 3-8062-1325-9
  • Jörg Fesser: Frühmittelalterliche Siedlungen der nördlichen Vorderpfalz, Dissertation Universität Mannheim, 2006.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Edmund Ritscher: Burg Stein (Hessen) oder Zullestein, Mannheim 2008.
  2. Grabung 2003 in Trebur-Astheim, Universität Frankfurt, Institut für Archäologische Wissenschaft Abt. II
  3. Siehe Fesser 2006; auch online (PDF) verfügbar, S. 378
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