Burraubach

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Burraubach
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Unterlauf des Burraubachs auf Höhe von Litzelbach, bereits im Tal des Kehlbachs unmittelbar vor seiner Mündung in denselben (Blick bachaufwärts).

Unterlauf des Burraubachs auf Höhe von Litzelbach, bereits im Tal des Kehlbachs unmittelbar vor seiner Mündung in denselben (Blick bachaufwärts).

Daten
Gewässerkennzahl DE: 1132822
Lage Baden-Württemberg
  Landkreis Sigmaringen
Flusssystem Donau
Abfluss über Kehlbach → Andelsbach → Ablach → Donau → Schwarzes Meer
Quelle im südöstlichen Langenmoos rund 1 km westlich der Ortsmitte von Wald
47° 56′ 19″ N, 9° 9′ 39″ O47.9386805555569.16085657
Quellhöhe ca. 657 m ü. NN[1]
Mündung etwa 0,5 km nordöstlich von Litzelbach von links und Westen in den mittleren Kehlbach47.9490555555569.2259944444444612Koordinaten: 47° 56′ 57″ N, 9° 13′ 34″ O
47° 56′ 57″ N, 9° 13′ 34″ O47.9490555555569.2259944444444612
Mündungshöhe ca. 612 m ü. NN[1]
Höhenunterschied ca. 45 m
Länge 5,6 km[2]
Einzugsgebiet 9,937 km²[3]
Durchflossene Stauseen bei Kloster Wald
Kleinstädte Pfullendorf
Gemeinden Wald

Der Burraubach ist ein auf dem Hauptstrang rund 5,5 km langer Bach im Landkreis Sigmaringen im südlichen Baden-Württemberg, der beim Weiler Litzelbach der Kleinstadt Pfullendorf von links und Westen in den mittleren Kehlbach mündet. Seine Talmulde wird Burrautal genannt.

Geographie[Bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten]

Der Burraubach entspringt etwa einen Kilometer westlich des der Dorfmitte von Wald auf etwa 657 m ü. NN im südöstlichen Langenmoos, einem ehemaligen Moor, das heute vom Schonwald Riedle bestanden ist.[4] Das Gewässer fließt anfangs nach Südosten und wendet sich ab dem Waldrand, wo es einige Gräben einer teils die seine übertreffender Länge aufnimmt, in einem langsamen Bogen nach links auf Ostnordostlauf, in dem es dann recht beständig bis zu seiner Mündung weiterzieht. Noch auf Ostlauf nimmt der Burraubach von Süden her kurz vor dem Dorf Wald den hier mit über einem Kilometer schon fast doppelt so langen Weihergraben auf, im Dorf durchfließt er den hektargroßen alten Fischweiher an der Südseite der Klostergebäude.

Nach der unteren Dorfgrenze und der Kläranlage mündet der fast anderthalb Kilometer lange Haghofgraben von links. Danach hat die Geländesenke um den Lauf schon merkliche Muldenform, etwas vor der etwa 1,5 km unterhalb des Dorfrandes am linken Ufer liegenden Burraumühle begleiten bis hinter die kleine Siedlung steile Böschungen den Lauf. Ab hier liegt fast bis zur Mündung der Rand der großen Waldinsel des nördlichen Forsts Wald nirgends weiter als 300 Meter nördlich des Laufes. Der an den Gebäuden der Burraumühle den Burraubach aus dem Nordwesten erreichende Mühlgraben fließt heute im Bereich des Anwesens verdolt zu.

Bachabwärts werden die Böschungen bald wieder flacher, jedoch mündet von rechts eine kurze und breite eingeböschte Nebentalmulde ohne bedeutenden Bachlauf vom etwa einen halben Kilometer entfernten Walder Dorf Reischach her zu. Danach fließt wiederum von links aus dem Forst der über anderthalb Kilometer lange Talhausgraben zu, der auf seinem Unterlauf durch die Wiesenaue Gurgel läuft. Auf den noch folgenden anderthalb Kilometern Unterlauf des Burraubachs verbreitert sich die begleitende Aue stark aus bis zum Wechsel des Bachs in die sehr weite Talmulde des mittleren Kehlbachs, in welcher der Burraubach dann einen halben Kilometer nordöstlich des Pfullendorfer Weilers Litzelbach von links und Westen auf etwa 612 m ü. NN in den Kehlbach mündet.

Unterhalb des bewaldeten Langenmooses am kurzen südöstlichen Laufbeginn ist der Burraubach meistenteils ein völlig baum- und ufergebüschfreier Graben mit geradem oder nur sanft gebogenem Verlauf, dessen Lauf dann zuletzt im spitzen Windel zur Mündung in den hier nordwärts fließenden Kehlbach gezogen wird.

Einzugsgebiet[Bearbeiten]

Tal des Burraubachs von Reischach aus auf die Burraumühle

Der Burraubach entwässert etwa 9,9 km² Fläche ostwärts zum mittleren Kehlbach, der dann über Andelsbach und Ablach die Donau speist. Sein Einzugsgebiet hat etwa die Kontur einer ostnordöstlich auslaufenden Kerze und erstreckt sich etwa 5,5 km weit vom westlichen Forst Wald über den Quellen von Burraubach und Weiherbach bis zur Mündung; quer dazu erreicht es eine maximale Breite von unter 2,5 km.

Die westsüdwestliche Wasserscheide im westlichen Forst Wald über den Quellen der Oberläufe Weihergraben im Südwesteck und Burraubach selbst im Nordosteck des Entwässerungsgebiets des Burraubachs grenzt vom Einzugsgebiet des zur oberen Ablach laufenden Auenbachs ab, auf ihr wird mit über 675 m ü. NN einmal die größte Höhe im Einzugsgebiet erreicht (südwestlich von Wald).

An der nordnordwestlichen Schwelle vor dem Einzugsgebiet des der mittleren Ablach zulaufenden Ringgenbachs, dessen Hauptoberlauf Rohrenbach das Langenmoos nordwärts entwässert, liegt das Terrain anderswo allermeist über 660 m ü. NN und erreicht auch auf diesem Abschnitt noch einmal über 675 m ü. NN (Gewann Falkenhau im nördlichen Forst Wald). Die Wasserscheide gegen den abwärtigen linken Kehlbach-Zufluss Riedlebach im Norden bleibt bis fast zuletzt (beim Pfullendorfer Hilarihof) über 650 m ü. NN.

Von der Mündung auf 612 m ü. NN in den Kehlbach steigt die südsüdöstliche Wasserscheide gegen dessen linken aufwärtigen Zufluss Bethlehemer Graben in deren Osthälfte bis auf etwas über 670 m ü. NN an (bei Reischach). Danach verbleibt sie mit wenig Höhenschwankung in der Westhälfte bis zurück an die Südwestspitze vor dem jenseits konkurrierenden oberen Kehlbach überall über 660 m ü. NN.

Weniger als 30 % der Gesamtfläche sind bewaldet, es ist ein großer Anteil der große Waldinsel des nördlichen Forsts Wald am Nordrand, ein Streifen des westlichen Forsts Wald im Westen und deutlich kleinere Waldinselschnipsel im Süden.

Außer den bei der Beschreibung des Verlaufs genannten Siedlungsplätzen gibt es nur noch wenige Einzelhöfe im Einzugsgebiet.

Zuflüsse und Stillgewässer[Bearbeiten]

Der Burraubach, angestaut zum Weiher des Walder Klosters.

Hierarchische Liste der Zuflüsse und RiverIcon-SmallLake.svg Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge[2], Seefläche[5]Einzugsgebiet[6] und Höhe[1] nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.

Ursprung des Burraubachs ca. 0,9 km westlich des in der Dorfmitte von Wald gelegenen Klostergeländes auf etwa 657 m ü. NN im südöstlichen Langenmoos.

  • Graben am Nordostrand des Langenmoos, von links auf etwa 655 m ü. NN am Austritt aus dem Langenmoos, ca. 0,8 km.[7] Der in etwa hundert Meter nordöstlichem Abstand zum bis zum Zusammenfluss unter 0,3 km[7] langen Burraubach gezogene Entwässerungsgraben verläuft schon am Rande der flachen Mulde des ehemaligen Moors auf bis etwas unter 660 m ü. NN und beginnt nach der Karte sogar schon etwas jenseits der nach dem Höhenlinienverlauf bemessenen Wasserscheide zum Rohrenbach/Ringgenbach.[8]
  • Weihergraben, von rechts und Süden auf etwa 654 m ü. NN kurz vor Wald, 1,1 km und ca. 0,5 km².
    • RiverIcon-SmallLake.svg Entfließt auf etwa 666 m ü. NN dem angestauten Walder Weiher, 0,9 ha.
  • Entwässerungsgraben, von rechts und Südosten in Wald an der Hohenzollernstraße kurz vor dem Klosterweiher, 1,0 km und ca. 0,6 km². Entsteht auf etwa 660 m ü. NN im Wiesengewann Badweiher. Im Ortsbereich verdolt.
    • RiverIcon-SmallLake.svg Zwei Teiche auf Höhen zwischen 662–660 m ü. NN in flacher Falllinie bis zu 300 m rechts des oberen Entwässerungsgrabens, zusammen ca. 0,4 ha.
  • RiverIcon-SmallLake.svg Durchfließt den Klosterweiher in Wald auf wenig über 650 m ü. NN, 1,1 ha.
  • Haghofgraben, von links und Nordwesten auf etwa 643 m ü. NN nach der Walder Kläranlage, 1,1 km und ca. 0,8 km². Entsteht auf etwa 666 m ü. NN weniger als 200 Meter nordwestlich des Haghofes mitten in einer Wiese im Gewann Härtleäcker.
  • Mühlgraben, von links und Nordwesten auf etwa 633 m ü. NN zuletzt verdolt an der Burraumühle, 1,2 km und ca. 0,9 km². Entsteht auf etwa 661 m ü. NN in einer Flurbucht des nördlichen Forsts Wald etwa 700 Meter östlich des Schönbrunnerhofes.
    • RiverIcon-SmallLake.svg Durchfließt auf unter 640 m ü. NN einen sehr länglichen Kleinteich 200 Meter nördlich der Burraumühle in seiner Unterlauf-Flurbucht, unter 0,1 ha.[9] Gleich danach und noch vor der Burraumühle verdolt.
    • RiverIcon-SmallLake.svg Kleinteich wenige Meter vor der Mündung, deutlich unter 0,1 ha.
  • Talhaugraben, von links und Nordwesten auf etwa 621 m ü. NN an der Feldwegquerung zur Gurgel, 1,6 km und ca. 1,5 km². Entsteht auf etwa 659 m ü. NN ca. 600 m südöstlich des westlichen, ehedem Oberkappel genannten Siedlungsteils von Kappel im beginnenden Waldgewann Wacholderplatz. Kurz nach diesem Zulauf wechselt der Burraubach auf die Gemarkung von Pfullendorf.
    • Holdergraben, anderer Quellast des Talhaugrabens, von rechts und Westnordwesten auf etwa 637 m ü. NN kurz vor dem Austritt in die Unterlaufaue Gurgel, 1,4 km und ca. 0,6 km². Länger und einzugsgebietsreicher als der nur ca. 1,0 km und ca. 0,5 km² erreichende nominelle Quellast des Talhaugrabens.
Mündung des Burraubachs (rechts) in den Kehlbach (Blick bachaufwärts).

Mündung des Burraubachs etwa 0,5 km nordöstlich des Pfullendorfer Weilers Litzelbach von links und Westen auf etwa 612 m ü. NN in den Kehlbach. Der Bach ist hier auf seinem Hauptlauf 5,6 km lang und hat ein Einzugsgebiet von 9,9 km².[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Rund einen Kilometer unterhalb seines Ursprungs wurde der Burraubach schon vor Jahrhunderten aufgestaut, der Kunstweiher diente dem Kloster Wald als Fischteich und existiert heute noch.

Nördlich der Burraumühle liegt in etwa 300 Metern Entfernung auf dem Burrauberg im schon gleich hinter dem Anwesen einsetzenden Hügelwald des nördlichen Forsts Wald der Burgstall der ehemaligen Burg Burrach. Es ist der Stammsitz der Herren von Reischach. Wahrscheinlich wurde der Burraubach in Anlehnung an diese bereits spätestens im Jahr 1241 abgegangenen Burg benannt. Der Burraumühle genannte Walder Weiler am Bachlauf, neben dem auf unmittelbar angrenzender Reischacher Teilgemarkung das Haus Burrau steht, dürften an der Stelle des in den Aufzeichnungen des Klosters Wald als Besitz erwähnten Ortes Burrau stehen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW). Siehe bei den → Weblinks.
  2. a b Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  3. a b Einzugsgebiet nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  4. Steckbrief des Schonwalds "Riedle" im "Langenmoos" (PDF, 8,4 kB) bei LUBW.
  5. Seefläche nach dem Layer Stehende Gewässer des Online-Kartenservers der LUBW.
  6. Einzugsgebiet abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW.
  7. a b Länge abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW.
  8. Die Abflussverhältnisse in diesem Bereich der Wasserscheide sind wohl etwas unklar. Bis zu ungefähr 10 ha der von der Einzugsgebietskarte des LUBW dem Rohrenbach/Ringgenbach zugeschlagenen Einzugsgebietes könnten in Wirklichkeit zum Burraubach entwässern.
  9. Seefläche abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burraubach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien