Burschenschaftliche Gemeinschaft
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Die Burschenschaftliche Gemeinschaft (BG) ist ein Verband von derzeit 46 Burschenschaften aus Deutschland und Österreich, der von Kritikern am rechten Rand der Korporiertenszene gesehen wird.[1]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Gründung
Die Burschenschaftliche Gemeinschaft (BG) wurde am 15. Juli 1961 auf dem Haus der Burschenschaft Danubia München von 42 Burschenschaften aus der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich gegründet. Dies erfolgte in Reaktion auf einen kurz vorher stattgefundenen Burschentag in Nürnberg, auf dem die Anträge zur Wiedervereinigung der beiden Dachverbände Deutsche Burschenschaft (DB) und Deutsche Burschenschaft in Österreich (DBÖ) nicht die erforderliche Mehrheit gefunden hatten. Entgegen dem abgelehnten Antrag haben die Gründungsmitglieder der BG „die angestrebte Wiedervereinigung de facto vollzogen“. Das Gründungsprotokoll der BG beginnt mit dem Worten: „Die Burschenschaften der Burschenschaftlichen Gemeinschaft bekennen sich zum volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff als dem historischen Vaterlandsbegriff der Urburschenschaft“.[2]
[Bearbeiten] Ziele
Die Burschenschaftliche Gemeinschaft verfolgt die zehn historischen Ziele der Urburschenschaft. Für die BG sind sie als Grundsätze noch immer gültig, die aber an die modernen politischen Gegebenheiten angepasst werden müssen. Diese Grundsätze sind:[3]
- Staatliche, wirtschaftliche und kirchliche Einheit
- Einheitliches deutsches Recht
- Verfassungsmäßige Erbmonarchie
- Rede- und Pressefreiheit
- Gleichheit vor dem Gesetz
- Selbstverwaltung
- Öffentliche Gerichtsverfahren und Geschworenengerichte
- Allgemeine Wehrpflicht
- Keine Mitwirkung bei einem Bruderkrieg
- Selbstbewußte Machtpolitik
[Bearbeiten] Struktur
Die BG umfasst derzeit 46 Burschenschaften, die Mitglied der Deutschen Burschenschaft sind oder eine Mitgliedschaft anstreben. Etwa die Hälfte davon sind in Deutschland ortsansässig, die andere Hälfte in Österreich. Überwiegend handelt es sich dabei um Burschenschaften einschließlich ihres Altherrenverbandes, in einigen Fällen sind lediglich die aktive Burschenschaft oder auch nur der Altherrenverband Mitglied. Weiterhin besteht die Möglichkeit der Einzelmitgliedschaft für Burschenschafter, deren Bund nicht der BG angehört.
Oberstes beschlussfassendes Organ ist die BG-Sitzung, auf der alle Mitgliedsburschenschaften Sitz und Stimme haben. Es existieren weder Satzung noch Geschäftsordnung, den Rahmen gibt lediglich das Gründungsprotokoll sowie eine Kassen- und Beireitungsordnung. Einmal jährlich wird eine Burschenschaft zur Vorsitzendenden gewählt, der die Geschäftsführung obliegt. Dieser steht ein Ausschuss zur Seite, der aus Burschenschaftern der BG besteht, die sich über Jahre hinweg für die Verbandsarbeit engagiert haben. Ebenfalls werden in diesen Ausschuss die der BG angehörenden Amtsträger in der DB und im Vorort der Vereinigung Alter Burschenschafter (VAB) einbezogen.
[Bearbeiten] Kritik
Kritik an der BG entzündet sich regelmäßig an der aktiven Mitarbeit von Burschenschaften, bei denen direkte Verbindungen in das rechtsextreme Lager vermutet werden oder belegt werden können und die (soweit sie ihren Sitz in der Bundesrepublik Deutschland haben) zum Teil unter der Beobachtung durch die deutschen Verfassungsschutzbehörden stehen. Fünf der 22 deutschen BG-Burschenschaften werden wegen rechtsextremer Aktivitäten bzw. Tendenzen innerhalb der Verbindungen überwacht. Dies sind die Burschenschaft Frankonia zu Erlangen[4], Germania Hamburg[5], die Burschenschaft Normannia zu Jena, die Münchner Burschenschaft Danubia und die Burschenschaft Teutonia Prag zu Regensburg[6]. Auch mehrere österreichische Burschenschaften wie die Olympia Wien stehen bzw. standen unter Beobachtung des dortigen Verfassungsschutzes und fanden mehrmalig in Verfassungsschutzberichten Erwähnung. [7] Die BG selbst wird nicht vom Verfassungsschutz überwacht.[8]
Kritiker wie die der SPD-Linken angehörende Bundestagsabgeordnete Andrea Nahles bezeichnen die BG als „völkischen Kampfverband“ und ihre Programmatik als „eindeutig biologistisch, völkisch und großdeutsch ausgerichtet. Nahezu sämtliche Bestandteile eines rechtsextremen Weltbildes finden sich in der burschenschaftlichen Weltanschauung“. Am 27. März 2006 beschloss der SPD-Parteivorstand einstimmig die Unvereinbarkeit einer gleichzeitigen Mitgliedschaft in einer BG-Burschenschaft und in der SPD.[9] Im Juni 2007 wurde der Ausschluss eines Burschenschafters aufgrund dieses Beschlusses vom Landgericht Berlin als willkürlich gewertet und wegen Verstoßes gegen Parteien- und Grundgesetz aufgehoben.[10]
[Bearbeiten] Weblinks
- Website der Burschenschaftlichen Gemeinschaft
- Unvereinbarkeitsbeschluss der SPD zur Burschenschaftlichen Gemeinschaft
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ DÖW: Neues von ganz rechts - April 2003
- ↑ http://www.bg-netz.de/ueb-gruendung.htm
- ↑ http://www.bg-netz.de/ueb-standpunkte.htm
- ↑ Rechtsextreme unterwandern Burschenschaften in Die Welt
- ↑ Landesamt für Verfassungsschutz - Arbeitsfeld Rechtsextremismus (Hamburg)
- ↑ Rechtsextreme unterwandern Burschenschaften in Die Welt
- ↑ Neues von ganz rechts - Burschenschafter versuchen Imagekorrektur DöW - Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Mai 2002
- ↑ Drucksache 16/4142 des Bundestages
- ↑ http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,408440,00.html Entweder Sozialdemokrat oder Burschenschafter 28. März 2006
- ↑ http://www.akademische-freiheit.de/Inhalt/parteiaus.html

