Burst-Signal

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Ein Burst-Signal ist in der Nachrichtentechnik, insbesondere in der Fernsehtechnik, und der elektrischen Messtechnik eine begrenzte Anzahl von Schwingungen fester Frequenz; es hat also eine bestimmte, feste Dauer. Im Gegensatz zu einem andauernden Sinussignal, das nur eine Frequenzkomponente hat, ist die Bandbreite eines Burst-Signals umso größer, je kürzer der Burst ist. Burst-Signale dienen zu Prüfzwecken oder zur zeitlich begrenzten Übertragung der Information der Phasenlage und der Frequenz einer Schwingung.

Anwendungen[Bearbeiten]

Burst eines PAL-Fernsehsignals nach der Zeilensynchronisation

PAL-Burst[Bearbeiten]

Im Bereich der analogen Fernsehtechnik wie PAL wird ein Burst-Signal verwendet, um die korrekte Phasenlage und Frequenz des Farbträgers vom Sender dem Fernsehempfänger zu übermitteln. Mit Hilfe dieser Information erfolgt die korrekte Demodulation der Farbinformation. In der nebenstehenden Abbildung ist der sogenannte Color-Burst eines PAL-Signals dargestellt, welcher unmittelbar nach dem Zeilensynchronisationsimpuls übertragen wird. Dieser ca. 2,3 µs lange Burst stellt in diesem Fall den Farbträger des Senders mit einer Frequenz von 4,43361875 MHz dar.

Testbild mit integrierten Multi-Burst-Signal

Multiburst[Bearbeiten]

In der Messtechnik werden Burst-Signale mit speziellen Testgeneratoren erzeugt. Eine Abfolge von Burst-Signalen unterschiedlicher Frequenz wird als Multi-Burst-Signal bezeichnet und ermöglicht eine einfache Abschätzung des Frequenzgangs beziehungsweise der Bandbreite eines Übertragungskanals. Das übertragene Signal wird dazu mit einem Oszilloskop betrachtet.

Ein Multi-Burst-Signal ist auch Bestandteil von vielen Fernsehtestbildern. Etwa in der Mitte der Abbildung, links von dem orangefarbenen Rechteck, sind von links nach rechts enger werdende senkrechte Linien zu erkennen. Jedem Linienabstand entspricht eine Videofrequenz; die Linien repräsentieren üblicherweise Frequenzpakete von 1 MHz bis 5 MHz. Eine Abschwächung der jeweiligen Frequenz macht sich durch geringen Kontrast der Linien bemerkbar. Ein ähnliches System zur Bandbreitenbestimmung in der Fernseh- und Videotechnik sind die Frequenzbesen.

Messungen an Lautsprechern[Bearbeiten]

Burst-Signale können auch für Messungen an Lautsprechern verwendet werden. Diese Technik hat den Vorteil, dass Reflexionen an Wänden erst nach dem Burst am Messmikrofon auftreffen und im Gegensatz zu Messungen mit Sinussignalen daher kein reflexionsarmer Raum benötigt wird.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Keith Jack: Video Demystified, A Handbook for the Digital Engineer. 3 Auflage. LLH Technology Publishing, 2001, ISBN 1-878707-56-6.
  • Funkschau Sonderheft Nr.34, 1982, Franzisverlag S13-15 "NF-Multiburstgenerator", ISSN 0172-2778