Burzum
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| Burzum | |
|---|---|
| Gründung | 1991 |
| Genre | Black Metal |
| Website | http://www.burzum.org |
| Gründungsmitglieder | |
| Sessionmusiker | |
| Bass | Tomas „Samoth“ Haugen |
| Gitarre, Gong | Øystein „Euronymous“ Aarseth |
Burzum ist ein Black-Metal- und Ambient-Projekt des Norwegers Varg Vikernes, der im Zusammenhang mit der Band zunächst das Pseudonym Count Grishnackh verwandte.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Nachdem Vikernes in den späten 1980er Jahren in den Bands Kalashnikov und Uruk-Hai gespielt und 1991 die Band Old Funeral verlassen hatte, entschloss er sich, im Alleingang Musik zu machen.[1] Der für sein Ein-Mann-Projekt verwandte Name „Burzum“ entstammte, wie auch „Uruk-Hai“, der Schwarzen Sprache J. R. R. Tolkiens (nachzulesen bei Der Herr der Ringe). Burzum bedeutet wörtlich „Dunkelheit“ („Bûrz“ [„dunkel“]; „-um“ [Nominalisierungssuffix]): „The "darkness" of the Christians was of course my "light". So all in all it was natural for me to use the name Burzum.“[1] Vikernes zufolge stand hinter der Band, deren Botschaft sich auf den Song „Feeble Screams from Forests Unknown“ beschränke, ein okkultes bzw. magisches Konzept;[1] auf dem Debüt etwa finden sich unter anderem Bezüge zum Cthulhu-Mythos und der sumerischen Mythologie.
Wenngleich Burzum ein Ein-Mann-Projekt war, waren bei den ersten beiden Veröffentlichungen auch Gastmusiker beteiligt; die Hintergrundgeräusche bei „Dungeons of Darkness“ und „Den Onde Kysten“ sowie das Gitarrensolo im an Bathory angelehnten[2] Track „War“ spielte der Mayhem-Gitarrist Øystein „Euronymous“ Aarseth, der das Debüt „Burzum“ und die EP „Aske“ auf seinem Label Deathlike Silence Productions veröffentlichte; auf dieser spielte Tomas „Samoth“ Haugen von Emperor Bass. Zwischenzeitlich plante Vikernes, eine Besetzung aufzustellen, um Konzerte geben zu können; als Schlagzeuger nannte er in einem Interview Jan Axel „Hellhammer“ Blomberg (Mayhem, Arcturus) als Schlagzeuger,[3] in einem Artikel auf seiner offiziellen Seite erwähnt er, dass Erik Olivier „AiwarikiaR“ Lancelot (Ex-Valhall, Ex-Ulver) als Schlagzeuger vorgesehen war.[4]
Als Cover für Burzum-Alben dienten unter anderem ein Foto der von Vikernes niedergebrannten Fantoft-Stabkirche in Bergen (für die EP „Aske“, von Vikernes als „Rock-’n’-Roll-Album“ bezeichnet,[5] der ein Feuerzeug mit dem Cover als Aufdruck beilag[6]) und Bilder des norwegischen Malers Theodor Kittelsen. Das Artwork der ersten beiden Alben ist von einem AD&D-Modul inspiriert, das des dritten und vierten von skandinavischen Märchen.[1] Alle Alben bis 1996 wurden im selben Studio (Grieghallen) aufgenommen und von Eirik „Pytten“ Hundvin produziert. Das Album „Hvis Lyset Tar Oss“ widmete Vikernes Fenriz von Darkthrone und Demonaz von Immortal. Den Gesang auf „Filosofem“ nahm Vikernes nach eigenen Angaben über das Mikrofon eines Headsets auf.[7][4]
1993 überlegte Vikernes, von Deathlike Silence Productions zu Earache Records zuwechseln. Er traf sich deshalb mit den Labelinhabern in England; im Laufe des Gesprächs gab er rassistische und rechtsextreme Äußerungen von sich, die die Labelinhaber zunächst als Versuch, „böse“ zu erscheinen, abtaten; nach seiner Rückreise entschieden diese sich allerdings gegen eine Zusammenarbeit, da die von ihm geäußerten Standpunkte mit dem Label inkompatibel waren.[8] Im selben Jahr ermordete Vikernes Aarseth; eigens zur Veröffentlichung weiterer Burzum-Alben gründete Tiziana „Diamanda“ Stupia in Suffolk, England, das Label Misanthropy Records.
1994 wurde Vikernes wegen des Mordes an Aarseth, Brandstiftung an mehreren norwegischen Kirchen sowie des Besitzes von Sprengstoffen zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt und wandte sich immer mehr der rechtsextremen Szene zu. Durch seine Ideologie und sein Handeln ist Vikernes bei nicht rechtsradikalen Anhängern der Metal-Szene sehr umstritten. Für den sich vor allem in Osteuropa großer Beliebtheit erfreuenden neonazistischen Flügel des Black Metal, den „National Socialist Black Metal“ (NSBM), ist Vikernes ist zur Symbolfigur und Burzum zu einer Band mit Kultstatus geworden.[9][10] Bezüglich der Zuordnung Burzums zum NSBM streiten sich allerdings die Black-Metal-Szene und externe Berichterstattung: Diese stuft Burzum oftmals als NSBM-Band ein.[10][11][12][13][14] Von der Szene selbst wird das Projekt aber nicht zum NSBM gezählt, da offen rassistische Gesinnung oder politische Aussagen in den Texten nicht zu finden sind: Auch die Texte der nach seiner Zuwendung zum Rechtsextremismus veröffentlichten Alben, die Themen der germanischen Mythologie aufgreifen, sind „nicht offen neonazistisch. Sie spiegeln vielmehr seinen heidnischen Glauben und handeln von Figuren aus norwegischen Volksmärchen und Sagen.“[15]
2009 wurde Vikernes auf Bewährung entlassen, eigenen Angaben hat er neun Titel für ein neues Burzum-Album verfasst, das er 2010 veröffentlichen will.[16]
[Bearbeiten] Stil
Typisch für die vor Vikernes’ Haftzeit entstandenen Burzum-Alben sind die treibenden Gitarren-Riffs und Drums. Letztere wurden laut Vikernes im Studio improvisiert, zum Zeitpunkt der Aufnahme des innerhalb von 19 Stunden fertiggestellten[4] Debütalbums habe er erst seit drei Monaten Schlagzeug gespielt.[7] Durch monotone und wiederkehrende Abschnitte wird oftmals eine hypnotisierende Atmosphäre geschaffen. Auf den frühen Werken fanden sich bereits rein elektronische Titel, die beiden in Haft entstandenen Alben wurden ausschließlich auf Keyboards eingespielt und werden daher nicht mehr dem Black Metal, sondern dem Ambient zugeordnet. Der Gesang ist auf einigen Alben hoch kreischend, auf anderen bewusst übersteuert oder verzerrt worden. Als musikalische Einflüsse gab Vikernes für den späteren Black Metal wegweisende Thrash-Metal-Bands der frühen 1980er Jahre wie Destruction, Hellhammer, alte Kreator, Celtic Frost und Bathory, aber auch die zu seinem damaligen Umfeld zählenden Bands Thorns, Darkthrone und Mayhem an.[7][17][18]
[Bearbeiten] Diskografie
[Bearbeiten] Demoaufnahmen
- 1991: Burzum I
- 1991: Burzum II
- 1992: Burzum (Promo)
[Bearbeiten] Alben
- 1992: Burzum
- 1993: Det Som Engang Var
- 1994: Hvis Lyset Tar Oss
- 1996: Filosofem
- 1997: Dauði Baldrs
- 1999: Hliðskjálf
[Bearbeiten] EPs
- 1993: Aske
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Burzum-Webseite (Englisch/Russisch)
- Die ehemalige offizielle Webseite (Englisch)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b c d A Burzum Story: Part I - The Origin And Meaning
- ↑ Interview with Josh of Abruptum zine (Feb. 1998)
- ↑ An interview w/ Mayhem answered by the Cunt
- ↑ a b c A Burzum Story: Part VI - The Music
- ↑ Sounds of Death #4 1994
- ↑ View - Metal Vinyl Encyclopedia
- ↑ a b c Interview with Burzum in Terrorizer #28
- ↑ Burzum signs with Earache?
- ↑ Verfassungsschutzbericht 2003 des Freistaates Thüringen
- ↑ a b Geschichte und Entwicklungen des Rechtsrock in Brandenburg
- ↑ Stieg Larsson, Devin Burghart, Justin Massa: Catching a Wave: William Pierce, Cymophane, and the National Socialist Black Metal Underground
- ↑ Rainer Fromm: Rassistischer Hass im Word Wide Web. Die weltweite Vernetzung von Neonazis im Internet.
- ↑ Christian Dornbusch: Unheilige Allianz. Black Metal zwischen Heidentum und Neonazismus. In: ak - analyse & kritik - zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 428 / 8.7.1999
- ↑ Schwarz-Braun Metallic: eine rassistische Black Metal-Band und ihr "unpolitisches" Umfeld
- ↑ Unheilige Allianzen, S. 39
- ↑ Varg Vikernes im Interview mit dem Dagbladet, zitiert nach Blabbermouth.net
- ↑ BURZUM in "Orcustus - The Shadow Of The Golden Fire" mag in early '92.
- ↑ from Kill Yourself! Magazine #2

