Buster Crabbe

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Clarence Linden „Buster“ Crabbe (* 7. Februar 1908 in Oakland; † 23. April 1983 in Scottsdale) war ein US-amerikanischer Schwimmer und Schauspieler.

Buster Crabbe war Olympiasieger, hielt 35 nationale Rekorde und 16 Weltrekorde im Schwimmen. Als Schauspieler wirkte er in über einhundert Filmen und mehreren Serials mit und war der einzige Darsteller, der alle drei populären Comic-Helden der 1930er Jahre verkörperte: Buck Rogers, Flash Gordon und Tarzan.

Leben[Bearbeiten]

Jugend, Schwimmer und frühe Filmkarriere[Bearbeiten]

Clarence Linden "Buster" Crabbe wurde am 7. Februar 1908 im kalifornischen Oakland geboren. Als er 18 Monate alt war, zog seine Familie nach Hawaii, wo sein Vater die Stelle eines Aufsehers auf einer Ananasplantage übernahm. Dort lernte der kleine Buster das Schwimmen unter idealen Bedingungen und mit einem großen Vorbild: Duke Kahanamoku war nicht nur der Begründer des modernen Wellenreitens, sondern auch mehrfacher Olympiasieger im Schwimmen.

1927 kehrte Crabbe aufs Festland zurück, um an der University of Southern California in Los Angeles Jura zu studieren. Wegen seiner Erfolge für die Hochschulmannschaft wurde er für die Olympischen Sommerspiele 1928 in Amsterdam nominiert. Während sein Mannschaftskollege Johnny Weissmüller zweimal Gold erschwamm, erreichte Crabbe Bronze über 1.500 Meter Freistil.

Weissmüller und Crabbe liebäugelten mit dem Film, und als MGM 1931 für ihren ersten Tarzanfilm einen schwimmfähigen Sportstar suchte, wurde Crabbe, der damals als Statist beim John-Wayne-Film "That’s My Boy" mitwirkte, angeschaut und gleich wieder aussortiert. Die Rolle bekam Johnny Weissmüller, der von da an 16 Jahre lang in 12 Tarzanfilmen die Titelrolle spielte.

Crabbe schloss 1931 die Universität ab, blieb aber sportlich aktiv. Im Sommer 1932 nahm er an den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles teil. Über 400 Meter Freistil lieferte sich Crabbe ein packendes Duell mit dem französischen Weltrekordhalter Jean Taris. Dieser führte von Anfang an, aber Crabbe schloss etwa 25 Meter vor dem Ziel zu ihm auf und schlug den Franzosen um eine Zehntelsekunde. Sein Sieg sollte auch die einzige US-Goldmedaille bei den männlichen Schwimmern dieser Olympiade bleiben, alle anderen Goldmedaillen gingen an Japan.

Durch den Olympiasieg wurde Hollywood wieder auf Crabbe aufmerksam. Paramount Pictures engagierte ihn für "Kaspa, the Lion Man" (dt. "Abenteuer in zwei Erdteilen"), der thematisch an die populären Tarzan-Filme angelehnt war.

1933 heiratete Crabbe seine College-Liebe Adah Virginia Held. Im selben Jahr erhielt er mit "Tarzan the Fearless" seine erste und einzige Rolle als Tarzan und schrieb sich als siebter in die Liste der Tarzandarsteller ein. Gegen die populären Filme mit Weissmüller als Tarzan konnte die Low-Budget-Produktion bei Publikum und Kritik nicht mithalten.

Der Film wurde sowohl als Serial als auch als Spielfilm aufgenommen. Als das Serial herauskam, zeigten die meisten Filmtheater lediglich die erste Folge und verzichteten dann auf die weiteren. Da keine Kopien archiviert wurden, existiert heute nur noch die Langversion des Films.

Flash Gordon und Buck Rogers[Bearbeiten]

1936 wurde ein Schauspieler für die Titelrolle von Flash Gordon gesucht, das erste echte Science-Fiction-Serial. Crabbe glaubte, die Idee sei zu abwegig für das Kinopublikum und würde floppen. Er mochte jedoch den Comicstrip und ging zum Casting bei Universal Pictures, um zu sehen, wer die Rolle spielen würde. Als ihn der Produzent Henry MacRae dort sah, ging er auf ihn zu und bot ihm die Rolle auf der Stelle an. Wie sich herausstellte, hatte MacRae einige von Crabbes Filmen gesehen und ihn als Wunschkandidaten auserkoren, dachte aber, dass Paramount, bei der Crabbe unter Vertrag stand, ihn nicht freigeben würde.

Der Deal kam jedoch zustande und Buster Crabbe drehte nicht nur das sehr erfolgreiche Initial-Serial Flash Gordon, sondern kämpfte auch in den Folgefilmen Flash Gordon’s Trip to Mars (1938) und Flash Gordon Conquers the Universe (1940) gegen Ming den Grausamen. Um dem Comichelden Flash Gordon möglichst ähnlich zu sehen, musste Crabbe sich die Haare färben. Das machte ihn sehr verlegen und in der Öffentlichkeit trug er stets einen Hut. Er hatte Angst davor, dass ihm Männer nachpfiffen.

Als mit "Buck Rogers" 1939 auch der zweite erfolgreiche Science-Fiction-Comic der 1930er Jahre verfilmt werden sollte, gab es aus Sicht der Produktionsfirma nur einen würdigen Titel-Darsteller: Buster Crabbe. Vielleicht lag es aber auch daran, dass Crabbe einfach günstiger als andere Schauspieler war, denn auch an diesem Serial wurde vorne und hinten gespart. Recycelt wurden etwa Hintergrundaufnahmen aus dem futuristischen Musical "Just Imagine" (1930), Dekorationen aus "Flash Gordon" und selbst Kleidungsstücke, die im Jahr zuvor noch bei Flash Gordons Marsreise zu sehen waren.

Western, Swimmingpools und Fernsehen[Bearbeiten]

Von 1941 bis 1946 drehte Crabbe – gelegentlich auch unter dem Namen "Larry Crabbe" – für die B-Movie-Produktionsfirma Producers Releasing Corporation (PRC) an die 40 Western, oft in der Rolle von Billy the Kid oder Billy Carson. In diesen Low-Budget-Produktionen (seine Gage für "Prairie Rustlers" (1945) z.B. betrug 3.000 Dollar) war sein Sidekick Al "Fuzzy" St. John, der schon auf eine lange Karriere als Stummfilm-Komiker zurückblicken konnte.

Nach 1946 drehte Crabbe weniger Filme und begann, seine eigene Swimmingpool-Firma aufzubauen. Daneben tourte er fünf Jahre lang mit einer Show namens "Buster Crabbe’s Aquaparade" durch Amerika und Europa. 1950 spielte er erstmals zusammen mit Johnny Weissmüller in "Die Dschungelgöttin". Dabei war Weissmüller der Held, Crabbe mimte den Bösewicht.

Anfang der 1950er Jahre war die große Zeit der B-Movies zu Ende und Buster Crabbe erhielt eine eigene Fernseh-Show, die auf Kinder ausgerichtet war und später in "Buster’s Buddies" umbenannt wurde. Erfolgreicher war er jedoch mit der Titelrolle in der Serie "Captain Galliant of the Foreign Legion" (1955-57), in der auch sein Sohn Cullen mitwirkte.

1957 starb Crabbes Tochter Sande an Anorexie. Er beschäftigte sich nun zunehmend mit dem Swimmingpool-Geschäft, dessen Produkte in über 28 Ländern vertrieben wurden. Parallel dazu betrieb er ein Sommercamp für Jugendliche, bei dem das Schwimmen im Vordergrund stand und stets mindestens ein Schwimmlehrer aus Hawaii zugegen war.

1965 wurde Buster Crabbe in die Ruhmeshalle des internationalen Schwimmsports aufgenommen. 1970 war er Ehrengast bei der Science-Fiction-Tagung "Multicon 70" in Oklahoma City. Seinen letzten Weltrekord erschwamm er 1971 in der Altersklasse Ü60 über 400 Meter Freistil. 1979 spielte er in der Neuauflage eines Buck-Rogers-Films einen betagten Piloten namens "Gordon", eine Anspielung auf seine Paraderolle "Flash Gordon".

Am 23. April 1983, zehn Tage nach seiner Goldenen Hochzeit starb Buster Crabbe an einem Herzinfarkt.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1933: Kaspa, der Löwenmann (King of the Jungle)
  • 1936: Flash Gordon (Flash Gordon) (Serial)
  • 1938: Flash Gordon's Trip to Mars (Serial)
  • 1939: Buck Rogers (Serial)
  • 1940: Flash Gordon Conquers the Universe (Serial)
  • 1941: Fuzzy der Meistercowboy (Billy the Kid Wanted)
  • 1942: Fuzzy jagt sich selbst (Billy the Kid Trapped)
  • 1943: Für Recht und Gesetz (Sheriff of Sage Valley)
  • 1943: Fuzzy der Banditenschreck (Western Cyclone)
  • 1944: Fuzzy der Draufgänger (Ghost of Hidden Valley)
  • 1944: Fuzzy der Revolverheld (Rustler's Hideout)
  • 1944: Fuzzy der Sheriff (Blazinhg Frontier)
  • 1944: Fuzzy und die liebestolle Oma (Frontier Outlaws)
  • 1944: Die Rache des Gorilla (Nabonga)
  • 1945: Fuzzy lebt gefährlich (Prairoe rustlers)
  • 1946: Fuzzy schreckt vor nichts zurück (Valley of Vengeance)
  • 1946: Fuzzy, der Held des Westens (Oath of Vengeance)
  • 1946: Gegen Willkür und Gewalt (Outlaws of the Plains)
  • 1950: Die Dschungelgöttin (Captive Girl)
  • 1956: Revolvermänner (Gun Brothers)
  • 1957: Im Schatten der Schlinge (The Lawless Eighties)
  • 1958: Der Teufel holt sie alle (Badman's Country)
  • 1959: Abrechnung in Abilene (Gunfighters of Abilene)
  • 1964: Goldtransport durch Arizona (Arizona Raiders)
  • 1965: Colorado Saloon 12 Uhr 10 (The Bounty Killer)
  • 1980: Kühles Naß auf heißer Haut (Swim Team)

Weblinks[Bearbeiten]