Buster und die Polizei

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Filmdaten
Deutscher Titel Buster und die Polizei
Originaltitel Cops
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1922
Länge 18 Minuten
Altersfreigabe FSK o. A.
Stab
Regie Edward F. Cline
Buster Keaton
Drehbuch Edward F. Cline
Buster Keaton
Produktion Joseph M. Schenck
Kamera Elgin Lessley
Schnitt Buster Keaton
Besetzung
  • Buster Keaton: Junger Mann
  • Joe Roberts: Polizeichef
  • Virginia Fox: Tochter des Bürgermeisters
  • Edward F. Cline: Landstreicher

Buster und die Polizei (OT: Cops) ist eine stummer Kurzfilm von Edward F. Cline und Buster Keaton aus dem Jahr 1922. Die Slapstick-Komödie wurde 1997 in die US-amerikanische National Film Registry aufgenommen.

Handlung[Bearbeiten]

Ein junger Mann (gespielt von Buster Keaton) möchte das Herz einer Dame gewinnen. Diese verlangt jedoch von ihm, dass er ein ordentlicher Geschäftsmann wird. So beschließt er, in die Stadt zu gehen und zu Geld zu kommen. Als er einem vermögenden Mann die heruntergefallene Geldbörse zurück gibt, rechnet er mit Finderlohn, doch bekommt ihn nicht. Durch etwas seltsame Umstände kommt er jedoch an das Geld des Mannes und besetzt sein Taxi. Beim Aussteigen wird er von einem Betrüger beobachtet, der nun so tut, als sei er ein Pleite gegangener Geschäftsmann. Der junge Mann kauft ihm Möbel ab, die eigentlich einer Familie gehören, die gerade umziehen will. Der Mann kauft sich irrtümlich eine Kutsche für 5 US-Dollar und beginnt die Möbel aufzuladen. Die Familie denkt, es handele sich um den Umzugshelfer und gemeinsam laden sie die Möbel auf.

Nun beginnt eine skurrile Fahrt, die den jungen Mann schließlich mitten in eine Polizeiparade führt. Dort wirft ein Attentäter eine Bombe. Alle denken jedoch, es wäre der junge Mann gewesen. Chaos bricht los und der Mann rennt um sein Leben. Schließlich gelingt es ihm, die komplette Polizei in einem Haus einzusperren. Als seine Angebetete auftaucht, würdigt sie ihn jedoch keines Blickes. Enttäuscht öffnet er die Tür wieder und begibt sich in die Hände der Polizisten. Der Film endet mit einem Grabstein, neben dem der Hut des Protagonisten liegt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film erschien am 21. Januar 1922. Wie bei vielen Filmen führte Keaton auch Regie und legte die Choreografie für die berühmte Verfolgungsjagdszene fest. Der Film wurde auf den Straßen von Los Angeles gedreht. Es dauert etwa 12 Minuten, bis die Jagd in Gang kommt. Das Ende kumuliert in einer Massenszene, inszeniert wie in David Wark Griffiths Die Geburt einer Nation.[1] Keaton inszenierte diese Szene durch Mehrfachaufnahmen, die in die Szene hinein geschnitten wurden. Dabei wird eine Weitwinkel-Einstellung genutzt, um möglichst viele, identisch aussehende Polizisten in eine Szene zu integrieren. Dazu kamen dann kleinere Szenen, bei denen sich verschiedene Polizisten gegenseitig im Weg stehen und sich gegenseitig ausschalten.[2]

Das Besondere ist, dass der Protagonist des Films überhaupt nicht merkt, wie er den Unmut seiner Umgebung auf sich zieht und nichtsahnend in die Katastrophe schlittert. Es wurde vielfach spekuliert, ob Buster und die Polizei eine Reaktion auf die falschen Anschuldigen und den Skandal um Keatons Freund und Mentor Fatty Arbuckle war.[1]

Das Filmen einer Szene mit einer Bombe, noch dazu auf einer Kutsche, war eine heikle Angelegenheit. Nur zwei Jahre vorher geschah der Bombenanschlag auf die Wall Street, bei dem in New York eine Bombe auf einem Pferdewagen gezündet wurde. Die Verleihfirma schreckte zunächst zurück, gab den Film dann aber doch frei. Tatsächlich wurde der Film nicht dahingehend interpretiert und auch die Bezüge zum Arbuckle-Prozess, der zu dieser Zeit in die zweite Revision ging, wurden nicht beachtet.[3]

Rezeption[Bearbeiten]

Buster und die Polizei gilt als einer der klassischen Slapstick-Filme mit und von Buster Keaton. Der Verein Filmkommunikation Thüringen bezeichnet ihn als „einer von Buster Keatons besten Kurzfilmen überhaupt. In Cops zeigt er seine Talente [als] Artist und Komödiant.“[4] Der Film enthält eine Reihe klassischer Szenen, die in vielen Formen wiederkehrten.[5] So ist das Wegwerfen einer Bombe ein beliebtes Stilmittel in Zeichentrickfilmen. Jackie Chan nutzte eine Leitersequenz des Films als Inspiration für seine Martial-Arts-Szenen. Bemerkenswert ist außerdem eine Szene, bei der Keaton auf ein fahrendes Auto aufspringt. Insbesondere die Verfolgungsjagd wurde von den damaligen Kritikern gelobt. Tatsächlich war der Erfolg so groß, dass verschiedene Kinos den Film auf den Anschlagtafeln hervorhoben und den darauf folgenden Langfilm klein darunter.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  James L. Neibaur, Terri Niemi: Buster Keaton's Silent Shorts: 1920-1923. Scarecrow Press, 2013, ISBN 9780810887411, S. 141–152.
  2.  Robert Knopf: The Theater and Cinema of Buster Keaton. Princeton University Press, 1999, ISBN 9780691004426, S. 65–67.
  3.  Marion Meade: Buster Keaton: Cut to the Chase. 2011, ISBN 9781617560743, S. Kapitel 12.
  4. Katalogeintrag. Filmkommunikation Thüringen, abgerufen am 18. April 2014.
  5. Cops. Turner Classic Movies, abgerufen am 18. April 2014.