Butades

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
L'origine de la peinture von Jean-Baptiste Regnault, 1785
Die Erfindung der Zeichenkunst von Joseph-Benoît Suvée, 1791
Die Erfindung der Malerei von Eduard Daege, 1832

Butades, ältere Lesart Dibutades,[1] war ein antiker griechischer Künstler aus Sikyon, dem die Erfindung des Tonreliefs und plastischer Stirnziegel zugeschrieben wurden.

Butades soll auf die Idee zur Herstellung von Tonreliefs gekommen sein, als er einen von seiner Tochter an die Wand gemalten Schattenriss mit Ton ausfüllte und das dabei entstandene Relief mit anderen Tonwaren brannte. Das dabei entstandene Werk soll sich im Nymphäum von Korinth befunden haben, bis die Stadt 146 v. Chr. zerstört wurde.[2] Neben der Erfindung des Tonreliefs wurden ihm die Färbung des Tons durch die Zugabe roter Erde und die Erfindung von Antefixen zugeschrieben, die mit Masken und Figuren geschmückt sind. Die Figuren sollen dabei sowohl als prostypa auf die Ziegel aufgebracht als auch als ectypa aus der Tonmasse herausgearbeitet worden sein.[3]

Butades-Mythos in den Künsten[Bearbeiten]

Die folgende chronologische Liste orientiert sich an der Studien von Robert Rosenblum „The Origin of Painting“ und der kritischen Erweiterung derselben von George Levitine.[4] Für weitere Werke siehe Andor Pigler: Barockthemen.[5] Wenn nicht anders angegeben handelt es sich bei den jeweiligen werken um eine Malerei.

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Plin. nat. ed. v. Jan / Mayhoff (1892–1909) ad 35,43.
  2. Plinius, Naturalis historia 35,43. In englischer Übersetzung einsehbar im Perseus-Projekt: Plin. Nat. 35.43.
  3. Plinius, Naturalis historia 35, 151; Isidor von Sevilla, Origines 20, 4, 3.
  4. Robert Rosenblum: „The Origin of Painting. A Problem in the Iconography of Romantic Classicism“, in: The Art Bulletin Vol. 39, Nr. 4, 1957, S. 279-290. Rosenblum meint, dass die ikonographische Tradition der Butade-Legende mit Runciman (1771) einsetze. Levitine setzt den Beginn schon früher mit Charles Le Brun (vor 1676) und Charles-Nicolas Cochi (1769) an. Siehe George Levitine: „Addenda to Robert Rosenblum's ‚The Origin of Painting…‘“, in: The Art Bulletin Vol. 40, Nr. 4, 1958, S. 329-331.
  5. Andor Pigler: Barockthemen. Eine Auswahl von Verzeichnissen zur Ikonographie des 17. und 18. Jahrhunderts, Band 2, Budapest und Berlin 1956, S. 335.