Butaritari

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Butaritari
Satellitenbild von Butaritari, nachbearbeitet
Satellitenbild von Butaritari, nachbearbeitet
Gewässer Pazifischer Ozean
Archipel Gilbertinseln
Geographische Lage 3° 10′ N, 172° 50′ O3.1677777777778172.82583333333Koordinaten: 3° 10′ N, 172° 50′ O
Butaritari (Gilbertinseln)
Butaritari
Anzahl der Inseln 11+
Hauptinsel Butaritari
Länge 30 km
Breite 15 km
Landfläche 13,49 km²
Lagunenfläche 295,77 km²
Einwohner 4346 (2010[1])
Das Butaritari-Atoll und ein Teil von Makin (oben rechts)
Das Butaritari-Atoll und ein Teil von Makin (oben rechts)

Butaritari ist ein Atoll im Pazifischen Ozean, das geographisch zu den Gilbertinseln und politisch zum Staat Kiribati gehört. Drei Kilometer nordwestlich liegt Makin, das nächstgelegene Atoll.

Geographie[Bearbeiten]

Luftbild von Butaritari

Das komplette Butaritari-Atoll wurde im Zweiten Weltkrieg während des Pazifikkriegs von der amerikanischen Militärführung als Makin-Atoll bezeichnet. Zur Unterscheidung wurde die benachbarte Inselgruppe Makin damals Makin Meang oder Little Makin genannt.

Butaritari besitzt eine Landmasse von 13,49 km².[2] Die Lagune misst 295,77 km².[3][4] Von Ost nach West erstreckt es sich über 30 km, von Nord nach Süd rund 15 km.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nach der Volkszählung von 2010 leben auf Butaritari 4346 Menschen, die 4,2 % der kiribatischen Bevölkerung ausmachen.

Bevölkerungsstatistik[Bearbeiten]

Siedlungen und Einwohnerzahlen
Zensus 1978[5] 2005[6] 2010[7]
Kuma/Kuuma 401 635 323
Keuea 188 221 258
Tanimainiku 219 229 248
Tanimaiaki 284 250 267
Tabonuea 204 244 271
Butaritari 1233
Antekana 161 217
Taubukinmeang 266 835
Temanokunuea/Temwanokunuea

(Hauptort)

386 621
Onomaru 347 366
Ukiangang 503 338 707
Bikati/Bikaati 117 203 225
Tikurere 8
Gesamt 3149 3280 4346

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung für die Jahre 1931–2010[8][9][1]
Zensus 1931 1947 1963 1968 1973 1978 1985 1990 1995 2000 2005 2010
Gesamt 1673 1824 2611 2714 2971 3149 3622 3774 3909 3464 3280 4346

Geschichte[Bearbeiten]

Entdeckungsgeschichte[Bearbeiten]

Butaritari wurde zuerst 1606 von dem portugiesischen Entdecker Pedro Fernández de Quirós gesichtet,[10] bevor 1788 die Kapitäne John Marshall auf der Scarborough und Kapitän Thomas Gilbert auf der Charlotte die nördlichen Gilbertinseln berührten.

Landung am Strandabschnitt „Gelb 2“, August 1942

Pazifikkrieg[Bearbeiten]

Im Pazifikkrieg wurde das Atoll sofort nach Kriegsbeginn am 10. Dezember 1941 von japanischen Truppen besetzt, die dort gegen den Willen der Bevölkerung versuchte, sie von der britischen Kolonialmacht zu „befreien“ und eine „Selbstverwaltung“ der Einwohner unter japanischer Herrschaft einzurichten, was allerdings von der Bevölkerung stark abgelehnt wurde. Das Atoll sollte sodann eines der Primärziele des amerikanischen Vorstoßes 1942 in den Zentralpazifik werden. Eine Eliteeinheit des US Marine Corps, die Marine Raiders, nahmen das Atoll am 17. August 1942 mit 220 Mann ein. Von den 70 stationierten Japanern fiel die Hälfte. Da die US-Truppen aber gleich am folgenden Tag wieder abzogen, gelang es den Japanern, im Laufe des Jahres 1943 die kompletten Gilbertinseln wieder zu besetzen und auf Makin eine Basis für Wasserflugzeuge aufzubauen. Vom 20. bis zum 24. November 1943 landeten Elemente der 27. US-Infanteriedivision in der Schlacht um Makin, die Teil der Operation Galvanic war, auf Makin und besiegten die Japaner dort. Im Februar 1944 wurde das Atoll als Ausgangspunkt zusammen mit den Luftwaffenstützpunkten auf Abemama und Tarawa für die Angriffe auf die Marshallinseln genutzt.

Neuzeit[Bearbeiten]

Die lokalen Belange werden durch einen Inselrat geregelt (Butaritari Island Council), mit Sitz im Hauptort Temanokunuea.

Butaritari entsendet zwei Parlamentsmitglieder in das Parlament Maneaba ni Maungatabu in South Tarawa, für das 10. Parlament 2011–2015 wurden Alexander Teabo und Tinian Reiher gewählt.[11]

Kultur[Bearbeiten]

Die I-Butaritari und die I-Makin sprechen einen Dialekt des Kiribatischen, der sich in der härteren Aussprache (z. B. Pu-täri-täri für Butaritari) und anderer Wortbedeutungen von denen in den zentralen und südlichen Gilbertinseln unterscheidet.

Verkehr[Bearbeiten]

Butaritari ist aus der Luft über den Butaritari Atoll Airport zu erreichen und wird dreimal wöchentlich von der staatlichen Fluglinie Air Kiribati angeflogen, ab Januar 2009 auch von der Privatfluggesellschaft Coral Sun Airways. Die Flugzeit beträgt 30 Minuten.

Über den kiribatischen Haupthafen in Betio auf South Tarawa besteht ein Schiffsverkehr, da durch die tiefe Lagune auch größere Schiffe in Butaritari festmachen können.

Literatur[Bearbeiten]

  • Betsy Sewell: Butaritari report. In: Rural socio-economic survey of the Gilbert and Ellice Islands. Team report. Victoria University of Wellington, Department of Geography, Wellingen 1979.
  • Bernd Lambert: A Gilbertese word list (Butaritari-Makin dialect). 1959-61.
  • Bernd Lambert: Uean abara. The High Chiefs of Butaritari and Makin as kinsmen and office-holders. In: The changing Pacific. Papers in Honour of H. E. Maude. Oxford University Press, Melbourne 1978, S. 80-93.
  • A. Binion Amerson, Jr.: Ornithology of the Marshall and Gilbert Islands. (PDF; 9,0 MB) Atoll Research Bulletin. Vol. 127, 1969.

Weblinks[Bearbeiten]

  •  Commons: Butaritari – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Butaritari Island Report 2012. Office of the Beretitenti, Republic of Kiribati Island Report Series: 2. Butaritari. Abgerufen am 13. Januar 2014 (englisch)
  • Butaritari (Version vom 23. Dezember 2010 im Internet Archive) auf oceansdot.com. Abgerufen 22. April 2010 (englisch)
  • Butaritari auf janeresture.com. Illustrierte Informationen zu Geschichte und Kultur. Abgerufen am 22. April 2010 (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Report on the Kiribati 2010 Census of Population and Housing. Volume 1. Bairiki, August 2012, S. 31. (PDF; 6,6 MB). Abgerufen am 12. Januar 2014 (englisch).
  2. Report on the Kiribati 2010 Census of Population and Housing. Volume 1. Bairiki, August 2012, S. 222. (PDF; 6,6 MB). Abgerufen am 12. Januar 2014 (englisch).
  3. Butaritari Island Report 2012, S. 5. Abgerufen am 13. Januar 2014 (englisch).
  4. Frühere Angabe auch: 191,7 km², Quelle: Atoll Research Bulletin, vol. 127 (1969), S. 211: 74 square miles. (PDF; 9,0 MB).
  5. Report of the 1978 Census of population and housing. Republic of Kiribati 1980. Volume 1, S. 2–3 (Zeitpunkt der Unabhängigkeit).
  6. Kiribati 2005 Census of Population and Housing. Provisional Tables. Abgerufen am 29. März 2010 (englisch).
  7. Report on the Kiribati 2010 Census of Population and Housing. Volume 1. Bairiki, August 2012, S. 34–35. (PDF; 6,6 MB). Abgerufen am 12. Januar 2014 (englisch).
  8. Henry Evans Maude: Report on the 1931 Census of the Gilbert, Ellice and Phoenix Islands. Western Pacific High Commission, Suva 1932. Angaben für 1931 auch in: Rural socio-economic change in the Gilbert and Ellice islands. 1979, S. 19.
  9. Kiribati: 2005 Census. Volume 2: Analytical Report. 2007 Final Report, S. 102 (für die Jahre 1947–2005). Abgerufen am 17. April 2010 (englisch)
  10. Celsus Kelly: La Austrialia del Espiritu Santo. The Journal of Fray Martín de Munilla O.F.M. and other documents relating to the Voyage of Pedro Fernández de Quirós to the South Sea (1605–1606) and the Franciscan Missionary Plan (1617–1627). Cambridge 1966, S. 39, 62.
  11. Mitglieder des 10. Parlaments 2011–2015. Abgerufen am 13. Januar 2014 (englisch).