Butte (Montana)

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Butte
Spitzname: Richest hill on earth
Butte im Jahr 1942
Butte im Jahr 1942
Lage von Butte in Montana
MTMap-doton-Butte-SilverBow.PNG
Basisdaten
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Montana
County:

Silver Bow County

Koordinaten: 46° 0′ N, 112° 32′ W46.003888888889-112.533888888891740Koordinaten: 46° 0′ N, 112° 32′ W
Zeitzone: Mountain (UTC−7/−6)
Einwohner: 34.200 (Stand: 2010)
Bevölkerungsdichte: 76,9 Einwohner je km²
Fläche: 445 km² (ca. 172 mi²)
Höhe: 1740 m
FIPS:

30-11397

GNIS-ID: 2409651
Webpräsenz: www.co.silverbow.mt.us
Montana 034.jpg
Downtown Butte

Butte [bju:t] ist eine Stadt im US-Bundesstaat Montana im Silver Bow County, dessen Verwaltungssitz (County Seat) sie ist. Sie hat 34.200 Einwohner (Stand: Volkszählung 2010) auf einer Fläche von 445 km² bzw. von 171,9 Quadratmeilen [1] [2].

Geschichte[Bearbeiten]

Bergbau[Bearbeiten]

Butte wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Bergbausiedlung an der Anaconda Copper Mine gegründet und erlebte zeitweise eine rasante Entwicklung. 1880 wurden 3.363 Einwohner gezählt, 1910 dann 39.165.[3] Zunächst wurden nur Gold und Silber in dem Gebiet gefördert, mit der Entwicklung der Elektrizität ergab sich jedoch ein weitaus größerer Bedarf für Kupfer. Die zunächst in Untertagebau-Schächten betriebene Anaconda-Mine war von 1892 bis 1903 die weltweit ergiebigste Kupfermine. Bereits 1911 als größte Stadt Montanas angegeben,[3] wuchs die Einwohnerzahl des Ortes nach dem Ersten Weltkrieg inoffiziell bis auf 60.000 im Jahr 1920. Der Ort wurde aufgrund der reichhaltigen Gold- und Silbervorkommen in der Umgebung als reichster Hügel der Welt bezeichnet. Ungefähr zwischen 1900 und 1917 gab es eine starke sozialistische Bewegung in der Stadt, 1914 wurde sogar ein sozialistischer Bürgermeister gewählt.

Die Untertage-Schächte wurden 1947 aufgegeben, nachdem insgesamt 94.900 Tonnen Kupfer gefördert waren. Ab 1955 wurde an der Stelle der offene Tagebau Berkeley Pit ausgehoben und bis zur Schließung 1982 von ARCO (Atlantic Richfield Company) abgebaut. Die Verhüttung des Erzes erfolgte im 40 Kilometer nordwestlich gelegenen Anaconda (Montana).

Eisenbahnknoten[Bearbeiten]

Butte war ab 1881 Endpunkt der zunächst schmalspurigen Utah and Northern Railroad,[4] die 1886 umgenagelt wurde und in der Union Pacific aufging. 1883 wurde die Stadt Durchgangsstation der Northern Pacific Railway, die auf ihrer Strecke den langjährigen Paradezug North Coast Limited betrieb. Mit der Entwicklung des Kupferbergbaus entstand 1894 die Butte, Anaconda and Pacific Railway, die eine Strecke westwärts nach Anaconda und zahlreiche kleinere Minenstrecken im Norden des Stadtgebiets betrieb. Als letzte Eisenbahn erreichte 1908 die Chicago, Milwaukee, St. Paul and Pacific Railroad (Milwaukee Road) mit ihrer „Pacific Extension“ die Stadt und bediente ihre Hauptstrecke mit den Paradezügen Olympian und Columbian. Der erstgenannte Zug wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Olympian Hiawatha geführt. Nach Einstellung sämtlicher privat betriebener Reisezüge führte die halbstaatliche Amtrak bis 1979 noch den North Coast Hiawatha, eine wortschöpferische Mischung aus North Coast Limited und Olympian Hiawatha, über Butte.[5]

Trivia[Bearbeiten]

Butte war Schauplatz des 2005 erschienenen Films Don't Come Knocking von Wim Wenders und ist außerdem Schauplatz des ersten Drittels des Romans Die Karte meiner Träume von Reif Larsen.

Am 22. März 2009 stürzte eine Pilatus PC-12 in den Heilig-Kreuz-Friedhof (Holy Cross Cemetery), wobei 14 Menschen starben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Heute ist von dem ehemaligen Reichtum nicht mehr viel geblieben, und die Stadt hat seit der Stilllegung der Mine eine sehr hohe Arbeitslosenquote. Butte lebt vornehmlich vom Tourismus, der durch die relativ gut erhaltenen Minengebäude ermöglicht wird. Die Berkeley Pit, eine mit verseuchtem Wasser gefüllte Grube des ehemaligen Kupfererz-Tagebaus, ist überregional bekannt. Das Dumas Brothel, ein weitgehend original erhaltenes Bordell der Gründerzeit von Butte, ist heute ein Museum.

Sport[Bearbeiten]

In dem etwa 1500 Meter hoch gelegenen Ort wird 1987 von dem lokalen U.S. High Altitude Speed Skating Center eine offene Kunsteisbahn angelegt. Sie ist während des Eisschnelllauf-Weltcup 1987/88 vom 28. Bis 29. November 1987 eine von mehreren Austragungsorten, sowie danach auch von nationalen US-Meisterschaften. Ein inoffizieller Weltrekord wird auf dieser Bahn von der Deutschen Karin Enke im Mini-Vierkampf mit 163,906 Punkten aufgestellt.
Nach 15 Betriebsjahren mit inzwischen erheblichem Verschleiß an den Kühlanlagen wird angesichts dem aktuellen Trend zu geschützten Hallenanlagen, sowie mangels Interesse und Finanzierungsmöglichkeiten der Eislaufbetrieb und die Anlage um 2002 aufgegeben.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Das Stadtzentrum von Buttre (um 1890)

Die Milwaukee Road legte ihre transkontinentale Hauptstrecke 1980 still, während von der früheren Transkontinentalstrecke der Northern Pacific noch die Strecke von Butte nach Garrison (Montana) von der BNSF Railway betrieben wird. Im nahegelegenen Silver Bow mündet von Süden her nach wie vor die Strecke der Union Pacific Railroad aus Pocatello in die BNSF-Strecke ein. Gemeinsam mit der Butte, Anaconda and Pacific Railway führt die BNSF-Linie durch das Tal des Silver Bow Creek von der Stadt weg.

In Butte treffen die Interstate Highways I 15 und I 90 aufeinander. Als Zubringer von der Stadt fungiert der kurze I 115. Zum Bert Mooney Airport werden täglich Flüge von Salt Lake City mit Delta Air Lines durchgeführt.

In Butte befindet sich die Montana Tech University.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Butte, Montana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. City Information for Butte, MT
  2. City-Data.com, Butte, Montana
  3. a b Butte (Montana). In: Encyclopædia Britannica. 11. Auflage. Band 4. London 1910–1911, S. 889.
  4. The Mining History of Butte and Anaconda. Mining History Association, abgerufen am 23. September 2012 (englisch).
  5. North Coast Hiawatha. In: everything2. 18. Februar 2002, abgerufen am 23. September 2012 (englisch).
  6. Speed skating's forgotten Mecca, 2010, abgerufen am 4. Oktober 2012