Buttelstedt
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Weimarer Land | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Buttelstedt | |
| Höhe: | 200 m ü. NN | |
| Fläche: | 18,82 km² | |
| Einwohner: |
1361 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 72 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 99439 | |
| Vorwahl: | 036451 | |
| Kfz-Kennzeichen: | AP, APD | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 71 011 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 14 99439 Buttelstedt |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Joachim Ulrich | |
| Lage der Stadt Buttelstedt im Landkreis Weimarer Land | ||
Buttelstedt ist eine Stadt im Norden des Landkreises Weimarer Land und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Buttelstedt. Zu Buttelstedt gehören die Ortsteile Daasdorf, Nermsdorf und Weiden. Durch die Stadt fließt die Scherkonde.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wird Buttelstedt in einem Verzeichnis der Güter des vom Erzbischof Lullus († 786) von Mainz erbauten Klosters Hersfeld als Botalastat urkundlich erwähnt. "1052 überließ Kaiser Heinrich III. dem Bistum Naumburg Hoheitsrechte in Buttelstedt, die durch Weiterverleihung an die Landgrafen von Thüringen übergingen."[2] Es besaß einen der vier Dingstühle der Landgrafschaft, war somit eine Gerichtsstätte des thüringischen Adels und wurde in dieser Funktion 1119 erstmals als Maspe (d. h. Espe) erwähnt.
In Buttelstedt kreuzten zwei wichtige Verkehrswege von Süd nach Nord und West nach Ost. Die letztgenannte Verbindung war die Via Regia. Eine Burg sicherte in Buttelstedt die Kreuzung in der Altstadt. Sie war lange Zeit den Thüringer Landgrafen unterstellt. Von dieser Veste sind keine Spuren übrig geblieben. Die Via Regia wurde damals im Nachbarort Weiden auch von einer Burgstelle auf dem Bergrücken der jetzigen Cyriakskirche geschützt. Heute ist dem Wall noch der Graben vorgelagert und der Kirchturm und das Mauerwerk besitzen auch noch Schlitzscharten. Die Kirche ist demnach der Folgebau der einstigen Befestigungsanlage.[3]
1887 erhielt die Stadt einen Bahnanschluss nach Weimar, Rastenberg und Großrudestedt. Die Weimar-Rastenberger Eisenbahn-Gesellschaft war Betreiber dieser Sekundärbahn mit Meterspurweite. 1898 übernahm der Berliner Bahnunternehmer Herrmann Bachstein die unwirtschaftliche Bahn, legte unrentable Strecken still und betrieb die im Volksmund „Laura“ bezeichnete Bahn bis 1946 weiter, ab 1923 unter dem Namen Weimar-Buttelstedt-Großrudestedter Eisenbahn. 1946 wurde die Bahn als reparationswürdig eingestuft und stillgelegt. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde eine Ziegelei gebaut, die bis in die 1950er-Jahre existierte. Der dafür benötigte Ton wurde nahe Haindorf aus Lehmgruben gewonnen und mit einer Seilbahn zur Ziegelei transportiert.
Schulen [Bearbeiten]
In Buttelstedt gibt es eine Grundschule, zudem eine Staatliche Regelschule "Am Lindenkreis" Buttelstedt und ein Gymnasium. An den Buttelstedter Schulen werden 650 Kinder aus den 12 umliegenden Gemeinden unterrichtet.
Stadtwappen von Buttelstedt [Bearbeiten]
Auf dem Wappen und Siegel von Buttelstedt war ursprünglich der heilige Nikolaus dargestellt, der als Märtyrer und Heiliger seit dem 5. Jahrhundert in der katholischen Christenheit, insbesondere von Reisenden und Kaufleuten als Schutzheiliger angerufen wurde. So ist seine Verehrung auch in Buttelstedt eingeführt und die Stadtkirche ihm und zugleich auch dem heiligen Stephanus geweiht worden. Später ist in der bildlichen Darstellung des Schutzheiligen auf Wappen und Siegel eine Änderung eingetreten. Unter dem Schutz dieses Heiligen stellte sich auch die Gemeinde Buttelstedt, indem sie das alte Wappen und Siegel abänderte. In der bildlichen Darstellung des Laurentius (wurde hingerichtet, da er Schätze an Arme verteilte) war ein Irrtum unterlaufen, denn er war ja nicht Bischof sondern Diakon, man hätte Bischofsmütze und Stab weglassen sollen...
Menhir Wetzestein oder Langer Stein [Bearbeiten]
Vor dem Stadtrand von Buttelstedt rechts der B 85 aus Richtung Kölleda steht ein besonderes Kulturdenkmal, der Menhir. Im Volksmund und in älteren Schilderungen wird er auch Langer Stein oder Wetzstein genannt. Sagen und Histörchen sind um ihn entstanden. Dieser senkrecht stehende, 2,80 Meter hohe, vierkantige, in einer stumpfen Spitze auslaufende, für sein Alter nur geringfügig verwitterte Muschelkalkstein, ist der schönste Menhir Thüringens und schätzungsweise 5000 Jahre alt. Lange Zeit war unklar, ob es sich um eine Grenz- oder Wegemarke oder um einen Kultstein gehandelt haben könnte. Heute weiß man, dass es sich um einen Totenstein handelt. Ein Menhir wurde an das Kopfende eines Hünengrabes als Seelenthron gesetzt, denn man glaubte, die Seele des Verstorbenen verließ aus verschiedenen Anlässen ihr Grab, um auf dem hohen Stein Platz zu nehmen. Die bekannteste Sage vom Buttelstedter Menhir lautet: Zwei Riesen mähten vor Zeiten gleichzeitig Gras auf ihrem Gebiet. Da rief der Riese vom Ettersberg dem von der Finne zu: „Meine Sense ist stumpf geworden, wirf mir doch einmal deinen Wetzstein herüber“. Sogleich erfüllte der so Angerufene diesen Wunsch und warf den Stein seinem Nachbarn zu, hatte jedoch nicht mehr die Kraft, diesen Stein bis zum Ettersberg zu schleudern. Bereits bei Buttelstedt fiel der Stein zu Boden. Als Bodendenkmal steht er heute unter gesetzlichem Schutz.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Johann Friedrich Fasch (1688–1758), Barockmusiker und Komponist
- Johann Ludwig Krebs (1713–1780), Komponist
- Thomas Gotthelf Birling (1784–1820), romantischer Schriftsteller
Siehe auch [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
- ↑ Huschke, Wolfgang, Buttelstedt, in: Patze, Hans (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten IX, Thüringen, Stuttgart 1989, S. 67.
- ↑ Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 78 und 158.
Literatur [Bearbeiten]
Kürsten, Otto und Bremer, Otto: Lautlehre der Mundart von Buttelstedt bei Weimar. Sammlung kurzer Grammatiken deutscher Mundarten Bd. 9. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1910.
Weblinks [Bearbeiten]
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