Buzz Aldrin’s Race into Space

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Buzz Aldrin’s Race into Space
BARIS-logo.jpg
Schriftzug vom Box-Cover
Entwickler Strategic Visions
Publisher Interplay
Mitwirkende (Auswahl) Fritz Bronner, Michael McCarty
Erstveröffent-
lichung
1992
Plattform MS-DOS (BARIS)
Windows, Linux und Mac OS (RIS)
Genre Wirtschaftssimulation
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler
Medium Diskette, CD-ROM, Download
Sprache Englisch
Aktuelle Version 1.01 (BARIS)
1.1 (RIS)

Buzz Aldrin’s Race into Space (kurz: BARIS) ist eine rundenbasierte Wirtschaftssimulation (bzw. ein rundenbasiertes Strategiespiel) von Fritz Bronner und Michael McCarty aus dem Jahr 1992 für den PC.[1] In dem Spiel übernimmt der Spieler die Rolle des Leiters der Weltraumbehörde der USA (NASA) oder der UdSSR mit dem Ziel, vor dem Kontrahenten einen bemannten Mondflug zu realisieren.

Spielprinzip[Bearbeiten]

Startbildschirm mit Seitenwahl für den Spieler.

Das Spiel fängt im Frühjahr 1957 an und läuft rundenweise ab, eine Runde dauert genau ein halbes Spieljahr. Vor jeder Runde wird der Spieler über eine Fernsehsendung über den aktuellen Stand des Wettlaufs ins All informiert, neben aktuellen Informationen wird auch kurz das Weltgeschehen aus der jeweiligen Zeit angeschnitten.

Zu den Aufgaben des Spielers gehört das Beschaffen von Material (wie Raketen, Raumschiffen, Satelliten etc.), die Erforschung neuer Technologien und die Verbesserung der bestehenden Gerätschaften sowie die Rekrutierung und Ausbildung von Astronauten/Kosmonauten. Außerdem muss der Spieler jede einzelne Raummission planen. Durch diese Missionen gewinnt die eigene Fraktion Erfahrung und Prestige, was sich an Budgeterhöhungen bemerkbar macht. Am Ende einer Runde wird die eigentliche Raummission dem Spieler präsentiert. Das Spiel errechnet, ob eine Mission erfolgreich war, an Faktoren wie Ausbildungsstand der Astronauten und Sicherheitsfaktor der eingesetzten Komponenten. Ziel des Spiels ist es, als erste Nation auf dem Mond zu landen.

Realismus[Bearbeiten]

Im Spiel vorkommendes fiktionales wiederverwendbares Mini-Shuttle „XMS-2“, abgeleitet vom X-20 Dyna-Soar-Projekt (das Bild zeigt in Wirklichkeit den M2-F3 Lifting Body).[2]

Das Spiel legt sehr viel Wert darauf, die Raumfahrt in ihren Anfängen möglichst realistisch umzusetzen. Neben den originalen Astronautennamen verwendet das Spiel auch unzählige Fotos und Videos aus NASA- und Sowjet-Archiven. Bei den Missionen kann der Spieler auf echte Raumfahrttechnologie zurückgreifen wie das Apollo-Raumschiff, Atlas-V- und Saturn-V-Raketen, Satelliten wie Sputnik oder Ranger. Ebenso tragen auch die Astronauten und Kosmonauten bekannte Namen der jeweils echten Raumfahrtprogramme: Gagarin, Chrunow aus dem sowjetischen Mondprogramm oder Glenn, Slayton aus dem amerikanischen Apollo-Programm. Zusätzlich sind im Spiel auch einige Vehikel enthalten, die in Wirklichkeit nicht eingesetzt wurden: die Jupiter Kapsel oder die russische Mondlandefähre Kvartet. Dadurch wird dem Spieler die Möglichkeit gegeben, alternative Mondlandungen durchzuführen (Direkte Mondlandung, Mondlandung mit Hilfe einer Raumstation).

Das Spiel setzt bei den Missionen auf Meilensteine, so muss vor dem ersten Andockmanöver im All erst eine bemannte Mission stattfinden. Geschieht das nicht, gibt es empfindliche Strafen auf den Sicherheitsfaktor der Raumfahrzeuge, was die Mission (und das Leben der Astronauten) gefährdet.

Geschichte[Bearbeiten]

Fritz Bronner entwickelte 1989 das Brettspiel LIFTOFF![3] mit Task Force Games und hatte die Vision einer Computerspiel-Umsetzung. Da Task Force nicht die Rechte besaß, Liftoff! als Computerspiel umzusetzen, entschloss sich Bronner dies eigenständig zu tun. Im November 1990 rekrutierte er den damals 22-jährigen Michael McCarty als Programmierer und gründete Strategic Visions. Der ursprüngliche Entwicklungsplan sah den Amiga als Zielplattform vor, für den ein Demo erstellt und im Juni 1991 veröffentlicht wurde. Im September 1991 kam Strategic Visions zu dem Schluss, dass der Amiga-Markt schrumpfte; man entschied sich auf den IBM PC als Zielplattform umzusteigen. Im August 1991 unterzeichnete Strategic Visions bei Interplay Entertainment als Publisher mit Mai 1992 als Veröffentlichungstermin. Zu diesem Zeitpunkt kam der namensgebende Apollo 11 Astronaut, Buzz Aldrin, als Ratgeber in das Projekt.[4] Eines der Ergebnisse war die Einführung von Astronauten-Fähigkeiten und von Moral, welche auf den Missionsausgang nun Einfluss haben konnten.[5]

Versionen[Bearbeiten]

Die 1992 veröffentlichte Diskettenversion wurde von vielen Spielern aufgrund ihres hohen Schwierigkeitsgrades und zahlreicher Programmfehler kritisiert, mit dem Patch 1.01 wurde daher der Schwierigkeitsgrad gesenkt und die meisten Fehler korrigiert. Im Jahr 1993 veröffentlichte Interplay eine CD-ROM-Version, welche über 500 MB zusätzliche Videos von Missionen und Archivmaterial beinhaltete. In Deutschland wurde diese Version vom TREND-Verlag im Rahmen der Zeitschriftenreihe Bestseller Games veröffentlicht.

Freigabe als Freeware und des Quelltextes[Bearbeiten]

Logo des Community-Weiterentwicklungsprojekts Race Into Space (2005).

Die beiden Entwickler, Fritz Bronner und Michael McCarty, hatten mit ihrem Publisher Interplay Entertainment eine Vertragsklausel die den Rückfall der Rechte an dem Spiel an sie vorsah falls dieser Insolvenz werden oder das Spiel nicht mehr vertreiben würde. Nach der Interplay Insolvenz 2004, gaben 2005 die beiden Entwickler das Spiel selbst als Freeware frei[6] und konnten es damit aus dem Zustand Abandonware holen. Um eine Weiterentwicklung und Portierungen (z.B. Pandora[7]) zu ermöglichen haben sie auch den Quelltext der Nutzergemeinde unter der GPL zur Verfügung gestellt. Der Quelltext des nun Race Into Space (kurz: RIS) genannten Weiterentwicklungsprojekts wird auf Sourceforge gehosted[8] und hat 2011 die Version 1.0 erreicht. Die aktuelle Version ist v1.1.

Rezeption[Bearbeiten]

Obwohl das Spiel von Interplay[9] und anderen[10] als geeignet auch für Kinder bis 10 Jahre beworben worden war, gab es Kritik für seinen extremen Schwierigkeitsgrad.[11][12] The Guardian kritisierte das Spiel als "ziemlich leblos".[13] Abseits dessen kam das Spiel im Allgemeinen gut an, es erhielt 90/100 von PC Gamer UK,[14] war Finalist für den COMPUTE! Choice Award 1993[15] und blieb Jahre lang populär, so das 2005 die originalen Entwickler von Strategic Visions das Spiel als Open-Source an die Fangemeinde übergaben.[16][17]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Allen Varney: The Buzz is Gone. In: The Escapist. Nr. 13, 4. Oktober 2005. Abgerufen am 27. August 2008.
  2. Bronner 1993, p. 138
  3. Liftoff (englisch)
  4. Fritz Bronner: The Buzz Aldrin’s Race Into Space Companion. McGraw-Hill, Berkeley (Kalifornien) 1993, ISBN 0-07-881938-5.
  5. Staff: No More "Spam in a Can". In: Golden Empire Publications (Hrsg.): Computer Gaming World. Nr. 90, Anaheim (Kalifornien), January 1992, S. 48, 50.
  6. CopyrightInfo.txt (engl.)
  7. race-into-space-v1-1-0-02-pandora-game-port (8. September 2013, englisch)
  8. raceintospace auf sourceforge.com
  9. ALL SYSTEMS ARE GO AS INTERPLAY LAUNCHES 'BUZZ ALDRIN'S RACE INTO SPACE'. Interplay Entertainment, PR Newswire. 29. April 1993. Abgerufen am 20. August 2008.
  10. Scott A. May: Games that are good for you. In: Small System Services (Hrsg.): COMPUTE!. 16, Nr. 8, Greensboro (North Carolina), August 1994, S. 90. Abgerufen am 27. August 2008.
  11. Dorian Black: Aldrin takes a tame walk into space. In: The Age, 1. Juni 1993, S. 32. Abgerufen am 24. August 2008. 
  12. Jack Warner: Two new space programs inform while entertaining Interplay game is history lesson. In: The Atlanta Journal and Constitution, 24. Oktober 1993, S. P10. Abgerufen am 24. August 2008. 
  13. John Minson: GAMES REVIEWS. In: The Guardian, 10. Juni 1993, S. 17. Abgerufen am 24. August 2008. 
  14. Andy Butcher: Buzz Aldrins Race Into Space. In: PC Gamer UK. Future plc. Archiviert vom Original am 23. Mai 2002. Abgerufen am 20. August 2008.
  15. Robert Bixby: Compute Choice Awards. In: Small System Services (Hrsg.): COMPUTE!. 15, Nr. 12, Greensboro (North Carolina), December 1993.
  16. Race Into Space Project: Overview. Race Into Space Project. Abgerufen am 28. August 2008.
  17. Varney 2005, p. 3