Bwiti

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Bwiti ist eine dezentral organisierte synkretistische Religionsgemeinschaft, die im zentralafrikanischen Gabun und in angrenzenden Gebieten der Nachbarstaaten, vor allem Kamerun, von den Mitsogho und Fang praktiziert wird.

Der Bwiti-Kult entstand in seiner heutigen Form Mitte des 19. Jahrhunderts und vermischt Einflüsse verschiedener afrikanischer Naturreligionen wie Animismus und Ahnenkult mit Lehren des Christentums. Vermutlich entstand Bwiti auch, um die eigene kulturelle Identität in Zeiten der Kolonisation und Missionierung durch Europäer festzulegen und zu schützen.

Zentrale Bedeutung spielt das Einführungsritual der Initiation, bei der die Anwärter mitunter große Mengen der Iboga-Wurzel essen, um in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Neben der Einnahme der Wurzel kommt bei der Initiation der polyrhythmischen Musik eine besondere Bedeutung zu, die vom Musikbogen mongongo, der Bogenharfe ngombi, einem Bambusstampfer, verschiedenen Rasseln und hölzernen Idiophonen erzeugt wird.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • James W. Fernandez: Bwiti. An Ethnography of the Religious Imagination in Africa. Princeton University Press, Princeton 1982, ISBN 0-6910-9390-3 (englisch; Kapitel 18 online auf ibogaine.desk.nl).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Uwe Maas, Süster Strubelt: Music in the Iboga Initiation Ceremony: Polyrhythms Supporting a Pharmacotherapy. In: Music Therapy Today. Band 4, Nr. 3, Juni 2003 (englisch; PDF-Datei; 398 kB; 38 Seiten auf wfmt.info).