Cáceres (Spanien)

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Cáceres
Altstadt von Cáceres
Altstadt von Cáceres
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Cáceres
Cáceres (Spanien) (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: ExtremaduraExtremadura Extremadura
Provinz: Cáceres
Comarca: Llanos de Cáceres
Koordinaten 39° 28′ N, 6° 23′ W39.466666666667-6.3833333333333459Koordinaten: 39° 28′ N, 6° 23′ W
Höhe: 459 msnm
Fläche: 1.750,33 km²
Einwohner: 95.925 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 54,8 Einw./km²
Postleitzahl: 10001–10005
Gemeindenummer (INE): 10037 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Elena Nevado del Campo (PP)
Website: www.ayto-caceres.es

Cáceres [ˈkaθɛɾes] ist die Hauptstadt der Provinz Cáceres der Autonomen Region Extremadura in Spanien. Die Altstadt von Cáceres gehört zum UNESCO-Welterbe. Das Umland der Stadt ist bekannt für seine ausgedehnten Dehesa, beweidete Eichenhaine.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt geht zurück auf die etwa 2,5 km nordöstlich von Cáceres liegende römische Festungsanlage Castra Caecilia, die 79 v. Chr. von Caecilius Metellus Pius angelegt wurde. Eine keltiberische Ansiedlung, die etwa 35 v. Chr. vom römischen Prokonsul Gaius Norbanus Flaccus unter dem Namen Colonia Norbensis Caesarina als Stadt neu gegründet wurde, wird ebenfalls in der Umgebung von Cáceres lokalisiert. Im 6. Jahrhundert wurden große Teile der Stadt durch die einfallenden Westgoten zerstört und erst später von den Mauren wieder aufgebaut. 1139 gelang dem König von León, Fernando II., die Eroberung der Stadt. 1165 wurde die Stadt von Geraldo dem Furchtlosen, einem portugiesischen Abenteurer, genommen, der sich ein unabhängiges Fürstentum in Extremadura schuf, aber mit Gewalt enteignet wurde. Da sich das Königreich nicht in der Lage sah, die Verteidigung zu organisieren, wurde die Stadt dem neu gegründeten Santiagoorden übergeben. Bereits 1179 musste die Stadt wieder aufgegeben werden und erst Alfons IX. gelang es 1229 endgültig, die Stadt für das Königreich León einzunehmen.

Nachdem im 15. Jahrhundert Isabella I. von Kastilien den Streit mit Johanna von Kastilien um die Thronfolge in Kastilien gewonnen hatte, ordnete sie an, alle Türme der Häuser, deren Besitzer sie nicht unterstützt hatten, abzureißen. Dadurch wurde Cáceres stark in Mitleidenschaft gezogen, nur zwei Paläste blieben unversehrt. Noch heute trägt Cáceres den Beinamen Enthauptete Hauptstadt.

In das nahegelegene Kloster von Yuste zog sich Kaiser Karl V. 1556 nach seiner Abdankung zurück und verstarb dort am 21. September 1558 an den Folgen der Malaria.

Unter Franco[Bearbeiten]

Im Spanischen Bürgerkrieg unterstützten die Streitkräfte von Cáceres den Militärputsch vom 17. Juli 1936. Nach der Machtübernahme mobilisierten die putschenden Militärs in Cáceres rund 1.000 Anhänger und begannen sofort mit der Besetzung der wichtigsten Orte in der Umgebung sowie der Besetzung von wichtigen strategischen Punkten an der Grenze zu Portugal. Die Unterdrückung durch die putschenden Militärs in Cáceres begann sofort. Mehr als 600 Bürger der Stadt wurden von den putschenden Militärs erschossen. Getötet wurden unter anderen der Regisseur Pedro Montero Rubio, der Bürgermeister von Cáceres, Antonio Canales Gonzalez, der Bürgermeister von Gallows, Maximo Calvo Cano und der Präsident der Provinzregierung von Cáceres, Ramon Gonzalez Cid. Die Liquidierungen fanden in der Innenstadt von Cáceres statt. Der erfolgreiche Aufstand der putschenden Militärs in Caceres erleichterte in den kommenden Monaten die Eroberung der Städte Mérida und Badajoz. Am 26. August 1936 verlegte General Francisco Franco, der Befehlshaber über die Spanische Legion, sein Hauptquartier nach Cáceres.

In der Kaserne von Cáceres erfolgte auch die militärische Grundausbildung von insgesamt 700 irischen Freiwilligen der Irischen Brigade. Nach der militärischen Ausbildung in Cáceres wurde die Irische Brigade ein Teil des XV Bandera Irlandesa del Terico der Spanischen Legion. Mit ihrer Stärke war die Irische Brigade die größte ausländische Einheit in der Spanischen Legion. Unter dem Kommando des Sergeanten Lee wurden im August 1936 nach der Schlacht von Badajoz Augenzeugenberichten zufolge durch die Irische Brigade in Kooperation mit der Guardia Civil republikanische Soldaten liquidiert.[2] Des Weiteren seien auf dem Gelände der Kaserne über mehrere Tage republikanische Gefangene durch die Guardia Civil erschossen worden.[3][4]

Nach einem Ersuchen um militärische Hilfe von Franco bei Hitler trafen deutsche Panzer des Modells Panzerkampfwagen I über Sevilla in Cáceres ein. Nach der Lieferung der deutschen Panzer erfolgte zudem über mehrere Monate durch den deutschen Oberst Wilhelm von Thoma der Legion Condor ein Fahrertraining. Nach den Fahrtrainings wurde die Panzereinheit nach Cubas de la Sagra, einem Ort 30 Kilometer südlich von Madrid am Fluss Jarama verlegt. Die Verlegung der irischen Brigade erfolgte während der Schlacht von Jarama am 17. Februar 1937 nach Ciempozuelos, einem Ort fünf Kilometer südlich von Cubas de la Sagra am Fluss Jarama.

Bis zur Schlacht von Jarama befand sich das Hauptquartier Francos in Cáceres. Des Weiteren befand sich in Cáceres der Militärflugplatz Aeródromo de Cáceres, der auch von der Legion Condor als Stützpunkt benutzt wurde. Am 23. Juli 1937 wurde Cáceres durch fünf republikanische Flugzeuge des sowjetischen Typs Tupolew bombardiert. Bei dem Luftangriff auf Cáceres wurden mehrere Gebäude betroffen. Zudem wurden 35 Bürger der Stadt getötet.

Ab Mitte der 1990er Jahre bis 2002 fand jeden Sonnabend auf dem Platz vor der Altstadt eine nicht organisierte Freiluftparty, ein sogenannter Botellón statt, an dem teilweise bis zu 5000 Jugendliche teilnahmen. Nachdem sich die Botellón-Partys hier wie in anderen spanischen Städten wegen Lärmbelästigung, Verschmutzung und teilweise Ausschreitungen zu einem massiven Problem entwickelt hatten, wurden sie 2002 landesweit verboten.

Aeródromo de Cáceres[Bearbeiten]

Hauptartikel: Aeródromo de Cáceres

Wenige Kilometer südlich an der Straße N-630 in Richtung Mérida lag früher der Militärflugplatz Aeródromo de Cáceres. Er befand sich auf halbem Weg zwischen den Städten Valdesalor und Aldea del Cano. Durch die Ausweisung eines Vogelschutzgebietes (ZEPA) sowie des Jakobsweges Aldea del Cano wurde der Flughafen im Jahre 2005 aufgegeben.

Der Flughafen verfügte über keine befestigten Pisten. Während des Bürgerkrieges wurde er bereits zu Kriegsbeginn von den Luftstreitkräften der putschenden Militärs genutzt. Die Legion Condor nutzte diesen Platz nur gelegentlich, erstmals Anfang September 1936 vor Beginn der offiziellen Aufstellung der Legion Condor sowie durch die im August 1936 aufgestellte 4. Staffel der Jagdgruppe 88. Nach dem Ende des Krieges nutzte das Ejercito del Aire den Flugplatz weiter, mit dem Beginn des Jet-Zeitalters verloren die Militärs das Interesse an dem Standort und gaben ihn Ende der 1970er Jahre endgültig auf. Ultraleichtflieger des örtlichen Flugsportvereins nutzten den Platz einige Jahre. Heute dient das Gelände der Naherholung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Altstadt von Cáceres wurde im Jahr 1986 zum UNESCO-Welterbe erklärt.[5] Die Altstadt wird durch ihre Mauer in zwei Zonen abgegrenzt: innerhalb und außerhalb der Mauer. Der Teil innerhalb der Mauern ist derjenige, der als historische Altstadt bekannt ist (Spanisch: „Ciudad Monumental“ o „Parte Antigua“). Seit dem Mittelalter ist die Stadt in vier Pfarreien aufgeteilt: Santa María, San Mateo, Santiago und San Juan, die die Struktur der Stadt prägen. Die beiden ersteren befinden sich innerhalb der Stadtmauern die beiden letzteren außerhalb. Der Großteil der historischen Gebäude in Cáceres befindet sich innerhalb der Stadtmauern und ist in verschiedene Zonen eingeteilt. Das Viertel Santa María hat sich um zwei Plätze formiert: dem „Plaza de Santa María“ und dem „Plaza de los Golfines“. Die Kathedrale Santa María, um die sich eine Reihe von Palästen, Villen und Adelshäuser befinden, stellt einen bedeutenden Teil des Viertels dar. Der „Palacio der Carvajal“ mit seinen Innenräumen, Innenhof und Garten kann besichtigt werden.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind:

  • Die Altstadt von Cáceres (UNESCO-Welterbe seit 1986).
  • Das Kloster Real Monasterio de Nuestra Señora de Guadalupe (UNESCO-Welterbe seit 1993).[6]
  • Die Puente de Alcántara, eine römische Brücke von 106 n. Chr., die noch immer befahrbar ist.
  • Der Nationalpark Monfragüe.
  • Das Naturschutzgebiet Reserva Natural Garganta de los Infiernos.
  • Das Guayasamín House Museum, das bislang einzige Museum Europas das dem Werk des ecuadorianischen Malers Osvaldo Guayasamín gewidmet ist.
  • Die am höchsten Punkt der Altstadt in Fels gehauene Zisterne Aljibe von Cáceres, der größte Zisternenbau der Welt (UNESCO-Welterbe seit 1986).
  • Das Kernkraftwerk Almaraz in der Nähe von Cáceres.
  • Die Höhle Santa Ana, die sich auf einem Militärgelände 12km von der Stadt entfernt befindet. Die Höhle gehört zu einem System aus Karsthöhlen in der Region.
  • Die Via de la Plata ist eine Römerstraße, die von Norden nach Süden der Region Cáceres führt. An ihr liegen viele Überreste aus der Römerzeit wie das Castra Cecilia, das Castra Servilia oder El Junquillo. Sie führt auch an Valdesalor vorbei, in dessen Nähe eine rekonstruierte Römerbrücke, die sich Puente de la Mocha nennt, liegt.[7]


Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt ist einer der Hauptstandorte der seit 1973 existierenden Universidad de Extremadura, der Campus liegt etwas außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cáceres – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. [1], Augenzeuge, Ireland and the spanish war, A bandera volunteer remembers, Niamh McGuinness, abgerufen 1. Mai 2012
  3. [2], Augenzeuge, Ireland and the spanish war, Tells of Exploits as Rebel Deserter, McDaniel aus dem County Monaghan, abgerufen 1. Mai 2012
  4. [3], Augenzeuge, Ireland and the spanish war, Fighting for Franco, Des Ryan, abgerufen 1. Mai 2012
  5. Welterbeliste – Deutsche UNESCO-Kommission Abgerufen am 29. August 2014.
  6. Diócesis Coria – Cáceres. Webseite der Diözese Cáceres. Abgerufen am 12. September 2014.
  7. Via de la Plata Abgerufen am 29 August 2014.